Es ist kurz vor Sieben an einem Donnerstagabend im Januar. Jean-Pierre ertappt sich dabei, dass er schon wiedermal zu früh zum Treff kommt und nun ruhelos auf dem zugigen Bahnsteig auf und ab läuft. Wie wird sie aussehen, die er heute zum ersten Mal sehen wird und bisher nur vom Telefon kennt? Ihm fällt im Auf und Abgehen auf, dass die Leute ihn argwönisch beobachten. Liegt es an seiner imposanten Statur von fast Zwei Metern und einem Kopf der dem von Beethoven ähnelt, oder liegt es daran, dass er grossen Schrittes in seinem schwarzen Umhang mit dem roten Innenfutter auf und ab läuft? Er weiss es nicht, Züge fahren ein und aus und er kennt bereits jeden Zentimeter des porösen Betons auf dem er hin und herläuft. Und wieder ist da diese Lautsprecherstimme, die zum wiederholten Male verkündet, dass der Teschöveh nach Lyon dreissig Minuten Verspätung hat. Immer wieder schaut er auf die Uhr, aber es sind - leider - erst wenige Minuten vergangen und ihr Date ist erst um Acht. Madeleine soll sie also heissen, hat ihm seine Untermieterin Chantal erzählt. Und Chantal meinte noch, Madeleine, gerate immer an die falschen Männer die sie nicht als Frau begehren würden. Er zügelt seine Schritte und bedauert, dass er nicht noch länger zuhause blieb, aber die innere Unruhe liess ihn eher fahren. Da - ist sie es? Die dort an der Säule mit der roten Reklame steht? Langsam bewegt er sich auf sie zu und sie lächelt unter ihrem imposanten Hut, auf dessen Krone bunte Vögel ihr Nest gebaut zu haben scheinen. 'Lass uns etwas trinken' säuselt er und nimmt sie beim Arm -wie oft hat er diesen Satz schon in seinem Leben gesagt? Gemeinsam entern sie die kleine Bar an der Ecke, in deren Mitte der riesige Kandelaber hängt und an deren Wänden die Fackeln in den offenen eisernen Kelchen flackern. Der kleine Holztisch mutet beinahe zerbrechnlich an und die scheinbar lieblos darauf gesetzte Kerze flackert wild als sie sich hinsetzen. "Was möchtest Du trinken", fragt er sie. Und gemeinsam entscheiden sie sich für einen warmen Cabernet Sauvignon, dessen dunkelrote Farbe gut zur ihren Lippen passt, wie er findet. Ihr dunkles Kostüm mit den paillettierten Ärmeln schmiegt sich eng an ihren wundervoll-schlanken Körper und aus dem Rock der lang zum Boden hängt, lockt ein kleiner fester Po. Ihre kurzen Haare die sich an den Spitzen ringeln verführen ihn danach zu greifen und sie zu streicheln, aber er weiss nur zugut, dass er behutsam vorgehen muss. Nach anfänglicher Konversation, fasst er schliesslich über den Tisch, nimmt ihre Hand in seine und küsst sie sanft und als er merkt, das sie die Berührung mag, küsst er ihre Fingerspitzen, ihre Knöchel und ihre Arme. Sie rrötet und rutscht nervös auf ihrem Stuhl hin und her als er beinahe gleichzeitg mit einem Finger ihrer Wirbelsäule entlangstreicht. "Du weisst genau, wie man eine Frau anfasst und sie verwöhnt", sagt sie und statt einer Antwort lässt er seine lange Zunge sanft über ihre Handfläche schnalzen. Sie errötet erneut und zieht schnell ihre Hand zurück. "So schnell nicht, mein Lieber, ich bin noch nicht so weit", sagt sie, lächelt aber verschmitzt dabei und er weiss genau, was dieses Lächeln bedeuten soll. Er erzählt ihr was von seiner grenzenlosen Schüchternheit und auch davon, dass er eher introvertiert sei, doch dabei wandern seine Finger wie ferngesteuert über ihre Hände, Finger, Arme und schliesslich zu ihrem Hals den sie liebkosen. Dann fällt ihm auf das sie sich öfter durch die Haare fährt und er erinnert sich in diesem Moment an seine alte Freundin Annabel, mit der ihn eine langjährige erotische Beziehung verband und die ihm immer gesagt hatte, 'wenn sich eine Frau durch die Haare streicht, fehlt ihr Zärtlichkeit'! Sofort ist seine Hand dort, wo sie sich eben selbst noch streichelte, er krault ihre Haare und fährt mit seinem Zeigefinger sanft, aber druckvoll an ihrem Hals entlang, um ihr Kinn herum und streicht mutig bis zum Ausschnitt ihres Pullovers, den sie wegen der eisigen Kälte draussen angezogen hat. "Lass uns gehen, hier sind mir zu viele Leute", meint sie plötzlich. Er zahlt, und gemeinsam gehen sie hinaus und besteigen einen einfahrenden Zug, um zu ihr im vierten Bezirk zu fahren. Kaum haben sich die Türen geschlossen, beginnen sich ihre Zungen miteinander im offenen Teil vor ihren Lippen zu berühren und umeinander zu wickeln. Alles um sie Beide verschwindet, die sehnsüchtigen Blicke der langhaarigen Blondine die sich dort drüben in die Polster gedrückt hat, oder der lustvolle Blick der kurzhaarigen Braunen, die sich selbst genussvoll über ihre Lippen leckt. Alles um sie herum verschwindet und es hat den Anschein, als ob nur sie Beide hier alleine sind. Quietschend hält der Zug am Bahnhof an und engumschlungen wandern sie zwischen den altehrwürdigen Eichen und Platanen entlang, überqueren die Strasse und tauchen ein in den stillen Park mit den zugedeckten Wasserfontänen. Sie bleiben stehen, der bleiche Mond fächelt ihnen sein fahles Licht zu, während er ihren kleinen Kopf sanft nach hinten drückt und seine feuchte Zunge sich der ihren widmet, während seine schlöangenähnlichen Arme sie umfassen und seine Hände überall zu sein scheinen. "Du bist eine wunderschöne Orchidee" raunt er ihr zu, und sanft fährt derweil seine Zungenspitze an ihrem Hals entlang. Nur noch wenige Meter und sie stehen vor einem alten Haus, dessen enorme Figuren aussen an der Haus-Wand mit grossen Augen sie beide zu beobachten scheinen. Sie kramt nach dem Schlüssel und während seine Finger über ihre Arme, ihren Hals und an ihrem Rücken entlang streichen, betreten sie das Haus und bald schliesst sich die schmiedeeiserne Tür des kleinen und engen Fahrstuhls hinter ihnen. Wann fuhr er das letzte Mal mit so einem Lift nach oben? Richtig, es war in München direkt an der Isar im exclusiven Lehel. Mit einem unmerklichen Stop bleibt der Lift stehen und gemeinsam, engumschlungen, betreten sie alsbald ihre Wohnung mit dieser endlos scheinenden vorgelagerten Dachterrasse und dem grandiosen Blick auf die Stadt der Kirchen und dem eisernen Turm. Der Blick aus dem fünften Stockwerk ist atemberaubend. Sie reicht ihm die frischen Feigen und die Champagnerflasche die er gekonnt entkorkt, um dann die Gläser zu füllen. Dabei schweift sein Blick über die unzählichen flackernden Kerzen die sie inzwischen angezündet hat und die den Raum in ein warmes, mildes Licht eintauchen in dem es zudem nach Rosmarin, Lavendel und Rosen riecht. Er öffnet zuerst eine der frischen Feigen und gemeinsam essen sie das zarte Fruchtfleisch während ihre Zungen wieder umeinander tänzeln. Der Champagner mundet und während sie ihm den Rücken zudreht und sich an ihn schmiegt um das Glas in der Hand ebenso den Blick über die Lichter-Stadt zu senden, schiebt er ihr sanft die Finger in den Nacken und beginnt druckvoll an den einzelnen Wirbeln ihrer Wirbelsäule entlang zu streichen, während seine anderen Finger die steifen Spitzen ihrer Knospen kneten und sie anschliessend lustvoll zu zerdrücken beginnen. "Nicht so fest", stöhnt sie auf, dann beginnt sie sich auszuziehen, wobei sie den hauchdünnen String anbehält und sich langsam auf den breiten Diwan gleiten lässt der direkt unter der risiegen Glaskuppel steht, die mitten auf dem Dach thront. 'Wann hat er das letzte Mal eine "Sie" unter dem Sternenhimmel verwöhnt', denkt er, aber ihm scheint es ist lange her. Er zieht sich halb aus und beginnt mit Fingern und gleichzeitig mit seiner feuchten Zunge an ihren Beinen entlang zu streicheln, zu den Knien zu wandern, sie sanft zu umkreiseln, ihren Bauch zu verwöhnen, an ihren Armen und Schultern zu beissen und zu knabbern. Seine Finger, die sonst nur die weissen Tasten seines weissen Pianos zum klingen bringen, streichen sanft über ihre Schenkel, Bauch und Brüste und gleiten über ihren Hals. Und langsam, wie in Zeitlupentempo lässt er seine Zunge an ihren Hals, ihrem Nacken, in ihr Ohr gleiten. Sie wirft den Kopf lustvoll hin und her und stöhnt, aber seine Finger streicheln sanft wie auf der Klavatur des Pianos. Er sieht ihren bettelnden Blick, doch hart knetet er ihre Nippel und dann beginnt er seine Zunge um ihre Höfe zu kreiseln, ohne dabei die steifen Spitzen zu berühren die sie ihm mehrfach entgegenreckt und ihn bittet sie nicht zu vernachlässigen. Langsam streift er den hauchdünnen String herunter un beginnt das 'Spiel der tausend Feigen'. Damit beschert er ihr den ersten Höhepunkt. Über seine Mundwinkel läuft das duftende Nass aus ihrer Feige, als er sich schliesslich aufrichtet und einen Spritzer Champagner auf ihren heissen Körper fallen lässt, um diesen sogleich von ihr herunterzuschlecken. Und während sie aus seinem Glas trinkt, streicheln seine Hände unablässig über ihren Körper. Und langsam nimmt sein restlicher Körper zärtlichen Besitz von ihr. Und während in der Hitze der Lust und Hemmungslosigkeit die Stunden der Nacht verfliegen und die Sonne ihre warmen Strahlen über die Dachterrasse nach ihnen ausstreckt, vermischen sich die Gerüche der Nacht mit den Düften des beginnenden Morgens.
Copyright Enzio Guratzsch 2004
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Enzio Guratzsch
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