S/M in Bankok

S/M in Bankok

Mistress Pai Ling
Mistress Pai Ling

Von allen Recherchen war dies die schwierigste, ich habe mich etwas dumm angestellt, zugegeben.
Für mich und meine Freunde (naja, besser Freundinnen) ist Bondage, Domination, s/m und alles was damit zusammenhängt etwas, was man/frau aus Freude macht. Es ist etwas intimes, es soll sexuell anregend sein und vor allem Spaß machen. Ich will nicht dafür bezahlen, das ist der wichtigste Punkt.
Man trifft sich mit Gleichgesinnten zu Parties, verabredet sich dann zu kleineren Sessions, aber erst, wenn sich alle gut kennen. Vertrauen ist ganz wichtig. Das habe ich eigentlich gesucht in Bangkok, und das war auch der Fehler.
Es gibt keine "Szene" in Bangkok*, nur einige wenige Lokalitäten mit Dominas. Nicht im Vergnügungsviertel rund um Pat Pong Road, nein völlig versteckt in den sogenannten "besseren Vierteln".
Dank an dieser Stelle an Bernhard Trinks, Urgestein der Nightlife-Community in Bangkok. Er hat mir die entscheidenden Tipps gegeben und mich dann auch mitgenommen. Er ist mit dem Vietnam-Krieg als GI nach Bangkok gekommen und dann hängen geblieben. Mit Bernhard habe ich einen Führer, der eher an watering-holes wie er es nennt, denn an Hardcore Sex interessiert ist.

Mistress Lisa
Mistress Lisa

Er ist ja auch nicht mehr der jüngste, und für Peitschen hat er sich ohnehin nie begeistern können. Nite Owl heißt seine regelmäßige Kolumne in der Bangkok Post.
Was es an s/m-Angeboten gibt, richtet sich in erster Linie an schwer masochistisch veranlagte Männer, Ausländer bevorzugt. Dafür ist es luxuriös, wie nirgendwo auf der Welt. Und es kostet natürlich Geld, so um die 100 $ pro Stunde. Das ist nichts für den normalen Sex-Touristen, der eine schnelle und billige Nummer sucht, homo oder hetero. Bernhard hat ein Etablissement ausfindig gemacht und für uns einen Besuchstermin vereinbart.
Wir fahren Vormittags zu dem vereinbarten Treffpunkt. Vormittags deswegen, weil der Verkehr uns entgegenkommt, es geht nämlich stadtauswärts. Bangkok hat keinen Stadtrand sagt Bernhard, aber . es franst irgendwie nach vielen Kilometern aus, dann kommen Reisfelder. Das ist das sichere Zeichen, das man draußen ist. Es gibt weder eine definierte Stadtgrenze oder Stadtschilder. Von der Stadtmitte, die man zwar nicht exakt geografisch aber auf doch sinnvoll mit dem Königstempel definiert, fährt man bis zu vier Stunden stadtauswärts.

Millionenmetropole Bankok
Millionenmetropole Bankok

Bangkok wuchert wie ein Geschwür. Haben sich früher die ärmeren Bevölkerungsschichten "am Rand" angesiedelt, sind es heute aufstrebende Firmen und sogenannte "urbanizations" oder Wohnparks. Das sind eingefriedete Siedlungen, meist Eigenheime, wo die typischen Kleinfamilien wohnen. Kleinfamilie heißt ein oder zwei Kinder, Vater und Mutter arbeiten. Von morgens früh bis spät abends, Pendelzeiten von 2 bis 3 Stunden sind keine Seltenheit.Und die Kinder bleiben halt auch solange in der Schule. Wer ein Auto hat, benutzt es auch. Anders als Tokyo hat Bangkok kein vernünftiges Nahverkehrssystem.
Singles und sehr gut verdienende Familien nehmen bevorzugt ein "Condo", Condominium eigentlich auf Englisch, Eigentums, -oder Mietwohnungen in Wohntürmen. Die sind dann mehr im Zentrum, da ist die Anreise zum Arbeitsplatz nicht ganz so lang.
Gemeinsam ist beiden Wohnformen die Zugangskontrolle. Die Parks sind mit einer Mauer umschlossen , am Tor gibt es Wachleute. Ein Condo kann man nur durch den Haupteingang betreten, da erübrigt sich die Mauer. Die Wachleute sitzen in der Eingangshalle. Der Grund ist klar: Die Wohnungen stehen den ganzen Tag über leer, Einbrecher könnten bequem eine nach der anderen ausräumen.
Wir kommen nach zwei Stunden Fahrt an einem solchen Wohnpark an. Es gibt hier neben dem eigentlichen Park mit kleinen Häusern auch einige größere Bauten im typisch neuthailändischen Stil. Das ist irgendwie eine Mischung aus Disneyland, Bayern und Bauhaus. Nach westeuropäischem Geschmack vielleicht nicht immer ästhetisch, aber jedenfalls eindrucksvoll.
Vor einem solchen Bau halten wir, auch er ist mit einer Mauer umgeben. Es gibt einen Pförtner, der uns erst nach Rückfrage im Haus einläßt. Das Anwesen ist ziemlich groß, sehr gepflegt und hat sogar einen Pool. Es sieht nach ziemlich viel Geld aus.

Mistress Victoria
Mistress Victoria

Mrs. Charoensuk macht uns selbst die Tür auf und begrüßt uns in hervorragendem Englisch. Wir werden hereingebeten, das Haus ist angenehm kühl. Die Thais gegen Unsummen für Aircondition aus, obwohl man eigentlich mit einer vernünftigen Bauweise und Ventilatoren besser leben könnte. Der Stromverbrauch muß aberwitzig sein, das ist, als ob man in Europa nur elektrisch heizen würde. Frau Charoensuk, das ist ein typisch thailändischer Name, geleitet uns in eine Art Empfangsraum mit diesen grauenvoll unbequemen, aber sehr schönen geschnitzten Teakholzsesseln. Eiswasser steht nach thailändischer Sitte für jeden bereit. Das Haus ist ansonsten eher schlicht im Inneren. Teakholz-Parkett und gestrichene Wände, einige in hellblau, das einem die Augen wehtun. Wenig Möbel, wenig Dekoration, soweit man jedenfalls sehen kann. Bernhard spricht fließend Thai mit heftigem Akzent, bleibt aber erstmal beim Englisch. Nach kurzem Austausch von Höflichkeiten kommt er dann auch gleich zur Sache.

Mistress Tiger
Mistress Tiger

Midorii sei doch kein thailändischer Vorname, ob das nur für Ausländer wäre ? In der Tat, antwort sie, in der Branche haben alle japanische Vornamen angenommen, das wäre schon lange so. Und die original Thai-Namen könne sowieso kein "Farang" aussprechen. Und schließlich sei alles, was mit Sex zu tun hat, schon immer japanisch gewesen. Badehäuser heißen Atami, Sayurii und so weiter.
Dann klatscht sie in die Hände und ruft etwas, worauf nach kurzer Zeit fünf entzückende junge Damen kommen. Sie begrüßen uns sehr höflich mit dem Wai und Frau Charoensuk stellt sie uns einzeln vor, ebenfalls mit japanisch klingenden Vornamen.
Das wären die Vollzeit-Dominas, erklärt sie uns.
Nun stelle ich mir unter einer Domina ja etwas ganz anderes vor als so ein kleines zartes Geschöpf. Angezogen sind sie schon mit Arbeitskleidung, aber äußerst keusch. Bis auf eine alle in Lack und Leder. Da ist der Busen vollständig bedeckt, und die Höschen oder Röcke würden auch glatt in jeder Bar durchgehen, ohne daß die Polizei Einwände hätte. Nicht, daß man die Einwände nicht mit Geld aus der Welt schaffen könnten, aber ich fand es sehr bemerkenswert.

Örtlichkeit für Doktorspiele
Örtlichkeit für Doktorspiele

Eine Dame war als Krankenschwester gekleidet, mit weißem Kittel und Häubchen. So stellt man sich wohl eine liebevolle Pflegerin vor.
"Wir machen gleich einen Rundgang", erklärt uns Frau Charoensuk , aber erst will sie uns ihr "Geschäft" erläutern.
"Wir bieten unseren fast ausschließlich männlichen Kunden alles an, was es gibt, außer Geschlechtsverkehr. Die Mädels hier sind alle noch Jungfrauen.
Seit kurzem nehmen wir auch Paare an, aber keine Frauen alleine. Die können dann Geschlechtsverkehr miteinander haben, wobei wir gerne Hilfestellung geben, oder auch nicht." Ob ich das mit den Jungfrauen richtig verstanden habe, weiß ich nicht. Sie sehen aber irgendwie unschuldig aus.
"Der Service beginnt mit dem Abholen vom Airport oder Hotel. Bis auf ein paar Residents kommen alle Gäste aus dem Ausland. Die meisten aus USA, ein kleiner Teil aus Japan. Wir haben noch eine Dependance in Chicago" fügt sie hinzu.
"Die entsprechenden Wünsche sind schon vorab übermittelt worden, wir können dann gleich mit dem Programm anfangen. Es gibt die kleine Behandlung mit zwei bis drei Stunden, die mittlere mit etwa fünf Stunden und die Tagesbehandlung. Außerdem können unsere Gäste auch über Nacht bleiben, wenn sie es wünschen.

eine weitere Räumlichkeit
eine weitere Räumlichkeit

Wir bieten volle Verpflegung und freie Getränke, aber viele wissen das garnicht zu schätzen mit einem Knebel im Mund." Sie lacht verschmitzt.
"Als Behandlung gibt es das übliche: Fesseln, Peitschen, Stiefellecken, Trampeln, Nursery mit Windeln, Klinik," dabei weist sie auf die Krankenschwester, die sich mit den anderen Mädchen mangels Sitzgelegenheit auf den Boden gesetzt hat.
"Hier können sich unsere Kunden informieren, was wir machen können, wenn sie selbst noch keine ganz klare Vorstellung haben", dabei öffnet sie eines der großen Fotoalben auf dem Tisch. "Aber die meisten wissen ganz genau, was sie wollen." Die Bilder zeigen nur Männer in verschiedenen Fesselungen und immer mit verdecktem Gesicht.
"Sehr beliebt sind auch Wachs, Elektrostimulation und Anal-Play, gelegentlich wünscht auch einer Hunde-Training. Selbstverständlich tragen bei der Arbeit alle Gummihandschuhe, und die Instrumente sind sterilisiert. Unsere Krankenschwester hat wirklich Nursery studiert. Sie kann perfekt Katheter legen und Einläufe verabreichen."
Was denn so ein Tag kostet, will Bernhard wissen.
"500 Dollar, alles inklusive, mit zwei Dominas."

Folterkeller in Blau
Folterkeller in Blau

Sie steht auf und bedeutet uns mitzukommen. Im Gehen erklärt sie, daß heute nur ein Dauergast da ist, den wir aber nicht sehen dürfen. Man habe sich ausdrücklich verpflichtet, keine Besucher während einer Behandlung zuzulassen. Im Übrigen sei er nur gewindelt und ans Bett gebunden.
Thailändische Häuser haben keinen Keller wegen der Hochwassergefahr. Also hat man den "Dungeon", das Verließ, zu ebener Erde installiert und die Fenster zugezogen. Es ist alles da, was man braucht. Pranger, Andreaskreuz, Käfig aus Bambus, diverse Spezialstühle, Eisenbetten und so weiter. An den Wänden hängen jede Menge Ledersachen, Ketten und anderes Fesselungsgerät. Auf dem Boden liegt ein Bambusgestell, das mich besonders interessiert.
"Wir lieben lokale Materialen", sagt Frau Charoensuk , die meinen Blick sieht. Vier dicke Bambusstangen bilden ein Viereck, in der Mitte bilden drei dünne Stangen eine Verbindung von oben nach unten. Ketten mit Ledermanschetten sind an den vier Ecken befestigt.
"Please try", sagt sie und winkt zwei der Dominas heran. Die nehmen mich liebevoll rechts und links unter die Arme und legen mich auf die drei Stangen in der Mitte. Dann legen sie mir die Ledermanschetten um die Arme und Füße. Ich liege einigermaßen bequem und warte, ob noch was kommt. Sie schieben sie mir den Rock hoch, um die Oberschenkel mit größeren Riemen an die drei inneren Stangen zu binden. Ich schaue Bernhard fragen an, doch der sagt nur: "Ich habe schon soviel gesehen in den letzten 30 Jahren, davon werde ich auch nicht blind" und grinst.

Webseite von "House of Dominance" in Bangkok
Webseite von "House of Dominance" in Bangkok

Nachdem sie mich festgezurrt haben, heben sie das ganze Gestell hoch, so daß ich aufrecht stehe. "Männer binden wir natürlich andersherum fest, mit dem Bauch zu den Stangen, you know?" und grinst ebenfalls. Ich verstehe voll und ganz und genieße einen Augenblick die Situation. Eigentlich würde ich mich gerne mal von den Mädchen behandeln lassen, aber zu den Preisen? Das behalte ich dann doch lieber für mich.
Ich werde wieder losgebunden und damit ist unser Rundgang auch schon fast beendet. Ein richtiges Kellerfeeling kommt nicht auf, wenn die Sonne durch die zugegeben dicken Vorhänge blinzelt. "Das ist mein Behandlungsplatz!", ruft Bernhard, als er die kleine Bar sieht. Frau Charoensuk erklärt uns, daß es Alkohol nur nach den Behandlungen gibt und für die Dominas strenges Alkoholverbot gilt, vorher wie nachher. "Für Langzeit-Patienten servieren wir natürlich auch ein Bier zum Essen. Die werden dann gefüttert und bekommen das Bier in Babyflaschen serviert. Aber ich lade sie beide jetzt zum Essen ein, wir haben eine sehr gute Köchin. Kommen Sie bitte mit."
Essen in Thailand ist ein "social event", also kommen natürlich alle mit. Es gibt sogar ein richtiges Eßzimmer, wo schon gedeckt ist. Bernhard sagt später zu mir, nach zwei großen Bieren, daß das Essen wohl das beste an dem ganzen Laden sei, er habe lange nicht so etwas köstliches bekommen.
Frau Charoensuk verabschiedet uns mit den besten Wünschen und der Bitte, auf keinen Fall die Lage des Hauses weiterzugeben.
Es war früher Nachmittag, als wir das "House of Domination" verließen und uns in Richtung Zentrum auf den Weg machten.
Longtail zum Oriental, abends:
Einer der besten Plätze in BKK ist gegenwärtig ein German Beer House mit dem Namen Tawandaeng Brew House in der Rama III. Erlebnisbrauerei mit 3000 Plätzen, Weissbier, Starkbier,... Deutsches (Eisbein mit Sauerkraut) und Thailändisches Essen. Als Sahnehäubchen die Band . Jazz und Rock mit thailändischen Elementen. Flügel, Keybord und Steelguitar im Mix mit einem klassischen Thai-Ochestra unter der Leitung eines Farang, der fliessend Thai spricht - Bruce Gaston.

*Ich bediene mich des internationalen Namens, den auch die Thais im Verkehr mit Ausländern benutzen. Eigentlich heißt die Stadt Krung Thep Maha Nakorn ... ( und noch ganz viel Zusätze )

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