Sie sind hier:  >>> Literatur  >>> Geschichten 

Tischdecke

Kate H. 

„Hi, hier bin ich.“
Ich winke ihm zu. Er sucht mich und ja, er sichtet. Mit seinem Röntgenblick rastert er die 70 Prozent Frauen, die sich im Biergarten befinden. Ich sitze ungünstig, zurückgezogen an einem runden Tisch mit blau weiß gefärbter Tischdecke. Der kleine Gartentümpel auf dem, die Enten ihre Runden ziehen neben mir. Bloß nicht mit dem Stuhl wackeln, umfallen und möglicherweise in den Tümpel hinein plumpsen. Ich ermahne mich zur Gelassenheit und zum Hände falten. In wenigen Sekunden wird er hier sein. Der Prinz, der gut aussende Stefan, ein Globetrotter, Comedian und Alleskönner. Beim letzten Date hat er mir von seinen Reisen nach Indien und Nepal erzählt. Was hat er da nicht alles geredet. Die Würmer, die Höhenkrankheit und die Syphilis hatten ihn erfasst. Das letzte habe ich mir ausgedacht. Ich hab´s nicht gesagt, aber gedacht habe ich es. Er langweilte mich mit seinem Reisegequatsche. Sein herausragendes Äußeres hielt mich vom Gehen ab. Nach knapp einer Stunde Monolog, stellte er die alles entscheidende Frage. „Wollen wir uns wiedersehen?“ Nicht etwa „willst du mich wiedersehen.“ Nein es war das Krankenhaus – Wir. Ich ermahne mich zur Vorsicht. Pass bloß auf mit dem Stefan. Wenn der im sozialen Bereich arbeitet, ist dir ein Helferkomplex sicher. Mein Psychologe würde sagen, „Jetzt bewegst du dich auf der negativ besetzten Landkarte.“ Also, andere Landkarte raus, er arbeitet im sozialen Bereich, ist einfühlsam, kreativ und kann dich perfekt mit seiner schnellen Zunge befriedigen. Ja das klingt gut. In der Therapie hatte ich gelernt, dass das Außen dein Inneres spürt, oder umgekehrt wenn du dir mit deinen eigenen Wünschen völlig sicher bist, wird dein Gegenüber im besten Fall deinen Wunsch erfüllen. Ausnahmen sind an der Tagesordnung. Was ist mit Stefan? Er hat mich. Er focusiert. Kurzes Innehalten und dann strebt er zielsicher auf mich zu. Die Tische erleichtern ihm nicht unbedingt das Weiterkommen. Toll wäre es, ihn hin überspringen zu sehen. Natürlich locker, lässig und mit einem gierigem Grinsen auf dem Gesicht. Stefan hat weder das Grinsen, noch springt er über die Tische. Mit schnellen Schritten umläuft er sie und die Biergartenbesucher dazu.
„Hallo!“, sagt er.
„Hi“, antworte ich. Er reicht mir die Hand.
„Tut mir leid, ich bin zu spät. Wartest du schon lang?“
„Nee, geht schon. Bin auch gerade erst gekommen.“ Das ist eindeutig gelogen. Ich sitze hier schon fast eine halbe Stunde. Gott sei Dank gibt es Selbstbedienung. Zwei Radler habe ich getrunken. Der Kellner hat zum Glück die Gläser nach dem Leeren sofort weggeräumt. Guter Kellner.
„Willst du was Trinken?“, fragt er mich.
„Ja, ein Radler.“
„Groß oder Klein?“
„Groß natürlich.“
Warum fragt er nur so dämlich, bin gerade erst gekommen.... , ich habe Durst und will bleiben. Ich verdrehe die Augen.
„Ich geh mal, bestellen“, schaut er mich mit ebenso großen Augen an. „Soll ich was helfen?“, frage ich. Freundlichkeit ist nicht eine meiner besten Tugenden, aber an manchen Tagen und zu manchen Stunden kann ich richtig nett sein. Freunde, die mich lang kennen, erkennen mich nicht wieder.

 

Erotische Kunst von Desperado Maria Eros 

Bist du es wirklich, fragen sie mich verzückt und ich antworte mit ausschweifender Handbewegung. Und jetzt, Stefan antwortet nicht und bewegt seinen knackigen Hintern in Richtung Ausgabetresen. Er trägt eine gutsitzende Jeans. Nicht eine von denen, die einen halben Meter unterhalb des Arsches sitzt, sondern eine, die einem gut trainiertem Hintern die richtige Form gibt und diese in der Bewegung unterstreicht. Das gibt Pluspunkte. Während Stefan am Tresen steht und meiner Meinung nach zu geduldig wartet, vertreibe ich mir die Zeit mit Männer gucken. Es gibt einige schöne Exemplare. Habe ich sie ins Visier genommen, kommen die Ehefrauen oder Freundinnen mit ihren zehn Kindern aus den Löchern. Riechen sie mich und müssen vor lauter Besitzgier ihre Männer umgarnen und bewachen oder ist es perse feindliches Terrain? Die gebundenen Männer müssen bewacht, behütet, gepflegt und ab und zu beschnitten werden, sowie kleine Fuchsienbäumchen. Wächst ein Zweig entgegen der erwarteten Form, schnipp Zweig ab. So ist es mit den Männern. Drehen sie sich nach einer anderen Frau um, Penis ab. Stimmt das, denke ich? Nicht ganz. Männer drehen sich nicht im Beisein ihrer Frau nach einer anderen Frau um. Sie tun es wenn ihre Ehefrau oder Freundin mit anderen Dingen beschäftigt ist, wie Kinderhüten, Kochen oder ein Loch in die Wand bohren. Frauen schneiden Männern nicht gleich den Penis ab, nur im äußersten Notfall. Auf jeden Fall bin ich unzufrieden, denn die Schönsten der männlichen Gattung im bayrischen Biergarten würdigen mich keines Blickes. Stefan kommt zurück. „Alles klar?“, fragt er mich.
„Alles bestens.“
„Ich hab uns noch zwei Brezeln mitgebracht.“
„Ja, warum nicht“, antworte ich.
Seinem Blick zufolge, hat er einen Aufschrei erwartet, so wie das ist ja toll. Ein wenig resigniert setzt er sich zu mir an den Tisch.
„Wie war deine Woche?“, fragt er mich.
Oh Gott, er fragt mich nach meiner Woche, die richtig Scheiße gelaufen ist. Kein einziges Abo habe ich verkauft. Die meisten Leute haben aufgelegt. Der Chef will mir noch ne Woche geben. Wenn da nichts läuft, bin ich draußen.
„Ja, war gut. Ich war beim Yoga und ansonsten, ja... war ok.“
„Du machst Yoga?“ fragt er erstaunt.
Ich falte die Hände und verdrehe die Augen. „Ja, Yoga ist toll.“
„Machst du schon lang Yoga?“
„Ja, ungefähr ein halbes Jahr.“
„Aha, hab ich auch mal gemacht, aber nicht hier, sondern im Ashram in Indien.“
„So“, antworte ich pseudointeressiert. Ich konnte es mir denken. Habe ich etwas zu bieten, übertrumpft er mich. In Indien, na klar. Macht ja heutzutage fast jeder. Mal nach Indien fliegen und Yoga machen. Was bleibt einem sonst übrig. Mein einziger Beweggrund nach Indien zu fliegen wäre Kamasutra. Sozusagen die Lehre aus erster Hand. Kamasutra üben von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit dunkelgebräunten Kerlen aus der ganzen Welt. Das wird wohl bei meinen geringen Aboverkäufen ein ungelebter Traum bleiben. „Und wie war das in Indien?“, frage ich. „Super. Ich habe viel gelernt. Es war eine Entdeckungs und Spiritualitätsreise.“
Ich nicke zustimmend mit dem Kopf. „Hat dich bestimmt weitergebracht?“
„Ja, richtig weiter. Ich war ein ganz anderer als ich zurückkam. Ich konnte meinen Klienten mit sehr viel mehr Gelassenheit entgegentreten.“ Hat er gerade Klienten gesagt? Was für Klienten. Die aus der Juristenpraxis oder der Soziabschaum? Ich habe mich doch nicht verhört oder? „Wie meinst du das?“, frage ich unmissverständlich.
„Die Klienten?“ Er schaut mich fragend an.
„Genau die“, antworte ich.
„Ich arbeite bei den ambulanten Hilfen. Und ja, meine Klienten sind Drogenabhängige, meist gepaart mit Wohnungslosigkeit.“
„Obdachlos?“ ergänze ich.
„Ja, obdachlos und am Rand der Gesellschaft.“ Stefans Blick wird glasig.

 

Erotische Kunst von Desperado Maria Eros 

Ich schaue zu ihm und lasse den Satz auf der Zunge zergehen. Um am Rand der Gesellschaft zu sein, reicht eine Obdachlosigkeit heute nicht mehr aus. Da gibt es zunehmend viele Faktoren. Ich denke an meine aufkommenden Rausschmiss, die zunehmende Verarmung und die soziale Kälte, die mir droht. Ich wünschte Stefan und ich hätten schon geknutscht, dann könnte ich ran rücken und mein Gesicht in seinen Arm drücken. Ich hätte das Gefühl der sozialen Kälte zu entfliehen. Leider ist es nicht so. Ich resümiere, wir hatten nicht geknutscht und hatten bis jetzt noch nicht einmal den Versuch gewagt. Immer an die Landkarte denken. Hopfen und Malz ist noch nicht verloren.
Er schaut mich mit einem tragischen Blick an.
„Immerhin es gibt solche wie dich, die versuchen die Misere auszugleichen“, versuche ich ihn aufzuheitern.
„Ja und nein. Es ist schwer. Ich versuche Überzeugungsarbeit zu leisten, aber die wollen ihre Scheiß Drogen nicht aufgeben.“ Stefan klingt hoffnungslos.
Mist, jetzt sind wir beim Thema Beruf gelandet und es sieht so aus als ob Stefan eine weitere Stunde über Drogen und Obdachlosigkeit lamentiert. Ich muss die Kurve kriegen. Das Gespräch braucht eine Wendung, eine richtige Wendung. Das Leben leben, im Moment sein. Ganz hinten in den letzten Windungen meines Gehirns spricht mein Psychologe Herr Flam zu mir.
„Ja Stefan, aber jetzt mal zu was anderem. Hast du Lust es mir so richtig zu besorgen?“
Stefan schaut mich an. „Wie bitte, was?, fragt er.
Männer sind schwerfällige Wesen, die Augen getrübt, die Ohren verschmalzt und die Informationsübermittlung langsam. „Soll ich es wiederholen?“ frage ich genervt.
„Nein, nein“, gibt er mir zu verstehen. „Also....“ Er schaut in sein Bierglas. „Grundsätzlich ja, aber wo und wann?“
„Gleich hier“, antworte ich gerade heraus.
„Hier ficken?“, fragt er entrüstet.
„Naja nicht ficken im klassischen Sinne.“ Ich bringe Zeigefinger und Daumen der linken Hand zueinander. Den Zeigefinger der rechten Hand führe ich in die zusammengeführte Daumen und Zeigefingerrundung raus und wieder rein. „Ne, ne, nicht die Tour.“ Ich nehme die rechte Hand und lasse den Zeigefinger hin und her schwenken. Damit unterstreiche ich mein verbales Nein. „Einer Frau es richtig besorgen, kann man gut mit der Zunge. Hast du das schon gemacht?“
„Na klar“, antwortet er, als wäre er ein alter Hase auf dem Gebiet.
„Dann ist ja gut. Ich lasse den Löffel fallen, du willst ihn aufheben und rückst dabei unauffällig unter den Tisch. Die Tischdecke ist lang genug.“ „Ok, antwortet Stefan. „Mit deiner Verantwortung.“ Ich ziehe die Augenbrauen nach oben. So ein blöder Satz. Von mir aus, der Schisshase, ich übernehme die Verantwortung. Hauptsache du legst so schnell wie möglich los. Ich trage einen langen blumenbedruckten Rock. Stefan ist vor Blicken doppelt geschützt, die Bayerntischdecke und mein Hippierock. Er ist unterm Tisch. Er richtet sich ein, Knieposition. Hoffentlich ziehen seine schicken Jeans keine Dreckflecken nach sich. Aber irgendwie kann mir das auch scheißegal sein. Er zieht die Schlüpper runter. Mit seiner Hand drückt er mein rechtes Bein zur Seite. Ich verstehe es als Impuls, sinke in den dreißiger Jahre Gartenstuhl ein und spreize die Beine. Ich spüre etwas Feuchtes. Es kann sich nur um seine Zunge handeln. Mit spitz auslaufender Form geht er sorgsam über meine Äußeren Schamlippen, die Inneren folgen. Ein wohliges Gefühl breitet sich in mir aus. Ich atme aus. Es ist schön, einfach nur schön. Er tastet sich zungentechnisch vorwärts. Hmm, ich stöhne leise auf. Er hat mein allerbestes Stück gefunden, die Knospe, die Freundin, die erogene Klit. Sie zuckt zusammen und richtet sich wieder auf. Er bleibt dran. Langsam, fast schleppend zieht Stefans Zungenspitze ihre Kreise. Mal was anderes, denke ich. Bewusst langsam. Bevor ich den Gedanken zu Ende denke, beschleunigt Stefan. Die Kreisform wandelt sich in ein Hin zur Klit und Zurück. Mir wird heiß. Ich spüre meine zunehmende Erregung. Stefan hört nicht auf. Er macht weiter. Unaufhaltsam bewegt sich seine Zunge im gleichbleibendem Rhythmus. Ganz sanft und dann mit männlicher Grausamkeit erhöht er den Druck. Er nimmt ihn zurück. Es ist ein regelrechtes Wechselspiel von Druckerhöhung und Minderung. Nur der Rhythmus bleibt der Gleiche. Er ist wirklich kein Anfänger. Mit Perfektion und Ausdauer bringt er mich zum Vibrieren. Ich atme tief durch. Öffentlichkeit, Cafe. Es gelten gesellschaftliche Regeln, wie nicht laut Stöhnen und Schreien. Der Weg zum Orgasmus ist mit gesellschaftlichen Hürden verbunden. Ich bin ein lösungsorientierter Mensch und darum werde ich die Hürden schon zu Nehmen wissen. Umso besser. Eine Herausforderung. Ich atme durch den Mund ein und durch die Nase aus. Es hört sich an als hätte ich Schnupfen. Zur Unterstützung dieses kompetenzzentrierten Ansatzes, hole ich mein umhäkeltes Stofftaschentuch heraus und betupfe mir damit die Nase. Das ist absolutes Multitasking. Sich lecken lassen, genießen, Taschentuch ziehen und eine artfremde Situation vortäuschen.

 

Die Schokospalte ist ein Storyband mit erotischen Geschichten unserer Autorin Anita Isiris.

Stefan macht munter weiter und ich spüre das Untenrum, also in meiner heißen Zone etwas passiert. Die Klit spannt sich an, aber volle Kanone. Das Spannungsgefühl zieht Schamlippen, Pobacken und die gesamte Hot Zonenmuskulatur mit ein. Gleich..., ich bin so weit. Ich ziehe den Bauchnabel ein und schließe die Augen. Ich lasse los und peng. Die Klit explodiert. Der Dampf entweicht aus dem brodelnden Kochtopf. Ein Vulkan bricht aus. Ungeheure Energie und zwar Weibliche bahnt sich ihren Weg nach draußen. In mir, ein Gefühl von Wärme, Losgelassenheit und Innerer Zufriedenheit. Ein sorgloses Lächeln erscheint auf meinen Lippen. Wie schön hat Stefan das gemacht.
Stefan, kriecht unter der Tischdecke hervor. Er richtet sich auf. „Hier“, sagt er und drückt mir den Schlüpper in die Hand.
„Danke“, sage ich und stecke ihn in meine blumenbetupfte Handtasche.
„Ich kann nicht mehr“, flüstert er. So als ob er in einem fünf Kilometer Lauf kurz vorm Endspurt aufgeben musste.
„Brauchst ja auch nicht..... mehr.“ Ich grinse.
„Wie, bist du gekommen?“, fragt er mich.
Gekommen, ein langweiligeres Wort für einen Orgasmus welcher Art auch immer kenne ich nicht.
„Yeahh“, sage ich: „regelrecht explodiert.“
„Wau“, sagt er. „Und die Leute?“ Er schaut sich um.
„Keine Sorge, hat niemand bemerkt. Und wenn. Was sollen sie sagen. Guck mal da! Die kriegts gerade oral besorgt. Nee, da traut sich keiner.“ Wir müssen beide lachen.
„Schön“, sagt Stefan. „Bist du zufrieden?“
„Mehr als das“, antworte ich und gebe ihm einen Kuss auf die linke Wange.
„Na, immer wieder gern.“ Er nimmt einen kräftigen Schluck Cola. Ich nippel an meinem Radler. Die Welt erscheint mir friedvoll und sorglos.
„Was machst du heute noch?“ Stefan holt mich aus meiner Träumerei zurück. Er konfrontiert mich mit dem Alltag. Bibliothek, Einkaufen und Mutti anrufen.
„Hmm, heute? Duschen, Rasieren, Einölen und Selber Ficken.“ „Wau“, er ist erstaunt. „Ne ganze Menge.“
„Und du?“
Ich muss in die Bibliothek, was für meine Klienten kopieren. Hab ich ihnen versprochen. Danach zu Aldi und zu guter letzt Mutti anrufen. Mach ich jeden Freitag.
„Erzählst du ihr was?“
„Du meinst von uns?“
„Ja.“
„Bist du verrückt. Sie hat noch nie das Wort Sex in den Mund genommen, geschweige denn oral.“
„Was sagt sie dann?“
„Sie sagt, habt ihr schon, du und deine Neue? Du weißt schon was ich meine. Ich sage dann jedes Mal Nee, zu ihrer Beruhigung. Sie hätte schon gern ein Enkelkind, aber am liebsten so wie bei Josef und Maria auf die göttliche Art und Weise.“
„Hast du sie mal gefragt wie du zustande gekommen bist? Wilder Sex oder nur die Beine breitmachen um des Nachwuchs willen?“
„Bist du verrückt. Da kriegt sie nen Herzinfarkt.“
„Ich weiß nicht Stefan, man wird doch mal seine Eltern nach der eigenen Entstehung fragen dürfen, oder.“
„Nee ich glaube nicht. Das ist so was Mysteriöses, ein Geheimnis eben. Hast du deine Mutter gefragt?“
„Nee, nicht die Mutti, aber den Vati.“
„Und?“
„Naja, Vati war krank. Er hatte sich den Fuß gebrochen. Lag im Bett. Zwei Wochen schon. Normalerweise arbeitete er von früh bis abends. Ununterbrochen zu tun. Zwei Wochen ohne Arbeit, da staute sich einiges auf. Die Mutti kam mit dem Mittag essen. Er forderte sie auf sich auszuziehen und sich zu ihm ins Bett zu legen. Kein Wort wie Vögeln, Ficken oder Beischlaf. Mutti war nicht doof. Sie wusste um sein wirkliches Vorhaben und gewährte. So entstand ich, aus einer Mischung aus Not, Gier und passiven Gewähren. Vielleicht stimmt das letzte nicht. Vielleicht war Mutti ein richtiger Feger im Bett und Vati hat es nicht erzählt. Wer weiß.“
„Toll“, sagt Stefan. „Immerhin weißt du etwas über deine Entstehungsgeschichte.“
„Stimmt“, sage ich voller Stolz.
Plötzlich fallen mir die ausstehenden Tagesaufgaben ein.
„Du“, sage ich. „Ich muss los. War toll mit dir.“
„Ja fand ich auch. Ich bringe dich noch ein Stück.“
„Wie du willst.“
Ich stehe auf, ziehe den Rock glatt und überlege wie ich die Schlüpper am besten anbekomme. Mir, der überaus lösungsorientierten Person fällt dazu nichts ein. Also, keine Schlüpper. Ist auch gut. Dann kann Mutter Natur mit einem lauhen Lüftchen das erhitzte Fleisch runterkühlen. Toll wie Mutter Natur das eingerichtet hat. Ich bin richtig stolz auf diese Erkenntnis, meine Weiblichkeit und auf Stefan den Sozialarbeiter mit der schnellen Zunge.

 

Teilen

 

 

Wie hat Ihnen diese Geschichte gefallen?

Bitte bewerten Sie diese Seite durch Klick auf die Symbole.

 

Schreiben Sie Ihre Meinung zu der Geschichte.

0 Kommentare


 

Zugriffe heute: 4 - gesamt: 16173.

 

 

Diese Seite drucken