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Verbotene Wege

Jürgen B. Greulich 

Drei bedeutungslose Tage lang hörte Carolin kein Wort von Simon. Einige Male hielt sie das Telefon in der Hand, um ihn anzurufen, jedes Mal stellte sie es wieder weg. Was hätte sie ihm sagen sollen? Dass sie sich nach ihm sehnte? Das wusste er doch sowieso. Aber war sie auch für ihn wichtig? Wollte sie das von ihm hören, das Bekenntnis seiner Zuneigung, vielleicht gar Liebe? Sie wagte es nicht. Allein er entschied, ob und wann sie sich wieder sahen, denn er war der Fürst des verwunschenen Schlosses, das bedrohlich und doch unwiderstehlich anziehend ihre Phantasie beherrschte.Endlich bekam sie eine E-Mail von ihm, nur wenige Zeilen. »Hallo Carolin, ich erwarte dich morgen Abend um neun Uhr im Subway, möchte dich dort einem Freund vorstellen. Und ich möchte, dass du die Kugeln in dir trägst. Bis dann. Simon.«
Oh. Knapper hätte die Mitteilung nicht sein können. Mit den Kugeln sollte sie sich in die Öffentlichkeit wagen? Wie kam er dazu, so etwas von ihr zu verlangen? Ihr Sträuben blieb halbherzig, Gegenwehr gab es keine. Es würde ja niemand bemerken, wenn sie die Gefühle nur fest genug in sich einschloss (
Aufgeregt pochte ihr Herz, als sie am kommenden Abend nach der Dusche das rote Kleid überstreifte, das Kleid des Parks, in das kribbelnde Erinnerung eingewebt war. Klackend lagen die Kugeln in ihrer Hand. Sie nahm sie lieber hier in sich als irgendwo draußen im Auto, wo jemand sie hätte beobachten können. Warum nur tat sie alles, was Simon wollte? Weil es nichts Schöneres, nichts Aufregenderes, nichts Reizvolleres gab als die Gefühle, die er ihr schenkte. Behutsam drängte sie die Kugeln in den Schoß und ihr aufgewühltes Seufzen stieg zur Decke. Wie um Himmels willen sollte sie es nur schaffen, die Erregung vor fremden Blicken zu verbergen und so zu tun, als regiere der Verstand über die Gefühle, wie es sich die Menschen schon von jeher gerne weismachten?
Mit wiegendem Schritt verließ sie das Haus, ringend um Beherrschung. Zum Glück begegnete sie keinem Nachbarn, der in ihrer Miene die Sinnlichkeit hätte lesen können. Im Subw XE "Sinsheim:Subway" ay aber gab es potentielle Leser genug, fast alle Tische waren besetzt, dichter Qualm hing in der Luft, Stimmengemurmel durchwisperte den Raum, darüber treibender Rhythmus und eine singende Gitarre, ein Santana-Stück. Natürlich fiel Carolin in ihrem roten Kleid auch heute wieder auf, wurde von Blicken wie von aufdringlichen Fingern gestreichelt, wieder war es, als sei der Stoff durchsichtig und könne jeder ihren nackten Körper darunter sehen. Sie fand Simon weiter hinten, genau an dem Tisch, an dem sie neulich mit ihm gesessen war, vor dem Spaziergang im Park, an »ihrem Tisch« also. Bei ihm befand sich ein M XE "Gerhard:Beschreibung" ann in seinem Alter, klein, Halbglatze, rosiges Gesicht, feiste Wangen, wässrig blaue Augen, er trug eine helle Hose, ein dunkles Sakko und ein weißes Hemd mit Schlips, sah aus wie ein billiger Angestellter. Mit kleinen behutsamen Schritten stöckelte sie hinüber auf den hohen Absätzen ihrer roten Schuhe, versuchte die anderen Gäste zu ignorieren, es war ein Spießrutenlauf.

 

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Die beiden hatten den Platz in ihrer Mitte für sie freigehalten, sie ließ sich aufatmend nieder, als sei sie hier in Sicherheit, und sah Simons mahnenden Blick. Oh, die Re XE "Carolin:Sitzregel" geln, sie galten ja immer in seiner Gegenwart! Mit einer raschen verstohlenen Bewegung raffte sie das Kleid hoch und öffnete verschämt die Knie. Simon stellte sie dem Fremden vor und nannte seinen Namen: Gerhard. Ihr Blick kreuzte den seinen, sie versuchte sein huschendes Lächeln zu erwidern, er senkte die Lider noch vor ihr. Wohlgefällig schaute Simon sie an, während er das Wort an Gerhard richtete. »Sie ist ein Engel. Sie erfüllt jeden Wunsch und hält sich folgsam an die auferlegten Regeln.«
Interessiert horchte Gerhard auf. »Welche Regeln denn?«
»Das kann dir Carolin selbst erzählen.«
Musste das sein? War die Einhaltung der Regeln nicht schon demütigend genug, sollte sie tatsächlich diesem fremden Mann auch noch davon berichten? Simons mahnender Blick löste ihre Zunge. »Es ist mir nicht erlaubt, unter dem Kleid etwas anzuhaben («
Ihre Stimme erstarb und Simons Hand legte sich auf die ihre. »Alles!«
Sie schaute sich um, vergewisserte sich, dass niemand sonst sie hören konnte, und rang sich die Worte mühsam ab. »Außerdem darf ich mich nicht auf den Rock setzen und muss die Knie offen haben.«
Verstohlen lugte Gerhard unter den Tisch.
Simon lächelte. »Sag ihm auch, weshalb du so wunderschön lüstern aussiehst.«
»Weil (« Kaum hörbar war ihre Stimme im Klang der melodischen Gitarre. »Weil ich Liebeskugeln in mir habe («
Gerhards gespitzte Ohren hatten ihr zaghaftes Bekenntnis eingefangen, Röte puderte sein Gesicht. »Oh Mann, das ist scharf (« Sein Blick schweifte zu Simon. »Ich denke, wir sollten bald gehen.«
Wohin? Carolins stumme Frage wurde von Simon beantwortet. Sie wollten sich das Feuerwerk anschauen, mit dem heute Nacht wie in jedem Jahr die Touristensaison eingeläutet wurde. Sie verließen die Kneipe und stiegen draußen in Gerhards dunkle schwere Limousine, die eigentlich zu edel und zu teuer war für einen kleinen Angestellten. Carolin mu XE "Gerhard:Auto" sste im Fond Platz nehmen und der Fremde sank neben sie. Simon, den sie bislang nur auf dem Fahrrad gesehen hatte, setzte sich ans Steuer und ließ den Wagen zur Hauptstraße rollen. Ohne Umschweife, als habe er das Recht dazu, legte Gerhard seine Hand zwischen ihre geöffneten Schenkel. Sie ließ ihn gewähren, als bliebe ihr keine andere Wahl.
Bald fuhren sie über eine Landstraße durch die blaue Nacht, viele Autos waren unterwegs. Ohne den Blick von der Straße zu nehmen sagte Simon wie beiläufig nach hinten: »Sei ein bisschen lieb zu unserem Begleiter.« Wie lieb? Was meinte er? Ihre unausgesprochene Frage erfüllte den Wagen. »So lieb, wie es sich ein Mann wünscht. – Blas ihm einen!«
Warum war sie nicht empört, nicht schockiert, warum erschien ihr diese Aufforderung wie eine Selbstverständlichkeit, ganz folgerichtig, als hätte sie nur darauf gewartet? Weil Simon ein Zauberer war und verborgene Wünsche ans Licht brachte, unwiderstehliches Verlangen weckte, ihre Gefühle erklingen ließ wie einen lyrischen Akkord. Sie beugte sich über Gerhards Schoß, öffnete seine Hose, brachte den schwellenden Penis hervor, küsste ihn zärtlich, schlo XE "Fellatio:Carolin-Gerhard" ss die Lippen um das zuckende Fleisch, funktionierte wie gewünscht, wunderte sich, wie leicht es ihr fiel, diesen fremden Mann zu beglücken, der ihr nicht einmal sympathisch war. Das Geheime, Unmoralische, Verrufene aber schenkte finsteren Kitzel, sie schmolz im sinnlichen Feuer, das die Kugeln entfachten … Der Wagen bog von der Straße ab, schaukelte über den holprigen Asphalt eines Wirtschaftsweges, für Autos verboten, so entnahm sie einer Bemerkung, und empfing die Flut des Kleinen wie ein Geschenk, das er ihr im Namen Simons machte. Ihre Lippen blieben um den schrumpfenden Penis geschlossen, bis der Wagen zum Stehen kam und der Motor erstarb.
Sie richtete sich auf, sah Dunkelheit um sich herum, sie standen inmitten anderer Autos auf der Anhöhe eines Steinbruchs oberhalb der Stadt, deren Lichter man überblickte wie die eines Spielzeugmodells, als wäre sie nicht wahr. Gerhards Finger zogen den Reißverschluss ihres Kleides am Rücken herab und er schaute zu, wie sich mühsam herausschälte. »Sie ist hübsch und sie macht es gut mit dem Mund, ein wirklich scharfes Stück, du hast nicht zu viel versprochen.«
Simon schenkte ihr im Rückspiegel ein lobendes Lächeln. »Ja, sie ist ein Schatz.«
Mit ihr sprach Gerhard nicht, wenn er eine Bemerkung machte, dann über sie, als sei sie ein seelenloser Gegenstand, eine Puppe, eine Ware. Auch Simon blieb distanziert, mehr als diesen einen Blick gab es nicht als Zeichen der Verbundenheit. Puppe zu sein gab einen seltsam reizvollen Kitzel, das Ignorieren der Seele füllte sie mit absonderlicher Lust, bei den schmählichen Worten des Mannes rieselte ein erregender Schauer über ihre Haut. Achtlos ließ sie das Kleid neben sich auf den Sitz fallen und fühlte warme Lippen am Hals, an den Brüsten, wildes Saugen an den Knospen, hörte ihr wonniges Seufzen.

 

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Leise keuchend ließ Gerhard von ihr ab. »Treibt sie es mit jedem?«
»Nur mit meinen Freunden, wenn ich sie darum bitte.« Besitzerstolz klang aus Simons Stimme. Aber er hatte sie ja gar nicht darum gebeten, sondern es von ihr verlangt, zum Glück (zum Glück für ihn, seinen Freund, für sie selbst), denn eine solche Bitte hätte sie nicht erfüllt, dem Verlangen hingegen (oder dem Befehl) ließ sich leicht nachkommen, es geschah ja nicht aus freiem Willen, sie tat nur das, wozu die Kraft des Zaubers sie zwang. So war sie frei von aller Schuld.
Zischend schossen die ersten Raketen hoch und zerplatzten zu Sternschnuppen, Kaskaden von Licht, die zur Erde zurückströmten, rot, gelb und weiß glühte der Himmel wie zur Feier ihrer Willigkeit, diese Assoziation aber war vermessen. Carolin sah ein Mädchengesicht hinter der Scheibe des Autos nebenan, große Augen, die zu ihr herüberstarrten, sie wandte den Blick ab, richtete ihn fest auf Simons Nacken, stöhnte auf, da Gerhards Hand an ihrem Schoß wühlte und die Kugeln tiefer drängte. Kaum nahm sie das Spektakel draußen wahr. Endlich verglühten die Raketen, Dunkelheit breitete gnädig den Mantel aus und verbarg sie vor den Blicken des Mädchens nebenan, ringsum wurden Motoren angelassen, knirschend rollten die Autos vom Schotterplatz auf den verbotenen schmalen Weg.
Auch Simon fuhr los und Gerhards heisere Stimme sprach die ersten Worte direkt zu ihr: »Reite auf mir!« Wie stellte er sich das vor in der Enge des Wagens? Er dirigierte sie auf seinen Schoß, ihren Rücken ihm zugewandt, ihre Beine öffneten sich, wurden noch weiter auseinander gedrängt, sie spürte seinen Penis groß und fordernd. Aber er konnte nicht in sie kommen, da die Kugeln sie füllten, man musste sie erst herausnehmen. Doch nein, sie konnten bleiben, denn er wollte gar nicht dort hinein, hatte ein anderes Ziel. Erschrocken fühlte sie eine kühle Masse am Po, von seinem Finger aufgetragen, Gleitcreme vielleicht?
Nein, das hatte noch keiner von ihr bekommen. »Bitte nicht ( Das will ich nicht.«
Simons Blick im Rückspiegel brach ihr Sträuben, er musste nichts sagen, schaute sie nur an, sie war bezwungen, ließ geschehen, was unvermeidlich war, gab den verbotenen Weg widerstandslos frei. Tief kam der Finger, ließ sie aufstöhnen, dabei war er nur die Vorhut, der Kundschafter und Pionier. Gleich kam die Hauptmacht, ein glühender Pfahl, der sich grob in die enge Öffnung bohrte, viel zu dick. Er konnte nicht passen und tat es doch, bahnte sich unerbittlich seinen Weg, tat weh, drohte sie zu sprengen. Ihre erstickten Sch XE "Anal:Gerhard-Carolin" reie brachen sich an den Scheiben, beide Hände umklammerten die Rückenlehne des Beifahrersitzes, sie wippte auf und ab im federnden Wagen wie in einer Sänfte, ihre Brüste wurden von hinten umfasst, sie schloss die Augen, hörte ihr Stöhnen, das Gemisch aus Qual und Lust, nicht zu unterscheiden, sie sah nicht die kleinen Ortschaften, durch die sie fuhren im gelben Straßenlicht, dachte nicht daran, dass man sie sehen konnte hinter der Scheibe, das Gesicht in Sinnlichkeit gemalt, den angespannten zuckenden Körper. So schlimm wie befürchtet war es gar nicht, inmitten des Schmerzes glühte verzückende Wonne. Klebrige Nässe quoll in den entjungferten Po und sie wurde weggeschoben, kletterte keuchend von Gerhard herab, sie hatten die Stadt erreicht. Mühsam streifte sie das Kleid über, auch in einem großen Wagen war dafür kaum Platz, saß zitternd im Polster, trug noch immer die Kugeln im Schoß, hatte noch immer den salzigen Geschmack nach Mann im Mund, glaubte sich noch immer vom Pfahl durchbohrt dort, wo sie noch keinen empfangen hatte.
Sanft kam der Wagen beim Subway zum Stehen und sie stiegen aus. Leise seufzend strich sie das Kleid zurecht, spürte Nässe über die Innenseiten der Schenkel kriechen. Gerhards Blick huschte über sie hinweg. »Es wäre schön, wenn ich sie mal wieder haben könnte bei Gelegenheit.«
Simon lächelte. »Warum nicht?«
Mit einem letzten Blick zu ihr setzte sich Gerhard ans Steuer und startete den Motor, leise säuselnd schwebte der Wagen davon. Simon ließ sich von Carolin nach Hause fahren, lobte sie unterwegs für ihre Brauchbarkeit und erzählte, dass dieser Gerhard Gründer und Inhaber einer erfolgreichen Softwarefirma war. Ach. Da war sie mit ihrer Einschätzung ja sehr daneben gelegen. Sympathischer aber machte ihn das Wissen um seinen Reichtum nicht. Bei Simon angekommen durfte sie mit ihm nach oben gehen, war froh, jetzt nicht einfach heimgeschickt zu werden. Er führte sie direkt ins Schlafzimmer, legte sie aufs Bett, zog mit sachter Hand die Kugeln aus ihr heraus und nahm sie, besudelt wie sie war, nahm sie sanft und lieb XE "Koitus:Simon-Carolin" evoll auf dem »richtigen Weg«, es war das erste Mal, dass sie ihn im Schoß empfing, es war wie ein Trost. Geläutert lag sie danach in seinem Arm, nahe dem Schlaf, der Po schmerzte nur noch wenig, der Abend lebte in kribbelnder Erinnerung, sie fühlte sich geborgen, fühlte sich wohl.

 

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2 Kommentare

24.04.2011 20:11 liyzjxrat
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19.04.2011 11:14 Lilian
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