Kätzchen

Kätzchen

Ich erkenne sie sofort, obwohl das Foto, das sie mir geschickt hat, schon einige Jahre alt ist. “Kätzchen”, sage ich. “Herrin”, sagt sie und schlägt die Augen nieder.
Klein und zierlich habe ich sie mir vorgestellt. Sie überragt mich um einen halben Kopf, und unter dem kurzen Kleid spielen die Muskeln. Kein Kätzchen, sondern eine Raubkatze. Trotzdem wird sie sich mir bedingungslos beugen, mich als ihre Meisterin anerkennen und mir ihren Körper überlassen, den ich durch den Schmerz in die Ekstase führen werde.
Erst einmal überprüfe ich ihren Gehorsam, indem ich in ihre langen Haare fasse und ihr zuflüstere: “Auf die Knie!” Sie tut es. Ich beuge meinen Kopf zu ihr und küsse sie lange und ausgiebig. Hier, mitten in der Ankunftshalle. Sie schmeckt nach Zimtkaugummi und Lippenstift.
Als ich fürs erste genug von ihr habe, sage ich: “Lass uns gehen.”
Ich folge ihr zum Mietauto, das sie genau vor der Halle im Halteverbot geparkt hat. “Das gibt Strafe”, sage ich und sehe sie fest an. Ihre Augen glitzern. Wir fahren los, in die Provinz, in ein kleines Kaff, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe.
“Wohin fährst du?” fragt mich mein Mann, als ich ihm sage, dass ich für ein Wochenende weg will.
“Mit einer Freundin nach London, zum Shoppen”, antworte ich.
Das ist nicht einmal gelogen. An der Adresse, die sie mir genannt hat, habe ich eine Art Grundausstattung besorgt. Braucht viel Platz im Koffer und wäre aufgefallen. Lieber erledige ich das vor Ort.
Ich werde hochgeschlossen auftreten. Es ist nicht leicht, für meine Figur etwas zu finden, worin ich nicht lächerlich aussehe. Hier in England kennen sie das Problem wohl. Die hohen Stiefel und das Lederkleid sind zwar teuer, aber sie lassen mich nicht mollig, sondern imposant wirken. Ich bin zufrieden.
Sie fährt mich zu dem Raum, den sie immer nur “den Keller” genannt hat.
Dort wird man mich schulen, mir die Anwendung der Peitschen, Ziemer, Gerten und Schlagstöcke erklären. Man wird mir den Gebrauch von Codewörtern beibringen und mich lehren, auf welche Zeichen ich bei einer Sub zu achten habe, die mir zeigen, dass ich an ihre Grenzen gerate.
Als ich das erste Mal einer gefesselten, nackten Frau gegenüberstehe und eine Züchtigung vornehmen soll, zittere ich noch vor Aufregung. Der erste Schlag auf ihre prallen Pobacken durchfährt meine Klit wie ein Blitz. Spätestens jetzt weiss ich, dass ich genau dort bin, wo ich immer sein wollte.
Mein Kätzchen habe ich seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Irgendwann betritt sie den Raum und beobachtet mich bei der Arbeit. “Du machst das wunderbar”, sagt sie. “Ich habe mich nicht in dir getäuscht.”
Später dann, wenn man finden wird, dass ich genug gelernt habe, wird man sie nackt freischwebend aufhängen. Ihre Arme und Beine werden gespreizt sein, die Hand- und Fussgelenke in Ledermanschetten mit Ketten an Stahlträger gebunden. Ich werde eine Gerte wählen, und ich werde sie auf diesen wunderbaren Körper niedersausen lassen, der in diesem Moment ganz und gar mir gehören wird. Ich werde sie bis zum Gehtnichtmehr reizen und erregen und quälen und ihr Schreien beim Orgasmus wird bis weit in die umliegenden Wälder zu hören sein. Noch später wird man auch mir eine besondere Behandlung angedeihen lassen. Man wird mich, die spröde und kühle Dom, so weit bringen, dass ich mit fieberroten Flecken auf der Brust darum betteln werde, endlich Erlösung von der bis zur Unerträglichkeit gesteigerten Lust zu erfahren.
Aber das ist eine andere Geschichte.

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