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1998 - 2002

 

Interview mit B. Kempen

Interview mit Bernhard Kempen
über die Erotik-Nacht des 2. Berliner Lesemarathons am 30.5.2002


Wie sind Sie dazu gekommen, die „Berliner Ficktionen" zu organisieren und zu moderieren?

Es begann eigentlich damit, dass ich im letzten Jahr einer der Autoren war, die zur „Trash-Nacht" gelesen haben, einem Programmpunkt des 1. Berliner Lesemarathons. Da ich dort einen erotischen Text vorgetragen hatte - den Sketch „Muschi Üller und die Seiferucht" - schlug Frank Böhmert, der Moderator der „Trash-Nacht", vor, ich solle doch in diesem Jahr eine Erotik-Nacht veranstalten.

 

Was ist die Idee des Berliner Lesemarathons?

 

Bernhard Kempen

Wie der Titel schon andeutet, ist das eine Reihe mehrerer Lesungen, die über eine Woche läuft - in diesem Jahr vom 27. bis zum 31. Mai. Sie wird vom VS veranstaltet, das ist der Verband deutscher Schriftsteller. Es sind insgesamt fünf Lesungen, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen. Diesmal sind es Berliner Kiezliteratur, Jugendliteratur, Krimis, Erotik und als Abschluss am Freitag der Poetenball. Bei jeder Lesung treten ein Dutzend Berliner Autoren auf, die jeweils zehn Minuten aus ihrem Schaffen vortragen.

Was haben wir von der Erotik-Nacht zu erwarten?

In erster Linie jede Menge Erotik! Es freut mich ganz besonders, dass ich eine Reihe sehr interessanter Namen aus der sehr aktiven Berliner Szene gewinnen konnte. Vor allem Annette Berr und Bridge Markland dürften mit ihren Büchern und regelmäßigen Solo-Auftritten vielen Lesern, Hörern und Zuschauern bekannt sein. Tube, Xóchil A. Schütz und Krischan Schoeninger sind zweifellos all jenen ein Begriff, die die spannenden Berliner Vorleseshows verfolgen. Nicht zu vergessen Frank Brückner, Suzanna Adam und Ulrike Warmuth, die es genauso verstehen, ihr Publikum zu fesseln. Daniel Knillmann und Peter Hofmann lesen aus ihren viel beachteten Büchern, und Salean A. Maiwald und Anna Hoffmann werden uns mit erotischer Lyrik verführen.

 

Bridge Markland und Suzanna Adam

Das klingt nach einem breit gefächerten Angebot.

Ja, es ist fast alles dabei, was man sich wünschen kann. Von lustig bis ernst, von Lyrik bis Prosa, von verspielt bis deftig, von hetero bis homo ...

Entspricht diese Vielfalt Ihren persönlichen Vorlieben?

 

Aber selbstverständlich! Das heißt, sofern Sie diese Frage auf die Literatur beziehen ... Schreiben und Lesen sind wunderbare Möglichkeiten, sich mit der Vielfalt des menschlichen Lebens auseinander zu setzen. Das habe ich in meinem eigenen Erotik-Thriller Der Gourmet getan, und genauso gerne lese ich über Dinge, die mir so, wie die Autoren sie schildern, wahrscheinlich nie passieren werden.


Wird es auch im nächsten Jahr wieder eine Erotik-Nacht geben?

Warten wir erst einmal ab, wie die diesjährige Veranstaltung beim Publikum ankommt. Nicht jeder verkraftet fast drei Stunden geballten Sex ... Aber die „Berliner Ficktionen" werden in jedem Fall Folgen haben.

Anna Hoffmann und Tube

Ich arbeite bereits an der Zusammenstellung einer Anthologie mit Texten aus der Berliner Erotik-Literatur-Szene, die vermutlich noch im Herbst dieses Jahres im Shayol Verlag herauskommen wird.

Darauf sind wir sehr gespannt. Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch!

 

 

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