Seit tausenden von Jahren spielt sich auf dieser Welt täglich folgendes Drama ab. Zwei Männer (manchmal sind es auch mehr) lieben ein und dieselbe Frau. Einer ist in diesem Spiel zuviel und keiner will es sein. Was tun? Vielleicht die radikalste, wenn auch eine etwas aufwendige Lösung unternahmen die alten Griechen: Nachdem die schöne Helena mit Paris durchgebrannt war, trommelte ihr rechtmäßiger Mann Menelaos halb Griechenland zusammen und belagerte zehn Jahre lang Troja. Mit dem Ergebnis, daß, weil zwei Männer auf eine Frau scharf waren, unzählige Menschen starben, eine Stadt verwüstet wurde und Homer einen Bestseller schrieb. Stellen sie sich einmal vor, Nikita Chruschtschow hätte in der UNO-Vollversammlung nicht nur mit dem Schuh auf den Tisch geschlagen, sondern sich nebenbei in Jackie Kennedy verliebt. Nicht auszudenken welchen Verlauf die Kuba-Krise genommen hätte - und um welches Lied der Beatles wäre die Menschheit heute reicher? Vermutlich haben unsere Politiker im Lauf der Jahrhunderte also etwas dazugelernt, im Gegensatz zu jenen Mitbürgern von denen uns immer wieder mahnend die Boulevard-Presse zu berichten weiß. So gelangt mindestens einmal pro Woche irgendwo irgendein eifersüchtiger Mann zu jener zweifellos richtigen wie fatalen Schlußfolgerung. Kein Standesbeamter wird meine ehemalige Freundin mit einen Toten trauen. Siegessicher, hoffnungsfroh und mit der felsenfesten wie falschen Annahme das SIE IHN automatisch wieder liebt, rammt er seinem Nebenbuhler das Messer in die Brust. Sie kehrt auch meist zu ihm zurück. Allerdings dann in Begleitung der Polizei und einer Anzeige. Der Nebenbuhler kuriert daraufhin im Krankenhaus entweder seine Verletzung aus und ist auf Jahre der ungekrönte König. Oder er stirbt und mutiert in ihren Augen mangels Gegenbeweis vollends zum Heiligen. Doch nicht minder untauglich ist die gegenteilige Variante. Bei dieser hofft der hingehaltene Bewerber auf Erfolg, wenn er an das Mitgefühl seiner Angebeteten appelliert. Ein Sprung in die Tiefe oder eine Packung Schlaftabletten sind seine romantische Verlockung. SIE wird sich Vorwürfe machen, sich nicht eher für ihn entschieden zu haben und seine geschwächte Hand halten. ER wird ihr vergeben und tapfer gegen den Tod kämpfen. In der Realität liegt sie jedoch im Bett des ANDEREN, der sie ordentlich durchpoppt und sie wird jede moralische Verantwortung für seinen Selbstmord ablehnen. Anstelle eines schlechten Gewissens wird sie maximal denken "Was für ein Idiot!" und hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Doch was lieber Leser, wenn Sie darauf verzichten ihren Nebenbuhler zu verprügeln, wenn Sie nicht nächtelang vor der Tür der Begierde liegen um ihre Liebe zu demonstrieren. Was, wenn Sie der Frau vielmehr Zeit, Geduld, Zärtlichkeit und Verständnis entgegenbringen und Sie sich dennoch nicht für Sie entscheiden kann. Dann sollten sie beginnen sich für die fiesen Tricks und Methoden zu interessieren, mit deren Hilfe Sie den gewünschten Erfolg anstreben können. Denn wie heißt es schon bei Ovid1 "In der Liebe und im Krieg sind alle Mittel erlaubt." ALLE!!! Nur muß Mann sie kennen und zur rechten Zeit gebrauchen können. Eine Kunst also, die sich Gott sei Dank erlernen läßt und wenn ich Lust habe, dann verrate ich sie Ihnen auch ein andermal an dieser Stelle. Aber ansonsten, bleiben Sie anständig, moralisch und sauber und Grüßen Sie mir alle, die sie barfuß treffen.
Copyright Krischan von Schoeninger 2000
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Krischan von Schoeninger
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