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Sizilianischer Vulkan

Enzio Guratzsch 


Unerwartet hattest Du angerufen. Die grosse alte Villa im romanischen Stil mit dem Turm von dessen Turmterrasse aus man den Blick über den Lago Maggiore schweifen lassen konnte, sollte verkauft werden, Du würdest Dir in Milano dafür mitten im Altstadtbereich ein grosszügiges Anwesen kaufen, erklärtest Du mir. Ich erinnere mich an die vielen Schlafzimmer und die grossflächige Badelandschaft mit der im Boden eingelassenen Badewanne aus schwarzem Marmor. Damals war überall der frische Duft von wilden Rosen. Blütenschalen standen in jedem Raum und erfüllten ihn mit Frühling, Somme, Herbst und Winter. Ich sah in Deine Augen und nahm in Deinem Blick dieselbe elektrische Spannung wahr durch die die Luft ringsum zu vibrieren schien. Wie ägyptischer Wüstensand glänzte Deine Haut matt im Schein der Sonne.

Tage später ludst du mich zum Essen bei Dir ein um die Einzelheiten des Verkaufs bei einem Vino Nero zu besprechen. Ich hatte es mir fest vorgenommen Deiner Leidenschaft nicht zu verfallen.
Doch die flackernden Kerzen in den schweren Kandelabern spielten mit dem Glanz Deiner Glutaugen. Dein nackter Körper wurde bronzegleich von der untergehenden Sonne überflutet. In der Mitte der Kerzen nahmst du meine Hand und meine Küsse bedeckten Deine bebenden Lippen, Deine glühende Haut und jeden Millimeter Deiner vulkanischen Leidenschaft.
"Adesso, il dolce", flüstertest Du zu mir, Sekunden später fanden wir uns wild küssend unter dem Baldachin auf Deinem Diwan wieder. Das weisse Bett strahlte jungfräulich und lockte mit dem Duft von Lavendel, Rosmarin und Sandelholz. Dein schlangengleicher Körper schmiegte sich katzengleich um die Bettpfosten die von den anmutenden nackten Körpern aus Jadestein gekrönt waren und leise riefst Du mir "o dio, o dio" zu. Deine Wildheit versprühte die Leidenschaft Deiner Vorhöfe, steif streckten sich Deine schwarzen Warzen mir entgegen und schienen zu zerreissen als ich mit sanften Bissen Deine Brüste umspielte. Dein schwarzes Haar fiel über Deinen Rücken als Du vor Leidenschaft schreiend Deinen Kopf in den Nacken warfst. Küsse übersäten Deinen Hals und Dein Körper drehte sich in meiner Umarmung und fesselte mich in Deinen Schoss als Du Dich mit Deinem Vulkan auf mich setztest.
Unsere glühenden Lavaströme verflossen zu einer niemals versiegenden Stromschnelle.

Erneut durchflutete die Sonne das Baldachinzimmer. Vergangene Nacht verbrachten wir inmitten eines Vulkans. Noch immer schmeckte ich die salzige Lava auf meinen Lippen.
Dein kleiner Körper schob sich über meinen Schoss und Du saugetest die letzten Spuren des feuerspeienden Berges liebevoll heraus. Deine süsse Feige duftete nach wilder Leidenschaft und meine Zunge nahm diese Süsse auf.
Im warmen Wasser Deiner schwarzen Wanne, brachen ein letztes Mal unsere Vulkane im Einklang aus. Ermattet und ausgekühlt lagen wir eng umschlungen im schwarzen Marmor und der stürmische Wellengang beruhigte sich zusehends.

Copyright Enzio Guratzsch 2002

 

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