Der Nuttenfänger zu Leverkusen

Krischan von Schoeninger 


Sex, Fußball und Drogen lautete der Titel meiner Kolumne zur verkorksten Fußball-EM und siehe: Uli Höneß hat mich erhört und mich via eines Revolverblattes zum Propheten gekürt. Da keimt schon ein bißchen Stolz in mir auf. Doch die Wahrheit, die nackte, die ungeschminkte läßt sich auf Dauer halt nicht verbergen. Darum lieber Uli, winde weiter den warnenden Daumen im wunden Daum. Unerbittlich, standfest und prinzipientreu. Und falls der designierte Bundestrainer nicht zum resignierten konvertieren sollte, setz die Daumenschrauben an. Wir alle wissen es doch schon seit langem, wer wie ein Vulkan am Spielfeldrand brodelt, kann sein Überdruckventil nur bei Wein, Weib und weißem Schnee öffnen. Wer morgens beim Training die Spieler über glühende Kohlen laufen läßt und Dutzende von Tausend-Markscheinen an die Tür nagelt, um aus seinen Schützlingen noch den letzten Tropfen Kampfgeist heraus zu pressen, ja, so einer tanzt doch nachts garantiert ekstatisch über einen Kokainteppich und nagelt mit irrem Blick ein Dutzend Nutten an die Wand, um aus sich den letzten Tropfen Männlichkeit zu pressen.
Da ist es doch besser Herr Daum sie danken ab. Die Bundesliga und erst recht die Nationalmannschaft sollte ein Hort der moralisch gefestigten Vorbilder sein. Tausend jugendliche fußballbegeisterte Fans sind leicht zu verführen und neigen zu spontanen Nachahmungen. Und solche auf die schiefe Bahn geratenen Talente haben sich dann nicht mehr unter Kontrolle und schlagen beispielsweise unschuldige Frauen in der Diskothek (kurzer Einspruch des Papstes: Frauen sind immer schuldig. Siehe Altes Testament - Adam & Eva) .
Nein Herr Daum, es ist besser Sie gehen in Pension und schreiben ihre Memoiren. Titel: "Der Schwanz fickt links" oder "Die Wahrheit liegt im Bett" bzw. "Ein Trip dauert neunzig Minuten". Ein garantierter Bett- Seller. Natürlich können Sie dann nicht nur einer sexuell unbedarften Leserschaft erzählen, was sich hinter den geschlossenen Türen von Bordellen abspielt und wen sie dort alles getroffen haben. Das ein Mann sich dort in guter Gesellschaft befindet wissen wir ja schon vom bayrischen Landesvater Franz Joseph. Ich meine natürlich nicht den Kaiser sondern den Strauss. Vielleicht können Sie ja auch ein paar Schmankerln über den Uli erzählen. Denn der Uli wissen Sie, das ist einer der wie ein Vulkan am Spielfeldrand steht und... Naja, denn Rest kennen sie ja selber.

Copyright Krischan von Schoeninger 2000

 

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