Stille Tage in Clichy

Stille Tage in Clichy

Cover der Verfilmung von Claude Chabrol
Cover der Verfilmung von Claude Chabrol

Nachdem der amerikanische Schriftsteller Henry Miller schon Ende der 20er Jahre mehrere Monate in Paris gelebt hatte, kehrte er 1930 zurück und sog wiederum für eine Weile das lebendigen, sprühende Leben dieser Stadt auf, dank der finanziellen Unterstützung durch Anais Nin. Henry Miller tauchte ein in die Welt der Pariser Bordelle, Nachtclubs und Cafés. Seine Eindrücke und Erlebnisse aus dieser Zeit schilderte er in dem 1940 publizierten Roman „Stille Tage in Clichy„. und widmete damit diesem Paris der Bohemes und Bordelle eine literarische Hommage. Weniger durchdrungen von seinen philosophischen Einsichten, wie z.B. der „Wendekreis des Krebses„ oder der „Wendekreis des Steinbocks„, stellt dieses Werk das rein sexuelle Erleben in den Vordergrund.

Kritik: Maurice Schuhmann
Kritik: Maurice Schuhmann

Jens Jørgen Thorsen hat diese Erzählung in einem Schwarzweißfilm verewigt. Im Zentrum seines Werks steht eine Männer-WG; ihr gehören ein chronisch an Geldmangel leidenden Schriftsteller an, Joey, und Carl, ein Student mit einem ausgeprägten Faible für junge Mädchen, sowie zeitweise die fünfzehnjährige Colette. Das Leben der Männer wird bestimmt durch den Sex mit Prostituierten, und Thorsen lässt keine Chance aus, dies auch filmisch offen darzustellen. Über weite Strecken bleibt der Film dabei allerdings auf der Ebene einer billigen Fleischschau hängen. Dabei hat der Film durchaus gute Ansätze – eine gewisse Selbstironie und den wiederholt gelungenen Versuch, die Stimmung des Paris' jener Jahre in Bildern einzufangen. Aber es gelingt ihm nicht, das in der Romanvorlage präsentierte Boehmiendasein in Szene zu setzen, gerade weil er zwanghaft die ungeschönte, schockierende Darstellung der sexuellen Obsessionen in den Vordergrund der Inszenierung stellt.

Nach der Verfilmung von Jens Jørgen Thorsen wagte sich 1990 auch Claude Chabrol an eine Verfilmung des Romans. Diese lohnt sich schon eher zu sehen als die vorliegende Verfilmung, die wegen ihrer expliziten Sexszenen 30 Jahre lang in England auf dem Index stand.


OT: Stille dage i Clichy (DK 1970, R.: Jens Jørgen Thorsen) - nach dem gleichnamigen Roman von Henry Miller

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