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Die erotische Welt der Körpersprache

Jerry Avenaim Wenn Sie auf das Bild klicken, gelangen Sie zur Galerie des Künstlers.

Nehmen wir an, Sie verbringen Ihren Urlaub in Paris. Sie sind vom Bummeln etwas müde geworden und betreten eins dieser zauberhaften Cafés, um die Sie die Franzosen so beneiden und in denen ein simpler Kaffee ein kleines Vermögen kostet. Nehmen wir weiter an, sie setzen sich in eine Ecke in der Sie alle Tische im Blickfeld haben und ihr französisch reicht gerade aus, um beim Kellner einen Café au lait zu bestellen. Niemand spricht mit Ihnen, doch das ist auch nicht nötig, denn die Körper der anderen Personen sprechen wie von selbst und erzählen Ihnen genug von sich. So sitzt eine Frau alleine an einen Tisch am Fenster und zündet sich eine Zigarette an. Mit der fahrigen Handbewegung mit der sie diese zum Mund führt und dem unsteten Blick, der durch den Raum wandert und doch jeden Anwesenden mit Nichtachtung strafft, verrät sie ihre Nervosität. Was liegt näher als die Vermutung, daß sie mit einem Mann verabredet ist. Vielleicht ist ein Rendezvous oder ein heikles Treffen, bei dem es um die Zukunft der Beziehung geht?! Der sich straffende Körper und das Lächeln auf ihren Lippen einem sich akkurat und etwas steif grüßenden Mann gegenüber läßt Sie eher auf ein Rendezvous tippen...
Diese oder zu ähnliche Schlußfolgerungen können Sie kommen, wenn Sie die Körpersprache eines Menschen beginnen zu lesen. Dieses gestische Vokabular dürfte eigentlich von jedem verstanden werden und keine Analphabeten kennen, doch wie eine Studie von Forschern der US-Universität angeblich zeigt, ist die Fähigkeit zur richtigen Interpretation weiblicher Signale bei Männern häufig unterentwickelt.
Ein schwerer Vorwurf den US-Forscher der männlichen Welt bescheinigen und dabei ist es doch so einfach die Botschaften des Körpers zu entschlüsseln. Hier eine Auswahl typischer und allseits bekannter Gesten.

Sie beginnt zu flirten, wenn
- sie mit ihrem Haar spielt.
- sie den Sitz der Kleidung öfter kontrolliert.
- sie etwas mehr Bein zeigt.
- sie anfängt sich selbst zu streicheln und zu berühren.


Er beginnt zu flirten, wenn
- sich sein Körper spannt und die Brust durchgedrückt wird.
- die Hände an den Schenkeln gerieben werden


Beide beginnen
- zu lächeln.
- drehen ihre Körper zueinander.
- mit gegenseitigen und "zufälligen" Berührungen.
- ihre Körperhaltung zu synchronisieren. Das heißt wenn Sie sich auf den Ellenbogen zu stützten beginnt, stützt auch er sich auf den seinigen. Schlägt er die Beine übereinander, ahmt sie Sekunden später seine Pose nach.
- Getränke nahe beieinander abzustellen.


Abstand wird jedoch signalisiert, wenn
- einer von seine Haltung abrupt ändert und sich abwendet.
- die Fingerspitzen in Abwartehaltung zusammengelegt sind.
- die Frau ihre Hand im Schoß vergräbt und damit gleichsam ihr Geschlecht verschließt.
- der andere trotz geradegehaltenem Kopf nicht angeschaut wird.

Diese kurze Abriß erhebt natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Auch können Gesten in einer anderen Situation anders interpretiert werden, doch wer ein wenig auf sein Unterbewußtsein hört, liegt mit seiner Einschätzung nur selten daneben.
Im übrigen heißt der Fachbegriff für den Griff zur Zigarette, den die junge Frau in dem Pariser Café am Anfang des Artikels unternahm - Übersprungshandlung - und ist eine typische Geste um die eigene Nervosität zu überspielen. Das Kuriose an dieser entlarvenden Geste ist aber, daß sie dazu gedacht ist einen Seelenzustand zu verbergen. Doch Vorsicht, nicht jede Zigarette wird aus Nervosität geraucht, denn sie kann auch als Phallussymbol dienen und Ausdruck eines erotischen Verlangens sein. Eine Aufforderung, die Körper miteinander auf eine ganz andere Art und Weise miteinander sprechen zu lassen, denn Sex ist die intensivste und aussagekräftigste Form der Körpersprache - und mit Sicherheit auch die schönste.

Copyright Krischan von Schoeninger

 

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