Vom Frust an der Lust


Von unzähligen Plakaten lächeln sie zu uns herab. Die ewig sinnlichen Models der Werbeindustrie und ihre sexy Botschaft lautet. "Ich will Dich! Kauf mich und dann mach mit mir was Du willst! Nimm mich am besten noch heute und warte nicht zu lange. Du kannst Dir es heute noch besorgen, darum verschieb mich nicht auf morgen!" Und da die leichtbekleideten Schönheiten sich immer aufreizender und freizügiger fotografieren lassen, müßten rein theoretisch alle Männer mit einem chronisch eregierten Penis rum- und alle Frauen permanent auslaufen. Doch Theorie und Praxis stimmen ja selten überein und die nackte Wahrheit ist noch schlimmer. In Deutschland ist der dauergeile Homo Eroticus vom Aussterben bedroht und immer mehr Hausfrauen fühlen sich (wenn man den Anzeigen in den Boulevard-Blättern glauben darf) vernachlässigt. Nur die Bums-Bomber nach Bangok boomen, doch fescher Sex mit unbehaarten Thailänderinnen ist Urlaub von der heimatlichen Zicke und zählt nicht.
Doch auch deutsche Manager haben ihre Probleme einen willigen Partner zu finden. Dabei sind Hochzeiten an der Börse absolut trendy und alle deutschen Bankhäuser leiden förmlich unter Torschlußpanik. Doch deutsche Banken wollen aus Liebe heiraten. Wie naiv und weltfremd. Jede billige Straßennutte weiß es besser. Das beste Gleitgel ist Cash. Bar auf die Hand.
Das Dilemma an dem Wolfgang Weinreich leidet ist ähnlich gelagert. "Alle tun es, doch keiner will sich vereinigen.", jammert der braungebrannte Pensionär. Wolfgang Weinreich ist in seiner Freizeit Präsident der internationalen Naturisten-Förderation. Und wie immer ist die Jugend schuld. Immer mehr ziehen sich nackt aus, doch kaum einer ist bereit, einem züchtigen deutschen FKK-Verein mit Grillabend und Vereinsnadel beizutreten. Dabei könnte er durchaus von dieser lernen, wie man sich zum Beispiel die Vereinsnadel an die stolze Brust pierct, an die nackte natürlich. Doch von der Jugend lernt man nicht. Die deutsche Jugend erzieht man und erzählt ihr nudistische Wehrmachtsabenteuer von nackten russischen Frauen. Die waren auf eine Vereinigung immer geil und standen auf teutonische Übermänner. Woran sich bis heute ja nichts geändert hat. Darum mein Ruf an die Politik. Nehmen sie sich endlich des Luststaues an. Befreien sie dieses Land dauerhaft von seiner Vereinigungsneurose. Jeder Tag soll ein 03. Oktober sein. Herr Jürgen Rüttgers ich flehe Sie an. Gründen Sie einen Verein für nacktbadende Manager. Kämpfen sie gegen importierte asiatische Luxuslustmodelle, die deutsche Hausfrauen überflüssig machen und geben sie der frustrierten Männerschar eine neue erotische Vision. Falls sie auf die schnelle keine parat haben sollten, schlage ich vor: KINDER STATT INDER!

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Krischan von Schoeninger

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