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Tod und das Mädchen, Der

Nicolas DeChambre 


Michael stand nur da und blickte auf den metallischen Trümmerhaufen, der einst sein Auto gewesen war. Hätte man ihm erzählt, dass sich ein Wagen so um einen Baum wickeln kann, er hätte denjenigen für völlig verrückt gehalten. Es war geradezu nicht zu erkennen, wo das Auto endete und der Baum begann, sie waren eins geworden. Wie konnte er dies bloß überlebt haben?HAST DU NICHT.
Michael runzelte die Stirn. Ganz deutlich hatte er etwas gehört. Doch es waren nicht die Ohren, mit denen er die Worte wahrgenommen hatte. Vielmehr waren die Worte direkt und ohne Umweg in seinen Kopf gelangt. Vielleicht war das eine Nachwirkung des Unfalls. Schließlich kann man so einen Unfall ja nicht ganz unbeschadet überstehen.
DU HAST DEN UNFALL NICHT UNBESCHADET ÜBERSTANDEN.
Wieder war die Stimme direkt in seinen Kopf gelangt, ohne die Ohren zu bemühen. Michael schluckte. Dann wagte er es, neben sich zu blicken. Dort stand eine große Gestalt, die ihn gut zwei Köpfe überragte. Sie war in eine weite Kutte gekleidet, die das schwärzeste Schwarz aufwies, was man sich nur vorstellen konnte. Das Schwarz war so finster, dass man förmlich glaubte, blind zu sein, wenn man darauf blickte. Doch das war noch nicht alles. In der knochigen Hand hielt die Gestalt eine Sense. Michael musste nicht das Gesicht sehen, das die Gestalt unter der Kapuze der Kutte verbarg. Er wusste, dass er dort bloß einen nackten Schädel erblicken würde.
„Du bist der Tod“, stellte Michael fest.
JA, gab die vermummte Gestalt zurück, ohne sich zu regen. Die Worte gelangten wieder direkt in Michaels Kopf.
„Der leibhaftige Tod?“
VIEL FLEISCH IST NICHT MEHR AN MIT DRAN, ABER JA. HAST DU EIN PROBLEM DAMIT?
„Na ja, schwarze Kutte, Skelettschädel und Sense. Ist das nicht etwas zu typisch?“
Der Tod blieb unbeeindruckt.
ICH NEHME IMMER DIE GESTALT AN, DIE SICH DER VERSTORBENE FÜR MICH VORSTELLT.
ICH KÖNNTE MICH AUCH IN DIE GESTALT VON FRAU HEZEL, DEINE EHEMALIGE ENGLISCHLEHRERIN, ANNEHMEN; WENN DIR DAS LIEBER IST.
Augenblicklich verschwand die Gestalt in der Kutte und machte eine viel jüngeren Gestalt Platz, die schwarze, lockige Haare hatte, schlanke, nett anzusehende Gestalt.
Michael wich instinktiv einen Schritt zurück.
„Nein, danke.“
Der Tod verwandelte sich zurück und regte sich abermals nicht.
WIE DU WILLST.
Michael sah wieder auf den Trümmerhaufen, der einst sein Auto gewesen war. Mann, wie konnte das bloß passieren?
DU BIST ZU SCHNELL GEFAHREN, KAMST VON DER FAHRBAHN AB, VERWECHSELTEST DAS GASPEDAL MIT DER BREMSE UND PRALLTEST MIT VOLLER WUCHT GEGEN DEN BAUM.
„Das weiß ich auch“, gab der junge Mann ungehalten zurück.
TSCHULDIGUNG. ICH WOLLTE NUR FÜR KLARHEIT SORGEN.
In der Ferne hörte man die Sirenen der Feuerwehr und des Notarztes. Sie würden zu spät kommen.
BIST DU SICHER, DASS DU HIER BLEIBEN WILLST? DIE MEISTEN SIND SEHR GESCHOCKT, WENN SIE IHRE EIGENE LEICHE ERBLICKEN. UND, UNTER UNS: DEINE LEICHE SIEHT NICHT BESONDERS GUT AUS.
Michael war einundzwanzig und hatte noch nie mit einem Mädchen geschlafen. Das sollte nicht heißen, dass er auf Jungs stand, sondern dass er noch nie mit einem Mädchen Sex hatte. Oh, er hatte bei Mädchen geschlafen, aber nie mit ihnen. Er war so etwas wie ein Samariter, eine Seelenklempner, der von den Mädels gerufen wurde, wenn sie reden mussten, jemanden an ihrer Seite brauchten, wenn die Welt mal nicht eine einzige Party war. Aber zum Sex kam es nie. Dabei sah Michael nicht einmal schlecht aus. Er war groß, schlank, nicht unbedingt sportlich, aber auch nicht unathletisch. Er hatte nussbraune Augen, blonde kurze Haare und ein freundliches Äußeres. Doch die Mädels schienen auf etwas anderes zu stehen, etwas, was Michael nicht hatte. Er konnte es nicht benennen. Doch das Fehlen dieses Etwas führte dazu, dass er als Sexualpartner nicht in Frage kam. Umso erfreuter war er, als das mit Lisa endlich Formen annahm. Lisa war ein neunzehnjähriges Mädchen, nicht ganz schlank, aber nett anzusehen. Michael fand ihre Sommersprossen süß, die sie jedoch total hasste. Ihr langes rotes Haar war gelockt und ließ sie mit ihrer fast immer schwarzen Kleidung an eine Hexe erinnern. So weit war der Vergleich gar nicht hergeholt, wenn man ihren Klassenkameraden glaubte. Sie war die typische Außenseiterin, ein Aschenputtel, das sich einst als wunderschöner Schwan entfalten würde, doch das sah im Augenblick nur Michael. Lisas Augen waren jedoch auf jemand ganz anderes gerichtet: Stephan Brinkmann, der coolste Typ der Gegend. Ein Adonis, der jede haben konnte und sie sich auch nahm. Reihenweise brach er die Herzen der Frauen, was ihm aber keine Probleme bereitete, neue Mädels aufzureißen. Und doch war Michael mit Lisa zusammengekommen.
SIE LIEBT STEPHAN.
„Was?“
Michael war förmlich aus seinen Gedanken gerissen worden. Er blickte wütend auf den Tod, der noch immer reglos dastand.
SIE LIEBT STEPHAN.
Michael blickte den Tod ungläubig an. Doch der regte sich nicht.
„Aber wir wollten heute miteinander schlafen! Deshalb war ich doch zu ihr unterwegs!“
HMM.
„Was heißt da “Hmm“?“ Michael war außer sich.
DAS MUSS SIE VERGESSEN HABEN.
Michael fiel die Kinnlade runter.
„Was soll das nun wieder heißen?“
IM AUGENBLICK SCHLÄFT SIE MIT MARC.
„Marc?!!! Aber...“ Weiter kam Michael nicht. Es war so, als wäre er wieder gegen den Baum gefahren. Das ganze war zu unglaublich.
WENN ES DIR HILFT: ES WÄRE NICHT BESONDERS GEWESEN. SIE HÄTTE DICH NUR BENUTZT, UM STEPHAN ZU BEEINDRUCKEN. DER STEHT NÄMLICH NICHT AUF JUNGFRAUEN.
Michael war nun vollends niedergeschlagen. So bemerkte er auch nicht, wie die Feuerwehr und der Notarzt eintraf, um sogleich zu beginnen, ihn, beziehungsweise sein totes Ich aus den Wagen zu befreien.
ICH GLAUBE, ES IST ZEIT ZU GEHEN.
Widerstandslos folgte Michael dem Tod, ohne auf seine Umgebung zu achten.
„Ich werde als Jungfrau in den Himmel kommen“, stellte er resigniert fest.
WAS HABT IHR MENSCHEN ES ALLE BLOSS SO MIT DEM SEX? WAS IST SO BESONDERS DARAN?
Michael zuckte mit den Schultern.
„Es ist das schönste, was man hier auf Erden erleben kann.“
Der Tod schien zu nicken.
WIE FÜHLT SICH DAS DENN AN?
„Weißt Du das nicht?“
NEIN. ICH BIN TOD.
Nun nickte Michael verstehend.
„Ach so.“
Sie gingen weiter, ohne dass Michael recht wusste, wohin sie eigentlich gingen.
Plötzlich blieb er stehen.
„Ich kann noch nicht mitkommen“, sagte er bestimmt.
Zum ersten Mal sah der Tod ihn an und Michael blickte auf seinen kahlen, knochigen Schädel.
WAS MEINST DU DAMIT?
Das Gebiss vom Tod hatte sich nicht bewegt.
„Ich kann nicht als Jungfrau in den Himmel kommen“, erklärte Michael. „Ich meine, all die Typen, die die Mädels verarschten, denen ich dann half, nur damit sie sich dann wiederum neuen Arschlöchern zuwandten, hatten Sex. Sie bekamen, was sie wollten. Ihnen wurde dieses große Geschenk zu Teil, das sie nicht mal zu schätzen wussten. Aber ich... Ich mein, die lachen mich doch aus, wenn sie zu mir kommen.“
DAS WERDEN SIE NICHT.
„Was? Mich auslachen oder zu mir kommen?“
BEIDES.
„Und die Mädels? Lisa? Ich käm mir wie ein Verlierer vor.“
AUCH AUF SIE WIRST DU NICHT TREFFEN.
Michael zog die Stirn in Falten.
„Wie meinst Du das?“
ES IST NOCH NIE EINE VON DENEN ZU UNS GEKOMMEN. FÜR SIE SIND, NUN, ANDERE ZUSTÄNDIG.
Bei dem Wort ANDERE deutete er nach unten.
Michael nickte verstehend.
DORT UNTEN KÖNNEN SIE DANN EWIG MIT DEN TYPEN ZUSAMMENSEIN, DENN SIE SCHON ZU LEBZEITEN HERZ UND SEELE VERKAUFTEN.
„Mit dem Verzeihen habt ihr es wohl nicht so“, stellte Michael fest und ging weiter.
ALLES HAT SEINEN PREIS. UND WIE ES BEI EUCH HEISST: IRGENDWO HÖRT DER SPASS AUF.
Sie gingen wieder eine Weile, bis Michael erneut stehen blieb.
„Ich kann trotzdem so nicht mitkommen. Ich meine, ich hätte ständig das Gefühl, etwas verpasst zu haben, noch etwas erledigen zu müssen.“
Bei diesen Worten schien der Tod zu zucken. Langsam drehte er sich um und sah Michael lange an. Dann hob er die Schultern und ließ sie resignierend fallen.
NA SCHÖN.
Michael war verwirrt.
„Was soll das heißen?“
DU SOLLST DEIN EINES MAL BEKOMMEN.
Erstaunen zeichnete sich auf Michaels Gesicht ab.
„Das könntest Du tun?“
ICH HAB SO MEINE MÖGLICHKEITEN, AUCH WENN ICH SIE UNGERN ANWENDE. ABER LIEBER DAS, ALS NOCH EINEN UNRUHIGEN GEIST, AUF DEN ICH ACHTEN MUSS.
Michael hatte gar keine Zeit, diese Worte zu durchdringen, denn einen Augenaufschlag später standen sie vor einem großen alten Haus, dessen Außenansicht keinerlei Zweifel an dem Zweck des Gemäuers aufkommen ließ.
„Das ist ein Bordell“, stellte Michael fest.
DIR KANN MAN ECHT NICHTS VORMACHEN. KOMM.
Damit schritt der Tod durch die große Tür, die sich wie von selbst öffnete.
„Äh, warte mal“, rief Michael ihm nach und der Tod blieb stehen, um ihn verwundert anzublicken, jedenfalls glaubte Michael, dass es Verwunderung war, denn die Gesichtszüge des Schädels konnten sich natürlich nicht verändern.
„Glaubst Du nicht, du fällst mit deinem Aussehen dadrin nicht etwas auf?“
NEIN. DIE KÖNNEN MICH NICHT SEHEN. UND SELBST WENN. DIE SEHEN DIE SCHRÄGSTEN SACHEN. DA BIN ICH NOCH HARMLOS.
Michael gab sich mit dieser Antwort zu Frieden und folgte dem Tod in das Etablissement. Erstaunt wie ein Kind im Spielzeugland sah er sich um. Wirkte das Haus außen auch recht alt, war es drinnen vom Feinsten eingerichtet. Die Wände waren von einem leuchtenden Rot, überall hingen alte Bilder, nicht modernes. Es gab zahlreiche Tische, ein Bar, gedämpftes Licht und sogar eine Tanzfläche. Und eine Menge Frauen aller Altersstufen. Eine schöner als die andere. Nicht so, wie man es vermuten konnte. Nein, sie waren alle recht anständig gekleidet, dezent geschminkt und wirkten schon dadurch, nun, ungefährlich. Michael hatte selbst oft daran gedacht, einmal so ein Haus aufzusuchen, hatte sich aber immer vor der Vorstellung gefürchtet, was für “aggressive“, barsche Frauen ihm hier begegnen würden. Doch diese hier wirkten alle irgendwie nett. Er konnte sich gut vorstellen, dass man sich mit ihnen auch unterhalten... Irgendwie fand Michael diesen Gedanken angesichts dessen, dass er sich in einem Bordell befand, komisch. Außerdem war es nicht lange her, dass er gestorben war. Und kurz vor ihm stand eine riesige Gestalt in einer schwarzen Kutte und mit einer Sense in der skelettartigen Hand. Wenn das nicht bizarr war, dann...
HÖR AUF, ZU DENKEN UND SAG MIR, WELCHE DU WILLST.
Michael wurde aus seinen Gedanken gerissen. Erst blickte er den Tod verwirrt an, dann registrierte er dessen Anordnung und sah sich um. Hier gab es wirklich schöne Frauen, aber Michael suchte nach etwas bestimmten. Wenn er schon einmal – und schließlich sollte es ja wohl auch sein letzte Mal sein – die Gelegenheit hatte, dann sollte es auch die Richtige sein. Und er fand sie, direkt vor sich, an der Bar sitzend. Rotes, feingelocktes Haar, das ihr bis über die Schulter ging, grüne Augen, leichte Sommersprossen, weiße, fast elfenbeinartige Haut, schlank und eines der wunderbarsten Lächeln überhaupt.
Bevor er etwas zum Tod sagen konnte, ging der schon zielstrebig auf die junge Frau zu – wie war wohl kaum älter wie Michael – und im nächsten Moment stand sie auf und ging voran. Der Tod folgte ihr.
KOMM SCHON, forderte er Michael etwas ungehalten auf.
Die rote Schöne ging einen Gang entlang, der aus vielen Türen bestand, hinter denen man verschiedene Seufzer der Lust vernahm. Michael merkte, dass er errötete. Auf der anderen Seite war er völlig fasziniert und hätte nur zu gerne mal hinein...
DU HAST SCHON DEIN GANZES LEBEN NUR ZUGESCHAUT. JETZT WIRD ES MAL ZEIT, ES SELBST ZU TUN.
Und schon standen sie in einem kleinen Zimmer, das ebenso beruhigend wirkte, wie die Räumlichkeiten zuvor. An der Wand stand ein großes Bett, das mit seidigen Laken bedeckt war. Ein kleines Nachtschränkchen daneben, rote Wände, helle, farbenfrohe Bilder, kein Sexspielzeug. Das freute Michael am meisten.
Ehe sich Michael versah, kam die rote Schöne auf ihn zu, lächelte ihn an und zog ihn mit zu Bett.
„Sie kann mich sehen und anfassen“, stellte Michael etwas entsetzt fest.
WENN SIE ES NICHT KÖNNTE, WÜRDE SICH DIES DAS GANZE ERHEBLICH ERSCHWEREN. SIE HEISST ÜBRIGENS LAILA.
„Aber kann sie dann nicht auch Dich sehen und hören?“
NEIN. DAS KANNST NUR DU.
Laila öffnete ihr rotes Kleid und ließ die Träger verführerisch über ihre Schultern gleiten. Die Schwerkraft bemächtigte sich des Stoffes und zog ihn nach unten. Lailas Brüste waren einfach vollkommen und ihre dunkelbraunen Warzen standen erwartungsvoll auf.
Michael konnte gar nicht den Blick von ihnen wenden, was bei Laila ein wunderschönes Lachen hervorrief. Noch nie hatte Michael so sehr eine Frau gewollte wie diese.
NA DANN IST JA ALLES KLAR.
Michael achtete gar nicht mehr auf die Stimme des Todes. Ohne Angst hob er seine Hand und berührte Lailas Brüste. Laila legte ihre Hände auf die seinen und bewegte sie rhythmisch über ihre Haut, presste sie zusammen und stöhnte auf, wenn Michael den Druck an ihre Brüste weitergab.
Dann führte sie Michael zum Bett, wo er sich hinsetzte, ohne die Augen von seiner Verführerin zu nehmen, während sie, mit ihren Zähnen ihre Lippen massierend, auf ihn hinabblickte. Wieder nahm sie seine Hände und führte sie zu ihrem Slip. Michael konnte die Feuchtigkeit spüren, die sich darunter gebildet hatte. Mit seinen Fingern fuhr er darüber und entlockte Laila ein wohl wollendes Seufzen.
Schließlich zog er Laila den Slip herunter, die gleichzeitig aus ihren Schuhen glitt. Wieder nahm sie seine rechte Hand und legte sie auf ihre nun unbedeckte Nässe. Wieder massierte Michael die nicht ganz rasierte Partie und Laila kam ihn mit ihrem Becken entgegen. Schließlich spreizte Michael zwei Finger ab und lief sie in Laila hinein- und wieder hinausgleiten. Laila legte den Kopf in den Nacken, biss sich nun noch kräftiger auf die Lippen und legte ihre Arme stützend auf Michaels Schultern. Michael erhöhte den Rhythmus und ließ die Finger noch tiefer in sie eindringen. Es fühlte sich phantastisch an.
Laila ließ ihren Kopf hin- und herwirbeln. Ihre Fingernägel gruben sich in Michaels Schultern. Schließlich drückte sie ihn zurück und beförderte ihn mit dem Rücken auf das Bett. Während er weiter mit seinen Fingern in sie eindrang, zog sie ihm seine Pullover und das Hemd aus, wodurch er seine Tätigkeit unterbrechen musste. Dann war seine Hose dran, wobei sie auch seine Schuhe und Strümpfe wegschleuderte. An seinem Slip zerrte sie solange, bis er riss. Bevor Michael etwas sagen konnte, versenkte sie schon ihren Kopf in seinem Schoss und nahm sein schmerzhaft erigiertes Glied in ihren Mund auf, um genüsslich daran zu saugen. Michael blieb für einen Moment die Luft weg.
IST ES SO, WIE DU ES DIR VORGESTELLT HAST?
„Phantastisch“, hauchte Michael gepresst. Er hatte noch immer Schwierigkeiten, Luft zu holen, während Laila genussvoll mit immer wieder veränderten Druck sein Glied mit ihren Lippen massierte.
Michael ließ es geschehen. So musste sich der Himmel anfühlen.
NUN, NICHT GANZ...
„Bitte sei ruhig“, entfuhr es Michael. Laila schien von dem Zwiegespräch zwischen ihm und dem Tod nichts mitzubekommen. Ihre Zunge schien endlos und umschlang seine ganze Erektion. Wie hatte er nur so lange darauf warten können?
Schließlich erschien Lailas Kopf wieder. In ihren Händen hielt sie ein Kondom, was sie ohne viel Mühe über sein Glied streifte. Im nächsten Moment saß sie schon auf seinen Schoss und führte es vollständig in sich ein, um sofort ihr Becken kreisen zu lassen.
Michael fühlte sich wie im siebten Himmel. Wie warmer Apfelkuchen ging es ihm durch den Sinn.
WIE BITTE?
Michael wurde sich wieder der Anwesenheit des Todes bewusst, der über ihn gebeugt dastand und abwechselnd zwischen Michael und Laila, die sich extatisch auf ihm bewegte und ihren Kopf wild herumwarf, hin und her blickte. Michael hatte das Gefühl, irgendetwas tun zu müssen, um Laila abzulenken, auch wenn ihm bewusst war, dass sie den Tod gar nicht sehen konnte. Er griff ihre Brüste und begann, sie zu kneten. Sie fühlten sich einfach großartig an.
WAS MEINST DU MIT WARMEN APFELKUCHEN?
„Ich verstehe nicht“, entgegnete Michael, der von Lailas Ritt fasziniert war.
DU MINTEST, ES WÜRDE SICH ANFÜHLEN WIE WARMER APFELKUCHEN.
Michael überlegte.
„Das sagt man bloß so. Ein Zitat halt.“
ACH SO. ICH DACHTE SCHON, DASS WIR AUCH EINFACH IN EINE KONDITOREI HÄTTEN GEHEN KÖNNEN. DAS WÄRE WENIGER KOMPLIZIERT GEWESEN. IMMERHIN MUSS ICH HIER EINIGES MANIPULIEREN.
„Dafür bin ich auch dankbar.“
NICHTS ZU DANKEN.
Michaels Lust stieg ins Unermessliche, als er Laila bei ihrem Ritt auf sich beobachtete. Schließlich griff er sie und zog sie von sich runter. Sie landete mit dem Bauch auf den Laken. Sofort war er hinter ihr und zog ihr Gesäß nach oben, breitet ihre Schenkel und drang von hinten in sie ein. Rhythmisch stieß er in sie hinein, tastet mit seiner rechten Hand über ihren perfekten Rücken, der sich unter ihm genussvoll krümmte, während er mit der anderen Hand ihr Gesäß festhielt.
WIE FÜHLT ES SICH DEN AN?
Wieder wurde Michael aus seinen Gedanken gerissen.
„Was?“ So hatte er sich sicherlich nicht sein Erstes Mal vorgestellt. Schon gar nicht, dass der Tod ihn dabei beobachtete. Dafür wunderte er sich, wie ruhig er dabei war und problemlos alles bewältigte.
NUN, ICH HABE JA KEINE ERFAHRUNGEN, UND BISHER HAT JA AUCH KEINER DIESEN WUNSCH, ALSO DEINEN WUNSCH, GEÄUSSERT. UND ICH WEISS ES JA SCHLIESSLICH NICHT. UND DA WOLLTE ICH BLOSS MAL DIE GELEGENHEIT ERGREIFEN UND NACHFRAGEN.
Michael zog die Stirn in Falten, während Laila unter ihm lustvoll stöhnte und ihn dazu antrieb, härter zuzustoßen.
„Du klingst fast so, also wolltest du es selbst mal probieren.“
WENNS DIR NICHTS AUSMACHT.
Wenn er gekonnte hätte, hätte Michael die Stirn noch mehr in Falten gelegt.
„Du meinst...?“
ICH WÄRE DIR SEHR VERBUNDEN. SCHLIESSLICH BEKOMME ICH DIE GELEGENHEIT WOHL NIE WIEDER.
Kaum hatte Michael die Verwunderung abgestellt und damit begonnen, geistig seine Zustimmung zu geben, fand er sich einen Augenschlag später schon in einer ganz anderen Position wieder. Er blickte auf sich selbst, wie er Laila von hinten nahm. Seine Verwunderung dauerte nur einen Augenblick, denn vor Schreck wäre ihm beinahe die Sense aus der Hand gefallen. Er war in Tods Körper und Tod, nun, war in seinem und in Lailas Körper, irgendwie. Der Tag war schon so oft bizarr gewesen, dass Michael sich wunderte, dass er... Ach, egal.
„Und?“ Die Stimme hatte er anscheinend behalten.
IRGENDWIE FEUCHT UND DOCH WARM.
Michael nickte und hoffte gleichzeitig, dass sich der Schädel nicht plötzlich löste.
„Wie warmer Apfelkuchen.“
HABE NOCH NIE APFELKUCHEN PROBIERT, ABER DAS WERDE ICH ALS NÄCHSTES TUN.
Lailas Stöhnen wurde immer lauter, ihre Beckenbewegungen heftiger. Schließlich löste sie sich von Michaels Körper mit einem extatischen Schrei, schmiss ihn auf den Rücken, um ihn wieder zu besteigen. Wild ließ sie ihr Becken kreisen und presste Michaels Hände an ihre Brüste, forderte sie auf, sie wild zu kneten.
OH MANN. SO ETWAS KANN NUR AUS DER HÖLLE KOMMEN.
„Sex?“
AUCH DAS.
Michael sah weiter zu, wie Laila seinen Körper bearbeitete. Der Tod schien nur in der Lage, alles hinzunehmen, was sie mit ihm veranstaltete, sie nagelte ihn regelrecht unter sich fest. Und schließlich konnte sich auch der Tod nicht mehr halten. Als er kam, schrie Laila laut auf und ließ ihren Körper auf den seinen gleiten. Kaum war das geschehen, bemerkte Michael, dass er wieder in seinem Körper war und Tod ihn mit der Sense in der Hand anblickte. Gleichzeitig spürte er sein Glied pulsieren.
Sofort rollte er herum und begrub Laila unter sich, nur um wieder tief in sie hineinzustoßen. Sie schlang ihre Beine um in herum und genoss jeden Stoß.
Die Zeit erschien Michael unendlich, so, als ob er jedes Sexerlebnis, welches er in seinem jungen Leben hätte machen können, nun zeitlich aneinander gereiht durchlebte. Besser konnte Sex nicht sein.
Als Michael mit dem Tod wieder die Straße entlangging, hatte er wirklich den Eindruck, nichts auf Erden verpasst zu haben. Im Gegenteil.
„Danke“, meinte er nur kurz.
ICH DANKE DIR.
Beide schwiegen eine Zeit.
ICH WERDE MICH DAFÜR EINSETZEN, DASS AUCH FRAUEN OBEN ZUGELASSEN WERDEN.
Michael musste lächeln. Ja, sie bereiteten ihn so manche Schwierigkeiten und konnten einen sogar in den Tod treiben. Aber die Ewigkeit machte ganz ohne sie auch keinen Spass.

Copyright Nicolas DeChambre 2005

 

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