Ein Interview mit der Autorin Sabrina Loos

Ein Interview mit der Autorin Sabrina Loos

Sabrina Loos
Sabrina Loos

Erozuna: „Frau Loos, schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben!“

Sabrina Loos:
„Bitte sagen Sie Sabrina zu mir!“

Sie schenkt mir ihr gewinnendes Lächeln. Wir sitzen am Stuttgarter Platz, draußen vor dem Leonhard. Sie hat das Lokal ausgesucht. Es ist eine angenehm unaufgeregte Gegend. Zahlreiche Prominente wohnen hier. An der Ecke steht Lars Eidinger und spricht in sein Handy.

Erozuna: „Sabrina, Sie haben, wie Sie selbst sagen, ein Experiment versucht. Eine Art erotische Fortsetzungsgeschichte.“

Sabrina Loos:
„Wissen Sie. Es war eigentlich ganz banal. Ich hatte Wäsche gewaschen und war dabei, sie aufzuhängen. Sie kennen das sicher. Immer verknäulen sich die Hosenbeine in der Maschine. Plötzlich war der erste Satz da. Ich stellte den Wäschekorb beiseite und setzte mich an den Laptop.“

Erozuna: „Wenn ich die ineinander verknäulten Hosenbeine mühsam auseinander klabüstere, denke ich an Sex. An ineinander verschlungene Leiber, sich wild windend…“, zitiere ich aus Verführt.

Sabrina Loos: „Ich schrieb einfach los. Ich konnte gar nicht mehr aufhören.“

Erozuna: „Wie kamen Sie auf die Idee, die Geschichte in Paris spielen zu lassen?“

„Am Anfang war mir der Ort egal. Mir fiel ein, dass ich noch einkaufen muss. Daher die Supermarktszene. Nachdem die erste Geschichte fertig war merkte ich, sie passt besser zu Paris.“

Erozuna: „In den Geschichten geht es ziemlich explizit um Sex.“

Sabrina Loos:
„Ich spiele mit der Fantasie der Männer. Es gibt genügend von ihnen, die von unkompliziertem, schnellen Sex träumen. So kam mir der Gedanke, eine Nymphomanin zu erfinden, eine Frau, die zufällig einen Mann sieht, der ihr gefällt und ihn sich einfach nimmt. So was gibt es. Trotzdem ist es nicht so simpel. Es dauert bis zur 11. Fortsetzung, an der ich gerade schreibe, ehe sie mit besagtem Jean-Pierre aus dem Supermarkt zur Sache kommt. Natürlich passiert ihr in der Zwischenzeit so einiges, im Zweifelsfall ein Mann.“

Erozuna: „Würden Sie sagen, Sie schreiben hauptsächlich für Männer?“

Sabrina Loos:
„Beim Schreiben ist mir ziemlich schnell bewusst geworden, dass die Geschichte eher männliche Leser ansprechen würde.“

Erozuna: „Was reizt Sie daran, über eine Frau zu schreiben, die sich hauptsächlich über ihre Männergeschichten definiert?“

Sabrina Loos:
„Für mich hat es etwas mit Emanzipation zu tun. Wenn ein Mann mit seinen sexuellen Eskapaden prahlt, gilt er vielen immer noch als Held. Eine Frau hingegen, die offen zu ihren Bedürfnissen steht, wird schnell als Flittchen verdammt. Oftmals ist es bei mir so. Wenn ich zum Stift greife, schreibt es mich einfach. Claudette gewinnt dann eine gewisse Macht über mich und redet einfach drauflos. Sie tut, als wäre sie ziemlich leichtfertig, aber ich glaube, ihm Grunde ihres Herzens ist sie eine Romantikerin, die sich nach Liebe sehnt.“

Erozuna: „Weshalb haben Sie „Verführt“ als Fortsetzungsgeschichte konzipiert? Wie weit wollen Sie die Reihe noch fortführen?

Sabrina Loos:
„Ich sehe das so. Die kurzen, einzelnen Geschichten bieten interessierten Lesern die Möglichkeit, Claudettes Welt kennenzulernen. Außerdem biete ich in regelmäßigen Abständen einzelne Folgen gratis an. Jede der Episoden hat einen Plot, es passiert etwas, überraschende Wendungen, ein Spannungsbogen, und der Leser erfährt Stück für Stück mehr über Claudette. Oft ist es so, dass mir unmittelbar beim Schreiben neue Ideen kommen, mit welchen Schwierigkeiten ich Claudette noch kämpfen lasse oder welche Figuren in die Handlung eingebaut werden könnten.“

Erozuna: „In Ihrem Buch „Kollateralschaden der Lust“ haben Sie zwei Menschen erschaffen, „Liebende unter einem Unstern“, wie sie ihre Protagonistin sagen lassen, die sehr unterschiedliche Sichtweisen und Seinswelten haben. Erzählen Sie uns etwas darüber!“

Sabrina Loos:
„Ja. Ich fand es interessant, einen „Antihelden“ zu erschaffen, einen Mann im Rentenalter, der von seiner Wirkung auf jüngere Frauen überzeugt ist. Da er wohlhabend ist, gelingt es ihm, sie ins Bett zu quatschen. Er hält Sabrina für minderbemittelt und meint in seiner selbstherrlichen Art, sie könne froh sein, wenn sie bei ihm etwas Warmes zu essen bekäme und zum Nachtisch seinen Schwanz. Sabrina hingegen ist ziemlich durchtrieben. Ihr erklärtes Ziel ist es, an sein Geld zu kommen.“

Erozuna: „Ist die Sabrina im Buch Ihr Alter Ego?“

Sabrina Loos:
Sabrina lacht. „Sagen wir, in einigen Sachen, die sie sagt, könnte sie ich sein. In anderen Punkten wiederum kann ich mich nicht mit ihr identifizieren. Ich habe versucht, die beiden Hauptfiguren mit ihren Stärken und Schwächen zu zeigen. Zum Show-Down kommt es, als Sabrina damit konfrontiert wird, dass Edgar eine Affäre mit einer 69jährigen unterhält. Da merkt sie, dass sie ihn mehr liebt, als sie sich eingestehen will.“

Erozuna: „Sabrina. Arbeiten Sie an etwas anderem?“

Sabrina Loos:
„Mir geht eine neue Figur durch den Kopf. Diesmal soll es wieder ein Mann sein. Der 45jährige sexsüchtige Literaturkritiker Leo. Im Gegensatz zu Edgar, dem Protagonisten aus „Kollateralschaden der Lust“, kann er „haufenweise Weiber haben“, wie er es ausdrückt. Natürlich wird der Sex mit seinen verschiedenen Freundinnen genüsslich beschrieben, schließlich ist es ein erotisches Buch. Aber Stück für Stück wird offenbart, dass Leo ganz andere Probleme hat.“

Erozuna: „Was glauben Sie, wann wir etwas davon lesen werden?“

Sabrina Loos:
„Im Moment schreibe ich noch daran. Es gibt eine abgeschlossene, kurze Geschichte, etwa 30 Seiten. Den Titel möchte ich noch nicht verraten. Ich habe auch schon Ideen, wie ich die Handlung weiterführen will. Ich denke, diesmal werde ich mit der Veröffentlichung warten, bis Leos Geschichte zu Ende erzählt ist.“

Erozuna: „Sabrina, ich danke Ihnen für das Gespräch!“


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