Jeden Morgen um halb sieben in Deutschland rüttelt die chronische Morgenlatte jeden sexuell unausgelasteten Mann mit einem dreifachen "Hallo, ich bin geil, ich bin geil ich bin geil" aus dem Schlaf heraus. Gähnen, Körper strecken und mit ein paar geübten ruckhaften Handbewegungen die Morgenlatte melken, welche ungeniert gegen die Bettdecke klopft.Nun gut, für ein paar Stunden gibt sie Ruhe. Doch spätestens auf Arbeit, wenn die kurzberockte Praktikantin mit der Oberweite XXL durch den Flur tänzelt, ist es damit vorbei. In der viel zu engen Hose schreit eine hungrige Mittagslatte: "Mahlzeit. Ich will Fleisch. Ich bin geil auf frisches junges Praktikantinnenfleisch mit großen Brüsten und einem großen Lutschmund." Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, so kann es nicht weitergehen. Ein reales Weib muß her. Und zwar möglichst schnell, willig, preiswert und ohne nervende Verpflichtungen. Die Kolleginnen scheiden genauso aus wie die Nachbarin. Partys vielleicht, doch im Moment ist keine geplant und die meisten kommen sowieso mit ihrem Freund. Hoppla, was bleibt da noch übrig? Die Mittagslatte reibt sich an der Jeans und verlangt eine Lösung. Da der rettende Gedanke. Annoncen! Warum nicht! Schamesröte steigt ins Gesicht. Puuh, Annoncen, das ist doch was für Loser. Nicht mein Niveau. Doch hat nicht andererseits, die schicke Manuela ihren Mann auf diese Weise gefunden? Nur rein informativ und um so zum Spaß, wäre es doch durchaus denkbar auf diese Methode zurückzugreifen. Es ist zweifelsohne eine vollkommen unverbindliche Art neue Bekanntschaften zu schließen. Wenn sie einem nicht gefällt, kann man aufstehen, gehen und sieht sie nie wieder. Toll. Jawohl.
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Krischan von Schoeninger
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Schnell das Heft mit den Anzeigen aufgeschlagen, Rubrik Bekanntschaft, denn nur hier geht es um Sex. Also mal schauen: "Rubensfigur sucht..." - zu Fett, weiter - "zärtliche Schmusekatze..." - ich will Sex und kein Fell kraulen, weiter - "Nichtraucherin..." - ich brauche meine Zigarette danach, weiter - "attraktive, gestandene Frau mit Durchblick..." - trägt eine Brille und muß sich zehn Jahre jünger schminken und weiter geht’s nicht. Die chronische Mittagslatte droht in der Hose zu explodieren. Warum nicht mal eine Professionelle? Eine leckere Thai oder ein tabuloses polnisches Strapsmodell. Jasmin, unbeharrt und schüchtern wäre auch nicht schlecht. Halt was ist das?
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Oh mein Gott, Rentnersex! Dafür auch noch Geld ausgeben? Niemals. Die Mittagslatte ist bei der berechtigten Frage, ob diese Damen bei einem Blow-Job ihre Prothese im Mund behalten oder nicht, empört in sich zusammengefallen. Tief durchatmen. Glück gehabt. Denn merke: Hilf dir selbst, dann hilft dir Onan. Das ist billiger, man muß nicht in der Kälte nach Hause gehen und fängt sich keine Krankheiten ein. Und aus diesem Grund bleiben Sie immer sauber, moralisch und anständig und grüßen Sie mir alle, die Sie barfuß treffen.
Copyright Krischan Schoeninger 2001
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