Heidi in the garden
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Heidi in the garden

Sie heuerten vor allem junge Frauen an, die in den Semesterferien ihr Gehalt ein bisschen aufbessern wollten. Gefragt war vor allem BMI 35 +, also diese drallen Frauen, die es nicht auf den Model-Laufsteg schaffen, aber in der Blüte ihres Lebens stehen und bei jedem Mann eine Erektion verursachen, der ihnen auf den Hintern starrt. Ein erhöhter BMI schlägt sich oft in den Pobacken nieder. Wir wissen, dass sich dort der Musculus Glutaeus Maximus befindet. Aber es geht nicht um den Muskel. Es geht um das weiche, warme, mollige-geile Frauenfett im Hüftbereich. Das, wonach alle schmachten.

Wenn sie den verwilderten Garten betraten, der das alte, wie mit einer Patina überzogene Schloss umgab, hatten alle ein eigentümliches Herzklopfen. Es war Sommer, man trug leichte Kleider, fühlte Schmetterlinge im Bauch, und wer bereit war, hier sein Gehalt aufzubessern, ahnte zumindest, was ihn erwartete. Die Schlossherrin war hochgeschossen und trug einen streng organisierten Dutt. Solche Frauen gibt es im Grunde nicht mehr. Schön, kühl, distanziert, in teure Gewänder gehüllt. Sie empfing die Studentinnen mit energischem Händedruck und bat sie in die kühle Steinküche. Dort duftete es nach frisch gebackenem Brot, nach Räucherfleisch und nach selbst gebrautem Bier. Das Schloss verfügte tatsächlich über eine eigene Brauerei. Die Schlossherrin setzte sich an den Küchentisch aus italienischem Travertin und bot den Gespielinnen einen Platz ihr gegenüber an. Aufgetragen wurde frisches Brot und Wasser.

Der Dialog spielte sich immer auf dieselbe Weise ab: Mit einer Frage und einer abschliessenden Feststellung.

Die Frage: «Bis wann gedenkst Du zu bleiben»?

Die Feststellung: «Ab heute heisst Du Heidi. Bei uns heissen alle Frauen Heidi».

Hier sei angefügt, dass den jungen Frauen ihre Rolle als Lustobjekt bekannt war. Dafür erhielten sie ja ihr «extra money». Und wenn Frau will, verträgt sich das auch mit der #metoo Debatte. Die Heidi, die jetzt am Tisch sass, war strahlend blond. Der grosszügige BMI von 39 bescherte ihr ein paar Speckröllchen an den Hüften, was der Herrin des Hauses nicht entging. Bereits an der Tür war ihr Blick wohlwollend über Heidis in einen geblümten Sommerrock gekleideten Körper geglitten. Sie würden sie mögen, die Männer, oh ja!

Die eigentlichen Opfer im Schloss «in amongst the roses», wie es hiess, waren die Männer. Einsame Rentner, die sich ein Wochenend-Vergnügen gönnten und per Reisecar ans Ziel ihrer Lüste gekarrt wurden. «Heidi in the garden» hiess das Programm, das Speis und Trank inkludierte. Vollpension also.

Heidi leerte ihr Wasserglas und ihr Blick ruhte erwartungsvoll auf der Schlossherrin. «Ich übergebe Dich nun meinem Diener Seban», sagte sie. Wie aus dem Nichts emporgewachsen, stand ein junger, in ein goldenes Gewand gehüllter Mann vor Heidi. Das Erste, was ihr auffiel, waren seine grossen Hände. Heidi mochte Männerhände, oh ja. Fürs Leben gern liess sie sich massieren, von Kommilitonen, die sich darauf einliessen, und schon so oft war sie in ihrer Studentinnenbude dahin geschmolzen, wenn Sie jemand, bei der Schultermuskulatur beginnend, sich gegen das Becken hinarbeitend, ihre Oberschenkel knetend und viel, viel später ihre Cliti reizend, durch ihren grosszügig gebauten Körper durchwalkte. Heidis Arsch war eine Legende. Breit, ausladend, aber doch nicht bäurisch plump, sondern nur noch geil – vor allem in engen Jeans. Ohne ihr Wissen war ihre untere Hälfte im Fokus zahlloser Handykameras; die Männer filmten heimlich ihren wiegenden Gang, Heidi auf der Rolltreppe, Heidi in der Gemeinschaftsumkleide, Heidi, sitzend, im Bus.

Heidis Busen hing wie schwere, süsse Tropfen oder, noch besser, Trauben. Der Vergleich mit Trauben hinkt zwar ein wenig, weil die Busenform doch eher tropfen- als traubenförmig ist. Was die Süsse angeht, kommen Trauben aber hin. Heidi verfügte somit nicht über die stromlinienförmige Figur der Krankengymnastin, der Aldiverkäuferin oder der Reisebegleiterin. Sie war ein bisschen schwerer, griffiger, und schon mindestens 10 Männer waren in Wollust in ihr versunken. Heidis zart beflaumte Muschi war eine Legende für alle Männer, die eine Zunge hatten. Somit eingentlich für alle. Für ihren Lehrer, den Dorfmetzger, den Postboten und den Gärtner. Den Bankbeamten, den Billettkontrolleur, den Betreibungsbeamten. Den Gynäkologen, den Koch und den lokalen Fussballprofi. Alle liebten Heidis Möse, ihren nackten, prallen Hintern und ihre Traubenbrüste.

Den Tipp, einen Teil der Semesterferien im Schloss «in amongst the roses» zu verbringen, hatte sie von Lina, ihrer besten Freundin, die beim Erzählen immer ins Schwärmen geriet. «Du musst Dich diesen Lüstlingen nur zeigen», schwärmte sie. Du musst keine klebrigen Altmännerfinger ertragen. Keiner wird Dir seinen krummen Schwanz in den Mund stecken. Sie machen es sich alle selber. Heidi in the garden.

So hatte sich unsere Heidi ein Herz gefasst und war mit Sack und Pack angereist. Seban begleitete sie in ihr Zimmer, das zu ihrer Freude über einen kleinen Erker verfügte. Dort stand ein Schreibpult, als wüsste hier jemand, dass Heidi fürs Leben gerne schrieb. Heidi war nie schöner, als wenn sie, mit einer herunterhängenden Haarsträhne, die sich aus einer Spange gelöst hatte, am Fabulieren war. Sie schrieb Blogs, Tagebücher, kleine Geschichten… und belebte so ihr Kopfkino, Jahr für Jahr, Tag für Tag, Abend für Abend.

«Bald gibt’s Abendessen». Die Stimme von Seban war so etwas von angenehm – und Heidi harrte der Dinge, die da kommen sollten. Frisch geduscht und in einen blauen Rock gehüllt begab sie sich in eine Art Refektorium. Seban hatte ihr den Weg über die beiden Steintreppen hinunter ins Untergeschoss erklärt. Sie hielt den Atem an, weil an einem langen Tisch mindestens 12 weitere Frauen in ihrem Alter sassen. Sie wirkten alle rosig, wohlgenährt und frisch, genauso wie sie selber. Sie bedienten sich schweigend an der opulent zugerichteten Fleischplatte und genossen das unvergleichliche Brot. Nach drei Schlucken frischen Wassers ging Heidi das Herz auf. Ob dem Quellwasser etwas zugesetzt worden war? Heidi stellte sich vor, dass hier tatsächlich all diese Studentinnen Heidi hiessen. Medizinstudentin Heidi. Philosophiestudentin Heidi. Germanistik-Studentin Heidi.

Was diese Heidis wohl schon alles erlebt hatten?

Dann erschien Seban mit einem silbern glänzenden Korb. Darin befanden sich bunte Zettelchen. «Wir losen diejenige aus, die morgen dran ist», erklärte die Heidi neben Heidi. Jeder der Zettel war angeschrieben: «Heidi in the garden». Heidis Zettel war lindgrün, und als sie ihn zitternd öffnete, sah sie das Datum des Folgetages: Mittwoch, 12. August 2019. Bedeutungsvoll nickten ihr die anderen Heidis zu – in den Blicken war zum Teil Erleichterung, zum Teil auch Neid festzustellen.

Nach einer unruhigen Nacht wurde Heidi um 08:00 Uhr von Seban geweckt. Sanft berührte er ihre Schulter. Erstaunlicherweise machte es ihr nichts aus, dass er in ihr Zimmer gekommen war – sie wusste genau, dass sie abgeschlossen hatte. Aber sie fand ihn dermassen attraktiv, dass sie es fast schon bedauerte, dass er nicht gleich zu ihr ins Bett schlüpfte und etwas mit ihr machte. Nach einem Frühstück aus Müsli, O-Saft, Roggenbrot und Kaffee wurde Heidi in ein gigantisches Hallenbad begleitet. Es war eher ein Mosaik- denn ein Hallenbad; sowohl Boden, Wände als auch Decke schimmerten magisch. «Zieh Dich jetzt aus, Heidi, die Männer wollen Dich sehen», forderte Seban sie mit ruhiger Stimme auf. Nun zögerte sie doch, sich vor dem jungen Mann zu entkleiden – aber dafür war sie ja hergekommen. Um Männer zu erregen und ihr Budget aufzubessern. Als sie splitternackt vor ihm stand, nickte er wissend. «Schwimm, Heidi, schwimm», sagte er. «Auf der gegenüberliegenden Seite musst Du unter einem Tor hindurchtauchen. Es kann nichts schiefgehen. Nur so erreichst Du den Garten der Lüste».

Heidi tat, wie geheissen. Angenehm kühlte das Wasser ihre Scheide – sie war noch nie nackt geschwommen. Seban schloss die Augen. Wie gern wäre er das Wasser gewesen, das in diese junge Frau eindrang! Er wandte sich ab, verliess das Hallenbad und erklomm die Treppe zur Geriatoren-Etage. «Geriatoren-Etage» war natürlich keine offizielle Bezeichnung. Die oft etwas sarkastische Schlossherrin nannte sie so. Es war die Etage, auf der die einsamen alten Männer untergebracht waren. Sie lebten in speziellen Suiten mit ausladendem Blick auf den Garten der Lüste. Er befand sich mitten im Morgenerwachen, dieser Garten, die Springbrunnen glitzerten verführerisch, farbige Vögel wiegten sich in den Bäumen, und die dominierende Blume war die Orchidee. Eine violett-rosa Orchideenart, die das Wunder der weiblichen Vulva nahezu originalgetreu nachbildete. Was war wohl zuerst da gewesen? Die Orchidee oder die Vulva? Die zumeist vermögenden Männer hatten in der Tat nichts anders zu tun als solchen Gedanken nachzuhängen, sich mit Champagner und Lachs bedienen zu lassen und mit Fernrohren, Feldstechern und hochauflösenden Smartphone-Kameras den Garten abzusuchen.

Und da war sie! Heidi! Heidi in the garden. Mittelpunkt der Welt mit ihrem lockenden Riesenarsch, den Traubentitten und dem strahlenden Blondhaar. Und ihre Muschel… schön verdeckt unter lieblichem Flaum. Etwas unsicher spazierte sie umher, besah sich einen der Springbunnen… beobachtet von mindestens 20 Männern, die feudale Beträge überwiesen hatten, um hier tagelang Frauen beobachten zu dürfen. In unterschiedlichen Winkeln, mit modernster Technik, wurde «Heidi in the garden» herangezoomt, und manch einer erleichterte sich in ein fleckiges Taschentuch. Die Männer waren so geil, dass sie, im Stunden-Takt, mehrmals pro Tag konnten. Sie hatten nur ihre Suite, ihre Lachsbrötchen, ihre auseinanderklaffenden Bademäntel, ihre Lehnstühle, ihre Champagnergläser und ihre prallen Stäbe, die sie Muttchen entzogen, das zuhause ahnungslos darauf wartete, dass sie von ihren Geschäftsreisen zurückkehrten – mit Stricksocken und Lockenwicklern vor dem TV, genauso, wie einst von Udo Lindenberg beschrieben.
Dann die Sensation: Heidi bückte sich, um einen grünen Käfer zu beobachten. Die Fernrohre surrten, und die Greise gönnten sich Heidis Pflaume. Heidi in the garden. Was für ein Elysium, was für eine Kraft, was für eine Freude. Und die junge Frau musste nichts Anderes tun als sich zu zeigen. Es war ihr lediglich verboten, zu den Verandas hochzublicken. Die Männer standen auf ahnungslose Frauen, also nicht auf solche, die Blickkontakt suchten und sich dann ostentativ-geil bewegten. Sie wollten diese drallen Frauen mit schweren Titten, süssem Blondhaar und fickgeilem Arsch. Manch einer vertiefte sich zwischendurch in Literatur. Proust. Voltaire. Dürrenmatt. Thomas Mann. Aber das war nur akademische Fassade. Was in den Greisen pulsierte, war pure Geilheit. Heidi in the garden als mentaler Jungbrunnen, um wieder, trotz der Beschwerden des Alters, ins mentale Equilibrium zu gelangen, oder, noch besser, ins mentale Elysium. Heidi in the garden. Besser als LSD. Besser als jede noch so hoch konzentrierte THC-Knille. Es waren Babyboomer, diese Jungs, und sie kannten Hendrix, Joplin und Brian Jones. Die Ursprünge der Rolling Stones. Den Sound des alternden Paul McCartney. Sie folgten dem Ethos der Zivilisation, der gebot, Frauen nicht als Objekte zu betrachten, sondern sie zu respektieren.

Aber in diesem Biotop hier musste doch wohl, nur für ein paar Tage, eine Ausnahme möglich sein, bevor sie dann zuhause wieder ihre Stricksockenmutti vögelten, während im Ofen die Aldi-Lasagne schmorte.

Es wurde Mittag, Heidi wurde im Garten, unter einem Apfelbaum, verköstigt und machte alsbald weiter. Sich zu zeigen, ist Literatur.

Ganz mutig ging sie auf alle Viere. Die Smartphone-Kameras schärften sich. Was für eine Möse! Die eine Hälfte der Männer hatte Glück, die Andere Pech. Heidi konnte ihren Hintern ja nicht allen gleichzeitig zeigen. 50 Prozent der Männer sahen ihr Antlitz, 50 Prozent ihre Kehrseite. Dann erwies sie sich als gnädig und drehte sich um 180 Grad. Auf dass auch diejenigen, die bisher zu kurz gekommen waren, ejakulieren konnten. Es raschelte, sie hörte leises Stöhnen aus der Geriatoren-Etage. Es duftete nach Orchideen und Honig. Heidi in the garden. Sie war ganz bei sich selbst, ganz bei sich selbst. Und ihre Muschi glitzerte feucht, ohne dass sie sie berührte. Heidis Geschlecht war jetzt Allgemeingut, und es war gut so. Gott ein Wohlgefallen, denn er schaute selbstverständlich ebenfalls zu.

Dann gönnte sich Heidi, unter zwei blau-weissen Orchideen, ein Abschluss-Masturbations-Spielchen, bei dem sie auch tatsächlich kam – das Finale sozusagen, bevor sich ein milder, warmer Sommerabend über das Schloss «in amongst the roses» senkte. Eine Woche verging, bis Heidi das nächste Mal das Los zog. In dieser Woche konnte sie schreiben, träumen, flanieren. Und sie konnte diesen Erlebnisbericht aufschreiben.

Heidi in the garden.

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