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Geburtstag

Kate H. 

Raul verzweifelte. Morgen würde er Geburtstag haben, der Neunzehnte. Noch war er Jungfrau. Er schaute auf den Dorfbach und das fließende Wasser darin.
Sie sprach von Beziehung. Er wollte ihr alles geben. Nur eins forderte er verbindlich die Entjungferung..., seine Entjungferung. Sie sprach davon zu warten, bis sie fest miteinander verbunden waren. Dann, mit dem Einverständnis ihrer Eltern, wäre es ihr möglich mit ihm den Geschlechtsakt zu vollziehen. Er hatte laut aufgelacht,....mit Einverständnis der Eltern. Die Alten hatten ihr natürlich angeraten zu warten, sich über gängige Verhütungsmethoden zu informieren und mit ihm intensive Vorgespräche zu führen. Wahnsinn....die Eltern, gebildete Akademiker, wollten mit ihm über Sex reden. Seine Freunde lachten ihn aus. Drei Termine wurden ihm vorgeschlagen. Er nahm an. Bevor es dazu kommen sollte, zog er die Notbremse. Er bat Luise ohne Vorgespräche und jahrelanges Tauziehen, mit ihm zu schlafen. Luise schüttelte den Kopf. Raul wurde wütend und deutete ihr unmissverständlich an, dass es vorbei war. Luise weinte. Raul ging.
Von Weiten sah er einen Typen. Es war Hakan, der gedankenverloren auf das Wasser schaute. Dabei kaute er an einem Grashalm. „He, Hakan!“, rief Raul überrascht. „Was machst du hier?“ „Hab frei, und du?“
„Noch drei Tage, dann bin ich weg.“
„Wohin?“, fragte Hakan und spuckte den Grashalm aus.
„Skandinavien, Schweden. Studieren....“
„Wau“, Hakan schaute Raul beeindruckt an.„Hast du Abi?“
„Ja, habe ich... weiter bringt einen das auch nicht.“
„Wie meinst du das?“ Hakan verstand nicht.
„Nur so...., hast du eine Freundin?“
Hakan grinste. „Nicht nur Eine antwortete er.
„Zwei?“, fragte Raul neugierig.
„Manchmal zwei, manchmal drei. Kommt darauf an.“
„Wie machst du das?“
„Keine Ahnung. Ich lerne sie kennen und dann geht es zur Sache.“
„Du meinst, du schläfst mit ihnen?“
Hakan lachte. „Selbstverständlich. Klar lass ich mir gern den Bauch tätscheln, aber im Großen und Ganzen will ich ficken.“
Raul dachte an seine Jungfräulichkeit. „Du, ich habe morgen Geburtstag, werde neunzehn.“
„Schön, freust du dich?“
„Nee bestimmt nicht....“ Raul verstummte. „Kann ich dir was sagen?“
„Klar“, knurrte Hakan.
„Ich werde neunzehn und bin Jungfrau.“
Hakan lachte erneut. Raul war peinlich berührt.
„Nicht so schlimm“, sagte Hakan, zuckte mit den Schultern. „Manche ficken erst mit vierzig oder fünfzig.“
„Ehrlich?“
„Es gibt alles, mach dich nicht verrückt.“
„Mag sein, komischerweise habe ich mir in den Kopf gesetzt bevor ich neunzehn werde mit einem Mädchen zu schlafen. Morgen werde ich neunzehn und habe es nicht geschafft.“
„Hmm“, sagte Hakan. „Das Rad lässt sich drehen.“
„Wie bitte?“
„Ich hätte da eine Idee.“
„Wirklich, schiess los!“, sagte Raul in freudiger Erregung.
„Mona“, antwortete Hakan. „Sie ist absolut zuverlässig, sexy und macht es dir geräuschlos oder geräuschvoll.“
„Mona“, hauchte Raul.
„Sie kostet“, erwidert Hakan betont.
„Sie kostet? Wie? Was?“
„Na klar, sie ist eine Professionelle. Du gehst zu ihr und kaufst kein Brot, sondern du kaufst Sex. Du kaufst die Tatsache, dass du deinen Schwanz in ihre Möse stecken kannst.“
„Du meinst, wir gehen zu einer Prostituierten? Mona ist eine Prostituierte?“
„Klar sie ist eine Hure, Nutte oder wie immer du es nennen willst.“
„Hmm, ich weiß nicht. Das erste Mal mit einer Nutte.“
„Wie du willst. Prioritäten. Schlachtplan A, vor dem Neunzehnten entjungfert werden oder warten auf die Göttliche, die nach geraumen Warten ihr Schlüpfchern herabzieht.“ „Hmm, was kostet Mona?“, fragte Raul. Die Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Sie ist nicht billig. Siebzig Euro.“
„Uuuuh, sagt Raul. Ist nicht der Sonderpreis.“
„Nee, aber dafür erste Sahne.“
„Ich habe meinen Eltern gesagt, dass sie mir Geld geben sollen. Hundert Euro, jedes Jahr dasselbe. Fein säuberlich in einem Briefumschlag zusammengefaltet mit Grußkarte.Eigentlich wollte ich das Geld für Schweden aufheben, doch nun könnte ich es gut gebrauchen. Ich bekomme es aber erst morgen.“
„Ich kann es dir leihen“, sagte Hakan selbstlos.
„Das würdest du tun?“
„Klar, wenn es dir wirklich wichtig ist.“
„Danke Hakan, du bist ein echter Kumpel.“
„Ich fasse zusammen, du hast morgen Geburtstag und willst Sex vor dem morgigen Tag. Richtig?“
„Genau“, antwortete Raul.
„Dann müssen wir jetzt los.“
„Jetzt, ich muss nach Hause, duschen.“
„Quatsch, du stinkst eh, wenn wir da sind, Angstschweiß. Verwette ich einen Zehner mit dir. Es gibt ne Dusche in der Hurenbehausung. Wir nehmen den Bus. Ist früher Nachmittag. Der Bus braucht ne Stunde und Mona muss nicht zwingend fickbereit sein. Lieber mehr Zeit als gar keine. Du willst doch mit deiner Entjungferung in den Tag hinein feiern?“
„Wäre nicht schlecht“, beantwortete Raul die Frage mit einem Grinsen. Raul und Hakan liefen zur Bushaltestelle.
„Hakan, ich bin mächtig aufgeregt?“
„Kann ich mir vorstellen. War nicht anders bei mir.“
„Hast du auch das erste Mal mit Mona....?“, schaute Raul ihn an.
„Nö...“, antwortete Hakan. „um dich zu beruhigen, du bist in den besten Händen. Der Bus hielt. Raul und Hakan stiegen ein. Sie ratterten über die Landstraße bis das Ortseingangsschild ihnen mitteilte, dass sie angekommen waren. Sie schlendern durch enge Gassen. Ein weiß angestrichenes Haus mit einer kleinen Vertäfelung wies daraufhin, dass hier Montana Sophia Lück wohnte. Hakan klingelte. Die Tür öffnete sich von selbst. Vorsichtig gingen sie über die ausgelegten Teppiche. Sie gelangten zu einer weiteren Tür. Hakan klopfte zurückhaltend.
„Herein“, ertönte eine helle Stimme. Raul blieb wie angewurzelt stehen. Er trat ängstlich von einem Bein auf das andere.
Hakan drehte sich um. „Was ist? Los!“
„Schiss, ich hab Schiss. Ich muss aufs Klo.“
„Um Gottes Willen, warte einen Moment, lass uns erst die Fakten klären.“
Raul gab sich einen Ruck, zog die Arschbacken zusammen und schwor sich nicht ans Kacken zu denken.
„Du bist es mein Schöner“, begrüßte Mona Hakan mit einem Lächeln. „Wen hast du mitgebracht?“
„Hallo Mona, spontaner Besuch. Hoffentlich stören wir nicht“, sagte Hakan und machte sich ein wenig größer als er eigentlich war.
„Ihr habt Glück. Ein Kunde hat kurzfristig abgesagt, das Arschloch. Jetzt habe ich den ganzen Nachmittag Zeit zum Träumen. Egal. Was wollt ihr?“
„Wir“, antwortete Hakan, „sind hier um ne Nummer mit dir zu schieben, also besser gesagt mein Freund. Ganz ehrlich, er hat keine Erfahrung. Du sollst ihm zu seiner Entjungferung verhelfen.“ „Ooooh“, antwortete Mona. „Welche Ehre.“ Mit scharfen Blick schaute sie zu Raul. „Du weißt, dass ich nicht ganz billig bin.“
„Ich habe es ihm gesagt“, dass du kostest“, mischte sich Hakan ein. „Gut, dann her mit den Moneten.“
Hakan zog das Geld aus der Hosentasche und bezahlte.
„He..., du zahlst für ihn?“, fragte Mona neugierig.
„Ja, geht in Ordnung. Kann dir egal sein. Hauptsache du bekommst das Geld.“
„Schlaues Bürschen und nun mach dich vom Acker, denn alle weiteren Instruktionen sind für deinen Freund.“
„Ich mache nen Stadtbummel.“
„Was du gehst. Willst du nicht hier warten, im Fall des Falles?“, warf Raul Hakan einen ängstlichen Blick zu.
„Was soll passieren?“
„Keine Ahnung. Ich mein ja nur.“
„Mach dir keine Sorgen, Mona richtet das schon. Spaß oder? Du willst Spaß und hast 70 Piepen investiert?“
Als ob es bei Raul Klick gemacht hatte, wendete er sich Mona zu. „Ich müsste mal aufs Klo“, sagte er.
„Kein Problem, zur Tür raus und dann rechts. Wenn du duschen willst. Frische Handtücher liegen auf dem Regal. Bist du fertig kommst du hier her zurück.“
„Ja Mona“, antwortete Raul bemüht.
Mona wartete schon auf ihn. Sie, mit rasiertem Schädel, an Nase und Mund gepierct, spärlich bekleidet, nahm ihn an die Hand. „Komm mein Kleiner, wir gehen ins Chambre Erotika.“
„Was ist das?“, fragte Raul naiv.
„Wirst du gleich sehen.“ Mona öffnete die Tür zum Chambre. Eine rote Couch stand inmitten des Zimmers. Rot Golden schimmernde Vorhänge verdeckten die Fenster. Die Tapeten waren gemustert. Lampen im Jugenstilstyle dimmten den Raum.
„Setz dich“, sagte Mona. Jetzt bist du hier und hast 70 Piepen gelassen. Wie hättest du´s am liebsten?“
„Keine Ahnung.“ Raul zuckte mit den Schultern.
„Gut, Unerfahren hin oder her. Zieh dich aus!“
Raul entkleidete sich. Zuerst T-shirt, die Hose und zuletzt die Unterhose. Ein wenig beschämt stand er im Raum.
„Was ist mit den Socken?“, fragt Mona stirnrunzelnd.
„Vergessen“ Raul beugte sich nach unten, zog die Socken nacheinander aus, legte sie hübsch drapiert auf Hose und Unterhose.
„Ganz entspannt!“, sagte Mona und schubste ihn, so dass er sich liegend auf der roten Couch wiederfand. Inzwischen hatte auch Mona die Sexy Unterwäsche abgelegt. Er schaute auf sein bestes Stück. Sein Penis war hart und stand gen Himmel.
„Schön, schön“, sagte Mona, „die Lust ist da.“ Dann öffnete sie die Schublade des Schränkchens direkt neben der Couch. Es raschelte. Mona hielt ein Kondom zwischen den Fingern. Sie holte es vorsichtig aus der Verpackung heraus. „Hier mein Süßer“, winkte sie mit dem Kondom.
„Na klar, selbstverständlich“, zischte Raul ängstlich.
Mona näherte sich ihm, stülpte es gekonnt über den Penis. Sie zog und prüfend stellte sie fest. „Sieht gut aus, jetzt können wir loslegen.“
Raul nickte verlegen. Mona ließ sich auf ihn nieder. Sie führte den Penis in die Vagina ein. Plötzlich wurde ihm schwindlig. Reiss dich zusammen sprach er mit sich selbst. Mona begann sich zu bewegen, auf und ab. Raul gefiel es, ein unglaubliches Gefühl durchdrang seinen Körper. Auf einmal, Schwindel, Übelkeit. Je schneller sich Mona bewegte um so schlechter wurde ihm. Halt, Stopp, wollte er aufschreien. Er wand sich unter ihrem Körper. Mona drehte sich, so dass er ihren Po sehen konnte. Raul war furchtbar schlecht. „Runter, runter“,schrie er.
Mona drehte sich um, sah den kreidebleichen Raul.
„Runter“, wiederholte er schreiend.
Sie hob ihren Körper, gab ihn frei. Raul rannte aus dem Zimmer, zum Klo. Er kotzte. Zum ersten Mal Sex, keinen Orgasmus, sondern Kotzen. Er zog die Spülung und wischte die daneben gegangen Kotzspritzer weg. Sein Kopf drehte sich. Einige Minuten saß er nackt, mit angezogenen Beinen neben dem Klo. Er raffte sich auf und ging mit angezogen Schultern ins chambre zurück. Er sichtete die Klamotten.
Angezogen saß Mona auf der Couch und fragte ihn: „Alles in Ordnung.“
„Ja, geht schon wieder, vielleicht ein Infekt den ich mir zugezogen habe.“
„Kann sein“, sagte Mona oder „Angst etwas Verbotenes zu tun.“
„Vielleicht, keine Ahnung.“ Raul war die Angelegenheit furchtbar peinlich. Er mochte nicht über die möglichen Gründe seines Versagens nachdenken, lieber wollte er verschwinden.“
Während er seine Sachen anzog, sagte er. „Tut mir leid. Hab ich nicht gewollt.“ „Keine Sorge, dass kann schon mal passieren. Mach dir keinen Kopf. Wenn es dir besser geht, komm wieder. Hast noch was offen.“
„Mal sehen“, antwortete Raul peinlich berührt.
Er gab Mona die Hand und verließ das Haus mit der Vertäfelung Montana Sophia Lück. Ein bisschen wie ein unüberwindbarer Berg die Monatana Sophia. Wo war eigentlich Hakan? Während er darüber nachdachte, kam dieser um die Ecke geschlendert. „Na wie war´s?“, fragte er.
„Das reine Himmelfahrtskommando.“
„Gut?“
Raul lachte. „Ich habe ihr das Klo vollgekotzt.
Hakan hielt sich die Hände vors Gesicht. „Oh, nein du Stümper.“
„Sie ist wirklich nett, hat gesagt, ich kann wiederkommen.“
Hakan schüttelte den Kopf.
„Ich bin dir trotzdem dankbar. War ne super Idee. Ich habe einen Hauch Ahnung und werde mir hoffentlich bald ein Mädchen an Land ziehen.“
„Ne schwedische Braut“, mutmaßte Hakan mit einem Stirnrunzeln.
„Klar, warum nicht. Morgen feiere ich erstmal Geburtstag. Kommst du?“
„Fette Party, Bräute?“
„Meine Kusine kommt. Sie ist intelligent und süß.“
„Intelligent ist mir egal, -hauptsache süß. Ich komme.“

Stunden später war Raul sehr müde, aber mächtig stolz darauf, dass er vor seinem Neuzehnten ein halbe Selbstentjungferung zustande gebracht hatte.

 

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