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1998 - 2002

 

Erotik mit Zukunft

Beate Uhse - Erotik mit Zukunft Teil 1 - Shops und Visionen

 

Beate Uhse - Gründerin des gleichnamigen Konzerns rund um den Handel mit Erotika - verstarb am 16.07.2001 an den Folgen einer Lungenentzündung. 

Bis zu ihrem Tode war sie Aufsichtsratvorsitzende, hatte die Geschicke des Konzerns jedoch bereits zehn Jahre zuvor in die Hände erfahrener Manager gelegt. Zur Zeit wird das Unternehmen von einem starken Tandem geführt. Interessant also, sich einmal dieses Duo näher anzuschauen und auch festzustellen, ob es den Konzern nach vorne bringt, oder ob es Stagnation gibt. 
Um es vorwegzunehmen - der Konzern entwickelt sich - auch zur Freude der Aktionäre - hervorragend. 
Doch beginnen wir mit den beiden hierfür verantwortlichen Personen. 
Das Tandem besteht zum einen aus Herrn Otto Christian Lindemann.
Er ist zuständig für den gesamten Finanzbereich, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die strategische Ausrichtung des Konzerns. Gleichzeitig hat er die Funktion des Vorstandssprechers inne.

Otto Christian Lindemann, ehemals Fielmann - Manager und nun CFO von Beate Uhse

Gerard Cok, ehemals Inhaber und Geschäftsführer von Pabo b.v., nun COO bei Beate Uhse

Zweiter Kopf des Tandems ist Herr Gerard Cok. In seiner Verantwortung liegt der komplette und komplexe Trading-, und Entertainment-Bereich. Gleichzeitig ist er auch Chef von Sanderejin bv - den von Beate Uhse übernommenen Chops in Belgien und Holland.
Der gebürtige Niederländer war einst Inhaber und aktiver Geschäftsführer der niederländischen Pabo b.v. - einem Erotik-Unternehmen, welches von Beate Uhse 1999 übernommen wurde.

Die Visionen der beiden Manager sind klar und längst an das Unternehmen kommuniziert - die Marktführerschaft im Bereich der Erotik-Anbieter. 
Und auch die Wege, um dieses Ziel zu erreichen sind den Fachmännern vertraut. So haben sie frühzeitig erkannt, dass die Marke Beate Uhse in in ihrer jetzigen Aufmachung

nicht unbedingt den Nerv der Zeit trifft. Dies gab Lindemann in einem Interview mit der Financial Times Deutschland offen zu. 
Dort sagte er: 
"Unser Label ist natürlich stark mit der Person Beate Uhse verbunden. Die Marke ist zwar positiv besetzt, hat aber durchaus auch Runzeln und Fältchen. Wir müssen aufpassen, dass wir dem gesellschaftlichen Wandel nicht hinterherlaufen". 
Womit er Recht haben könnte, denn gerade in den letzten Jahren sind Erotik-Geschäfte wie Pilze aus dem Boden geschossen, der Konkurrenzdruck im Shopbereich daher enorm groß.
Zudem sind die Kunden von heute anspruchsvoller, nutzen ihre doch recht zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten intensiver und legen Wert auf ein ansprechendes Ambiente der Läden und auf freundliche sowie kompetente Mitarbeiter bzw. Verkäufer. 

Shop in der Zentrale Flensburg in typischem Ambiente. 

Hat Beate Uhse gerade in Sachen Kompetenz und Freundlichkeit der Verkäufer keinen großen Nachholbedarf - wurden die Läden des Konzerns bei einem großen Vergleichstest unter Hamburger Erotikshops der Zeitschrift Prinz doch mit drei von fünf möglichen Sternchen bewertet - gibt es im Design und vor allem in den ausländischen Shops einigen Nachholbedarf.
Dies hat auch Herr Lindemann erkannt, der
darum eine strategische Neuausrichtung des

Konzerns und auch der Läden an sich befohlen. 
Zum einen soll der Erfolg durch ein strafferes Sortiment herbeigeführt werden. 
In den letzten Jahren hatte das Sortiment durch Übernahmen anderer Firmen stark zugenommen. Dem soll nun entgegengewirkt werden. Auch schon dadurch, dass Brands wie Dr. Müller und vor allem die ausländischen Unternehmen stärker an den Konzern gebunden werden und es eine europaweite Dachmarke Beate Uhse geben wird.
Wie bereits erwähnt wird auch das Design der Läden überarbeitet. Laut eigenem Bekunden erreicht das bisherige Shopkonzept gerade mal zehn Prozent der männlichen Bevölkerung. Zu wenig für ihn und zu wenig auch für das Ziel der Markführerschaft. 
Zudem sind lediglich knapp zehn Prozent der Kunden weiblich - im Gegensatz zu den 30 Prozent beim Versandhandel. 
Auch hier muss laut Lindemann etwas geschehen, um diese Quote deutlich zu verbessern.

 Ein Ansatz sind neue Konzepte mit entschärften Sortimenten. Hell und freundlich, so dass Frauen die Scheu vor dem Betreten des Laden genommen wird. Erste Versuche mit diesem Konzept laufen zur Zeit in Norwegen. Bei einem Erfolg steht eine Übernahme des Konzeptes nach Deutschland nichts im Wege. Um so mehr, als dass dieses Konzept auch die Lösung eines anderen Problems darstellen könnte - die Genehmigung neuer Läden wie etwa in der Mönckebergstraße Hamburg. 

Zentrale des Konzerns in Flensburg, auch "Das Sexeck" genannt. 

Denn nicht immer sind die Verantwortlichen der Städte von der Idee begeistert, harten Sex in ihrer Einkaufsmeile vorzufinden. 
Ein weiteres Problem speziell der übernommenen, ausländischen Läden: die Corporate Identity. Mit ihr es laut des Konzerns nicht weit her. Wichtig also, hier eine einheitliche Linie hineinzubringen, welche den Wieder-erkennungswert steigert und das positive Image des Konzerns transportiert.
Beim Gewinn zumindest haben Lindemann und Cok ihr Ziel bereits erreicht - denn der Mitbewerber Playboy schrieb 2001 rote Zahlen. 
Doch noch liegt ein langer Weg vor dem Konzern Beate Uhse und seinem dynamischen Duo. Ob und wie weit die gesteckten Ziele erreicht werden, wird sich zeigen. 
Die Aktie zumindest notiert zumeist stabil bei einer 52-Wochen-Spanne von 9,85 - 12 Euro. 

Quellen: 
Beate Uhse Pressematerial
Financial Times Deutschland
PRINZ - Magazin

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