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Rechtsanwälte küsst man doch Teil II

Lovis Wünsche 

Miss Marple, wie sie spöttisch die fast siebzig Jährige Privatsekretärin,( die überhaupt nichts davon hielt sich mal zur Ruhe zu setzten und in Rente zu gehen,) nannten, hatte in den ganzen letzten Wochen nichts vom Schauspiel der beiden mitbekommen. Dabei passte sie doch immer auf und schnüffelte so gut sie konnte hinterher. Unbemerkt, zumindest ihrer Meinung nach, lauschte sie jedes Mal wenn Judith da war an der Tür. Manchmal machte er sich einen kleinen Spaß daraus, wenn er ihren Schatten unter der Tür sah, sie lauthals zu rufen. Und wenn sie dann hereinkam: „Ach es ist doch nichts.„ Und wenn sie ging: „Diese Besprechung wird wohl etwas länger dauern, da die Umstrukturierung des Archivs aufwendig ist, wenn sie wollen können sie sich zu uns setzten.„ Jedes Mal lehnte sie beschämt ab und verließ das Büro um doch noch eine Weile zu lauschen. Wie immer besprachen sie die Arbeit oder er diktierte Judith etwas, so dass Fr Undine Obernhausen alias Miss Marple das Interesse verlor und sich anderen Sachen widmete. Die Kanzlei war groß und es gab viel zu spionieren wenn man immer auf dem Laufenden sein und mit dem neuesten Tratsch aufwarten wollte.

Erst wenn Ralf und Judith ganz sicher wussten, dass die alte Hobbydetektivin ihr Revier verlassen hatte, hörten sie auf zu schauspielern und tauchten ein klein wenig in ihre Liebe ein.
Ja, aufpassen mussten sie, aber wenigstens ein paar Küsse, ein wenig Streicheln, denn die Zeit bis zum Abend schien den Beiden unerträglich lang.
Judith machte seit diesem Glücksfreitag wirklich jeden Tag Überstunden. Und jeden Abend, wenn alle gegangen waren, kam er zurück. Sie liebten sich in seinem Büro, sprachen über ihre Leben und den Alltag. Nur von seiner Mutter hatte Ralf noch nichts gesagt. Er wusste nicht wie oder ob sie verstehen würde. Von ihr wusste er, dass sie seit sieben Jahren Single ist. Als sie ihm das erzählte war er völlig verblüfft: „Wie kann eine Traumfrau wie du, so lang allein sein?„ Da erzählte sie ihm auch vom Unfalltod ihres Verlobten und dass sie damals meinte nie wieder lieben zu können. „Du hast diesen Bann gebrochen, ich liebe dich so sehr!„ hatte sie ihm gesagt.


Sie hatte aufgehört die Stunden an den Wochenenden, die sie immer allein verbringen musste zu zählen. Es war Ende Oktober, regnerisch und kalt. Kein Samstag an dem man raus ging, nicht einmal einen Hund würde man bei diesem Wetter vor die Tür schicken.
Sie hatte sich mit einem Buch und einer Tasse Tee auf ihre Couch gekuschelt. Eingewickelt mit einer flauschigen Decke, wollte sie sich in aller Ruhe dem lesen. Wie immer flogen ihre Gedanken zu Ralf. Die romantische Szene aus dem Buch spielte sich in ihrem Kopf mit ihm in der Hauptrolle ab.
‚Ich will nicht mehr schauspielern. Nicht mehr die Wochenenden allein verbringen.’ Sie fasste den Entschluss Ralf am Montag darauf anzusprechen.
Auch der Sonntag blieb eisig und verregnet, aber nach einem kurzen Telefonat mit Susi, beschloss sie doch noch ein wenig raus zu gehen. Sie packte sich warm ein und ging ein wenig durch den Park. Wenn sie Heim kommen würde, würde sie sich eine Tasse heiße Schokolade gönnen.
Sie war nur eine knappe Stunde weg. Als sie gerade den Schlüssel im Schloss herumdrehte hörte sie diesen grässlichen Piepton, den ihr Anrufbeantworter immer machte, wenn der Anrufende aufgelegt hat. ‚Mist, eine Sekunde zu spät.’ Sie fragte sich wer das sein konnte und ging gleich zum Telefon um nachzuschauen. Der Anrufer hatte keine Nachricht hinterlassen und die Nummer auf dem Display kannte sie nicht. ‚Hm, wenn es was wichtiges war? Ich sollte zurückrufen’
Das Telefon tutete dreimal, dann hörte sie die ihr so vertraute sonore Stimme:
„Schur„
„Ralf?„ Sie war überrascht.
„Judith, Liebste, ich halte es nicht aus ohne dich:„
„Was ist passiert?„
„Nicht am Telefon, können wir uns sehen? Einen Kaffee trinken gehen?„„
„Meinst du das wäre …„
Er unterbrach sie: „Mach dir keine Sorgen darum! Kann ich dich in einer halben Stunde abholen?„
„Ja, okay.„
„Gut dann bis in einer halben Stunde!„ und schon hatte er aufgelegt.

 

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Judith wusste nicht so recht was sie davon halten sollte. Geraden eben hatte sie beschlossen, mit ihm am Montag das Thema der Schauspielerei auf der Arbeit zu besprechen und jetzt rief er an und wollte sie sehen. Er wollte sich in der Öffentlichkeit mit ihr zeigen. ‚Was hatte das zu bedeuten? Und was war passiert?’ Unsicher und auch ein wenig ängstlich machte sie sich fertig. Es dauerte auch nicht lang bis er klingelte. Sie nahm ihre Tasche, den Schlüssel und rannte die Treppe hinunter. Beinahe wäre sie über einen Müllbeutel gestürzt, den jemand achtlos im Treppenhaus hatte liegen lassen. Endlich war sie unten, sie hatte die Tür noch nicht ganz geöffnet als er ihr schon entgegenkam und sie fest in die Arme nahm. Um ihn ansehen zu können, schob sie ihn von sich weg. Ralfs sonst so sanfte Augen waren rot unterlaufen und man konnte seine Verzweiflung in ihnen sehen. „Ralf, was um Gottes willen ist denn los?„
„Lass uns erst ins Kaffee fahren, dann erzähle ich dir alles.„ Versprach er und packte sie bei der Hand.

Sie fuhren nur ein kleines Stück bis zum nächsten Kaffee. Nachdem er ihr eine heiße Schokolade, die sie wünschte und sich einen großen Kaffee bestellt hatte, nahm er ihre Hände ins seine. Er zitterte. „Ralf, bitte sag mir doch was passiert ist!„ Er holte tief Luft. „Als ich Samstag Nacht nach Hause kam… Ich habe dir das bisher noch nicht erzählt…meine Mutter, ich hab sie gefunden.„ Seine Stimme zitterte genauso wie seine Hände. „Beruhige dich erst mal und dann noch mal von vorn, bei deinem Durcheinander versteh ich kein Wort„
Er holte nochmals tief Luft und erklärte ihr dann, dass er die Wochenenden immer mit seiner Mutter verbrachte, aber nicht von ihr gesprochen hatte, weil er sich wegen ihrer Alkoholsucht und der Folgen schämte. Dann kam er zur Samstagnacht: Er hatte seine Mutter tot in der Küche liegend aufgefunden, neben ihr eine fast leere Flasche Whiskey, eine Tablettenschachtel und ein Abschiedsbrief an ihn. Eine Träne lief ihm übers Gesicht, als er Judith erzählte, dass seine Mutter sich umgebracht hatte, weil sie ihn nicht länger beschämen und auch nicht länger auf ihren Tod warten wollte.
Judith beugte sich zu ihm, legte ihren Arm um seinen Hals und ihren Kopf an seinen. Sie sagte kein Wort. Das musste sie auch nicht. Er fühlte sich schon durch ihre Anwesenheit und ihre Umarmung getröstet. Sie blieben lange im Kaffee, bestellten noch nach und unterhielten sich. Ralf erzählte ihr alles von seiner Mutter und wie sie sich nach den Tod ihres Mannes hatte gehen lassen. Wie er jedes Wochenende mit ihr verbrachte um ihr ein bisschen Licht in ihre Schattenwelt zu bringen und wie sehr er sie trotz Allem geliebt hatte.

Es war schon dunkel, als er Judith bat mit ihm nach Hause zu gehen. Er wollte nicht allein sein. Er wollte ihre Nähe spüren, ihre Liebe. Sie war sich darüber im Klaren, dass wenn sie mitginge, sie auch morgen gemeinsam in die Kanzlei gehen würden. Als ob er ihre Gedanken lesen könnte, sagte er: „Mach dir keine Sorgen um irgendwelches Gerede. Ich habe eine Entscheidung getroffen, aber das erzähle ich dir wenn wir bei mir sind.„ Sie brauchte dann aber noch ein paar Sachen. „Dann müssen wir noch kurz bei mir halten.„ Er nickte und sie machten sich auf den Weg.
Die Autofahrt verging wortlos. Bei ihr angekommen, wartete er im Auto, während sie schnell nach oben lief und ein paar Sachen einpackte. Dann fuhren sie genauso wortlos, weiter zu ihm.

 

erotische Kunst von Lovis Wünsche 

Er hatte ein schönes Haus, nicht so groß und pompös wie sie es beim Chef einer so großen Kanzlei erwartet hatte, aber doch luxuriös. Nachdem sie ihre Sachen in der Garderobe abgelegt hatte führte er sie ins Wohnzimmer. Bei diesem Anblick gingen ihr die Augen über. So hatte sie sich ihr eigenes Leben gewünscht, so hatte sie immer wohnen wollen. An den Wänden hingen kunstvolle, wunderschöne Gemälde verschiedener zeitgenössischer Künstler und obwohl die Bilder von unterschiedlichen Malern stammten, schienen sie doch perfekt aufeinander Abgestimmt. Bis auf die Farben der Gemälde und einiger Dekorationsgegenstände, war der Raum in Beige- Schwarz gehalten. Eine riesige, beige Ledercouch stand in der Mitte des Raums, daneben noch ein passender schwarzer Ledersessel, davor ein schwerer in beige gemaserter Marmortisch. Sie hatte erwartet als nächstes einen großen Fernseher zu sehen, doch an der Stelle wo sie ihn vermutet hatte, stand stattdessen ein offener Kamin. Es lag bereits Holz drinnen und neben dran, Anzünder und Papier. Vor Dem Kamin, auf den hellen Fliesen lag ein flauschiger Hochflorteppich, ebenfalls in Schwarz.
Soweit sie sehen konnte, schloss sich an das Wohnzimmer eine offene Küche an, in die er mit den Worten: „Setz dich doch erst mal Liebes!„ verschwand. Er lugte über die Theke der Küche um zu sehen ob sie es sich auch wirklich gemütlich machte. Nach wenigen Augenblicken kam er mit einer Flasche Rotwein und zwei Gläsern wieder zu ihr. „Warum setzt du dich denn nicht?„ Judith schaute sich immer noch ganz begeistert um, sie war tief beeindruckt.

Er stellte Flaschen und Gläser auf dem Tisch ab, setzte sich auf den Teppich mit dem Rücken an die Couch gelehnt und streckte ihr die Hand entgegen: „Komm zu mir!„ Als er ihre kalte Hand ergriff, fiel es ihm wieder ein. Er hatte vergessen den Kamin anzumachen. Mit einem Satz sprang er auf. „Einen Moment, ich will ja nicht dass du bei mir erfrierst.„
„Wie könnte ich!„ antwortete sie lächelnd.
Schnell war das Feuer entzündet und tauchte den Raum in behaglichen Schein und Wärme. Er hatte sich wieder an seinen Platz gesetzt und sie zu sich auf den Boden zwischen seine Beine geholt, so dass sie sich bei ihm anlehnte. Mit einem Glas in den Händen, schauten sie den Flammen zu. Sie träumten Beide von einer ihnen eigenen Welt, in der es weder die Schauspielerei noch die unersättlich spionierende Miss Marple gab. Einer Welt in der es nicht zu verstecken gab und in der auch nicht der Schatten der Trauer alles grau erscheinen ließ.
Sein Arm lag auf ihrem und mit sanften, kleinen Bewegungen streichelte er ihn. Er schaute zu ihr. Im Licht des Kaminfeuers wirkte ihre Haut noch zarter. Die vielen winzigen Härchen verliehen ihr den gleichen samtigen Schein, wie ihn Pfirsiche haben. Er liebte ihre runden Wangen, die gerade noch ein wenig runder wurden und somit verrieten, dass sie lächelte.
„Dein Lächeln gefällt mir.„
„Ich spüre, dass du mich beobachtest.„ Sie drehte sich ihm zu. ‚Ein wirklich hübsches Lächeln, so gütig und beschwichtigend’ dachte er. Um die Augen hatte sie kleine Fältchen, die, wie das Strahlen der Sonne wirkten, wenn sie lachte. Ihre Hellbraunen Augen sahen aus wie große runde Bernsteine, sie strahlten! Eigentlich Strahlte ihr ganzes Gesicht. Zumindest für ihn. Nachdem er sie so eine ganze Weile betrachtet hatte, hörte er sie sagen: „Ein Königreich für deine Gedanken.„ Er lächelte und gab ihr einen Kuss. „Ich kann mich an deiner Schönheit einfach nicht satt sehen.„ Auch wenn sie sich über seine Komplimente sehr freute, wurde sie doch jedes Mal rot. „Ach du…„
Er wollte gerade Wein nachschenken, als sie ihm die Flasche aus der Hand nahm und mit beiden Händen zu Boden drückte. Seine Handgelenke umklammert hielt sie ihn so fest auf dem kuscheligen Teppich und hauchte ihm ein kaum spürbaren Kuss auf die Lippen. Dann noch einen und noch einen. Er wollte ihre Küsse beantworte, doch so sehr er ihr den Kopf auch entgegen hob, zog sie ihren schnell zurück. „Bitte lass mich dich küssen:„ flehte er.
Ihr herausfordernder Blick heizte ihn nur noch mehr an sich los zu reißen, doch auf der anderen Seite wollte er ihr heute gern ergeben sein. Also blieb er nach nur leichter Gegenwehr am Boden liegen und wartete auf das was sie jetzt tun würde. Sie hatte seine Hanggelenke längst losgelassen, aber er ließ seine Arme so liegen und empfing ihren leidenschaftlichen Kuss. Sie machte sich ganz nebenbei daran sein Hemd aufzuknöpfen. Ihre Hände glitten zärtlich über seine Brust, spielten mit seinen Härchen und ihre Küsse wurden intensiver und fordernder. Auf seinen Unterleib gesetzt, öffnete sie langsam ihre Bluse. Ralf lag noch immer wie gefesselt da und schaute ihr zu. Stück für Stück setzte sie die weißen, weichen Rundungen ihrer Brüste frei. Mit einem geschickten Griff hatte sie den Vorderverschluss ihres BHs offen und ihre, vor Lust stehenden Brüste sprangen ihn nahezu an. Wie gern hätte er sich jetzt aufgesetzt, sich in diese wabernde Weichheit gekuschelt, sein Gesicht in ihr vergraben und ihren Duft in sich aufgesogen. Irgendetwas hielt ihn weiterhin am Boden und er schaute ihr dabei zu, wie sie ihre Brüste knetete und ihre Brustwarzen drehte.
Sie beugte sich zu ihm hinunter. Ihre Brüste hingen jetzt direkt vor seinem Gesicht. Behutsam schnappte er, nur mit den Lippen nach der einen. Saugte und Leckte. Dann die Andere.
Langsam lösten sich die Fesseln in seinem Kopf und er nahm seine Hände zu Hilfe, griff und massierte ihren Busen. ‚Wie herrlich warm. Wie weich und doch so rund und …’ er konnte seinen Gedanken nicht zu ende denken. Sie rutschte ein Stück nach unten und zog ihn hoch, dass auch er saß. In enger Umarmung küssten sie sich wild, gierig. Immer intensiver, als wollten sie sich gegenseitig verschlingen. Sie waren so heiß aufeinander, begehrten sich so sehr, dass nichts anderes mehr eine Bedeutung hatte und nichts wichtiger war, als ihr Hunger nach Leidenschaft. Nach und nach entledigten sie sich ihrer Kleider, bis sie völlig nackt auf dem Teppich lagen und ihren Trieben freien Lauf ließen. Sie auf ihm, er auf ihr. Wie zwei Ringer auf der Matte, kämpften sie ihre Schlacht der Leidenschaft, in einem Krieg der Liebe.
Ihrer Leiber fest aneinander gepresst. Im Rausch. Sich gegenseitig schmeckend und fühlend.
Der Schweiß rann über ihre Haut. Sammelte sich in ihrem Nabel. Er leckte ihr das Salz von den Brüsten, von ihrem Bauch und von ihren Leisten. Dieser Körper war das schönste was er je gespürt hatte. Ihr Duft. Ihr Geschmack. Ihr Stöhnen. Das rhythmische wabern ihres Körpers unter seinen Bewegungen. Alles raubte ihm die Sinne. Fester und tiefer drang er in sie ein, vergaß sich selbst dabei und hatte dennoch die Kontrolle über alles. Er schob sein Kommen weiter und weiter hinaus. Genoss das ihre, spürte wie sie spritzte. Sie schrie. Sie wollte nicht schreien. Um sich selbst zur Ruhe zu zwingen, biss sie sich auf die Knöchel ihrer Fingergelenke. Doch sie wimmerte und gurgelte weiter unter seinen Stößen. Jetzt. Jetzt wollte er sich nicht mehr beherrschen. Mit tiefem Stöhnen kam er. Sie spürte die heißen, pulsierenden Entladungen. Sie konnte ihre erzwungene Ruhe nicht aufrechterhalten und schrie sich ihren gemeinsamen Orgasmus aus dem Leib. Erschöpft aber glücklich, legte er sich auf sie. Er fühlte wie ihr Körper noch bebte. Eingesunken in ihr wohlig warmes Fleisch, genoss er.

 

Die Schokospalte ist ein Storyband mit erotischen Geschichten unserer Autorin Anita Isiris.

Nach einer Weile rollte er sich neben sie. Er Griff die Decke, die auf dem Sessel lag und deckte sie und sich selbst zu. Unter der Decke, streichelten sie sich zärtlich weiter.
„Du bist unbeschreiblich. Ich liebe deinen vollen Körper, deine weichen Pölsterchen und all deine ‚angeblichen’ Makel. Du bist einfach perfekt.„ Ergriffen sah er sie an. „Aber ich liebe nicht nur deinen Körper! Ich liebe dich, du bist klug und feinfühlig, aufmerksam und herausfordernd. Du bist die Traumfrau für mich, auf dich habe ich mein Leben lang gewartet!
Und jetzt möchte ich den Rest meines Lebens mit dir verbringen.„
‚Wow’ ihr wurde ganz anders. ’Will er mir jetzt einen Heiratsantrag machen?’
Ich möchte unsere Beziehung offiziell machen, auch in der Kanzlei.„ Sprach er weiter.
„Morgen werden wir deinen Vertrag ändern und ich werde dich als Anwältin in der Kanzlei anstellen. Die Kollegen brauchen gar nicht zu reden. Du hast diesen Job von der Pike auf gelernt, hast studiert und mit deiner Leistung längst gezeigt, dass du es wert bist.„

Kein Heiratsantrag. Sie war erleichtert, denn sie hätte nicht gewusst wie sie reagieren sollte. Sie könnte sich das ja schon vorstellen, aber wenn er ihr einen Antrag machte, dann sollte das nicht nach dem Sex irgendwie dahin gesagt sein. Wenn dann wollte sie einen romantischen Antrag, mit Rosen und Ring und mit allem was dazu gehörte.

Sie lagen und streichelten sich und schliefen ein.
Keiner hatte daran gedacht den Wecker zu stellen und als Judith erwachte schien bereits die Sonne ins Wohnzimmer. ‚Oh endlich ein bisschen Sonne’, doch ihrer Freude darüber verflog schnell als ihr bewusst wurde das sie verschlafen hatten. „Ralf„ sie rüttelte ihn „wir müssen in die Kanzlei, die Sonne scheint schon, es ist spät.„ „Wie spät ist es denn?„ raunte er mit noch geschlossenen Augen. Sie suchte die Wände des Wohnzimmers nach einer Uhr ab. „Ich weiß es nicht?„ Ralf blinzelte, dann war er schließlich richtig wach und angelte das Handy aus seiner Hose. „Es ist Zehn nach Zehn, mach dich nicht verrückt, wir machen uns in aller Ruhe fertig und trinken noch einen Kaffee.„ Nacht wie er war, ging er in die Küche.
Sie sammelte ihre Sachen ein und legte alles ordentlich zusammen. Ging in die Garderobe um ihre Tasche zu holen und rief: „Wo ist das Badezimmer?„
„Treppe rauf, gleich rechts.„ Sie ging nach oben. Eine schnelle Dusche, die Haare hochgesteckt und einen Hauch Make up. Nach einer viertel Stunde war sie fertig und kam in die Küche, in der er noch immer nackend, seinen Kaffee bereits schlürfte. Er stellte seine Tasse ab: „Jetzt geh ich mal schnell…„ Im Vorbeigehen gab er ihr einen Kuss. „Ich liebe Dich!„ Nur Zehn Minuten und auch er war soweit. Sie hatte in der Zeit ihren Kaffee geleert und sich noch einmal Gedanken gemacht. ‚Ob er ihr je einen Antrag machen würde? Und warum musste sie sich ausgerechnet jetzt, wo er doch um seine Mutter trauerte, Gedanken darüber machen?’

Um ihre Gedanken beiseite zu schieben, lachte sie und sagte: „Miss Marple wird Augen machen„ Sie mussten beide Herzhaft darüber lachen. Es war so schön gemeinsam zu lachen. ’Ich bin so glücklich mit ihr.’ ‚Ich bin so glücklich mit ihm.’ Mit diesem Gedanken verließen sie das Haus.

Fortsetzung folgt

 

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