Karneval in Venedig

Karneval in Venedig

Wie immer waren die Straßen von Venedig verstopft mit den feiernden und tanzenden Menschen. Es war schier unmöglich, sich dieser Stimmung zu entziehen. Alle waren ausgelassen, nichts war so, wie es einmal war. Nur noch wenige Tage dauert das Spektakel, bevor wieder Normalität einkehrt.
Sie war schon seit Wochen hier, um nichts von den Veranstaltungen zu verpassen, für die die Lagunenstadt so berühmt ist.
Die ganze Stadt schien Erotik und Leidenschaft zu versprühen, dieses Gefühl erfasst sie schon, seit der Karneval begonnen hat. Die Regeln der Gesellschaft sind wertlos in einer Zeit, in der jeder Masken trägt und niemand weiss, wer wer ist. Wer wen küsst. Alle Standesunterschiede sind aufgehoben, für ein paar Tage sind wirklich alle gleich.
Heute, an Mardi Gras hatte sie das Gefühl, dass sich die ganze Stadt einem Taumel hingab, als gäbe ein kein Morgen. Noch einmal, bevor die Fastenzeit beginnt verausgaben sich die Menschen. Wohin das Auge blickt sieht sie Menschen, die sich küssen, unmöglich zu sagen, ob es dabei bleibt. In vielen engen Gassen, in Hauseingängen und an Gebäudeecken sah man Paare, die sich ihrer Lust hingaben, ungeachtet der Tatsache, dass es um sie herum von Menschen nur so wimmelte. Ein Pirat und ein Blumenmädchen drängten sich in einen Hauseingang direkt neben ihr, ein Mönch und ein Diener in Livree versuchte, aus dem Treiben heraus zu kommen, um in die nächste kleine Gasse zu verschwinden. Während die den beiden Männern mit den Augen folgte sah sie eine Principessa, die ein Harlekin gerade von hinten nahm. Diese Erniedrigung schien ihr zu gefallen…noch eine Grenze, die in den letzten Tagen überschritten werden durfte, egal, was für den Rest des Jahres Gültigkeit besaß. Kaum war es ihr möglich, den Blick von den beiden zu wenden, obwohl ihr unwohl dabei war, ihnen zu zu sehen…andererseits hatte sie kaum eine Möglichkeit, irgendwohin zu sehen, wo sich nicht Menschen einander hingaben. Die Menge treibt sie weiter, sie verliert die beiden aus dem Blick, aber überall sieht sie ähnliche Szenen, die sie gegen ihren Willen erregen. Bereits seit dem Morgengrauen lässt sie sich von der tanzenden und feiernde Mengen durch die Straßen und über die Piazzas treiben, langsam senkt sie die Abenddämmerung über die Stadt. Die Stimmung wird ausgelassener. Wäre sie nicht schon seit Tagen in diesem Hexenkessen unterwegs hätte sie diese Steigerung nicht für möglich gehalten. Selbst jetzt scheint es ihr schwer zu glauben, denn die letzten Tage waren nur ein Vorgeschmack auf das, was der letzte Feiertag brachte! Darauf, wie die Menschen sich nun im Schutze der Nacht und der Masken gehen lassen. Die Dämmerung hat nun auch die offenen Plätze erreicht, die Gassen und Straßen liegen schon beinahe im Dunkeln. Überall in den Cafes wird gelacht, getanzt und gefeiert. Je weiter die Nacht voran schreitet, desto mehr Fleisch ist überall zu sehen. Die Anonymität, die die Masken einem erlauben lässt einen Schamgefühl und Moral vergessen. Langsam lässt auch sie zu, dass diese Euphorie, dieser Hunger nach Leben und Leidenschaft sie erfasst. Ein Mann spricht sie anrempelt. Er trägt das Kostüm eines Edelmannes. Wie alle Kostüme ist es verschwenderisch in seiner Pracht, unmöglich zu sagen, ob sie ihn schon vorher gesehen hat, oder nicht. Von seinem Gesicht kann sie nur die braunen Augen erkennen und einen Mund, dessen sinnliche Lippen geöffnet sind. Er atmet schwer. Wortreich entschuldigt er sich, aber durch den Lärm und wegen ihrer mangelnden Sprachkenntnisse versteht sie kaum, was er sagt. Seine Augen faszinieren sie. Ein warmes braun. Sie gleiten über ihr Gesicht, langsam ihren Körper hinunter. Sie trägt ein freizügiges Kostüm eines Blumenmädchens. Ihre roten Locken fallen über ihre Schulter bis zu ihrem Brustansatz. Etwas tiefer begann ihre grüne Corsage. Sie war eng geschnürt und brachte ihr Oberweite gut zur Geltung. Sie hatte den grünen Stoff mit bunten blütenbestickt, ebenso wie den weitern, aber kurzen Rock, den sie trägt. Über dem Arm hat sie ein Körbchen, dass mit frischen Blumen gefüllt war, die nun am Abend aber den Kopf hängen lassen. Dazu trug sie Stiefel und ein Schultertuch, der Februar ist auch in Italien frisch, vor allem abends. Noch aber war die Stimmung so aufgeheizt, dass sie das Tuch von ihrer Schulter gleiten lässt. Fasziniert folgt der Edelmann dem Tuch mit den Augen. Langsam hebt er eine Hand und zieht es ihr von den Schultern. Lächelnd dreht er sich um und verschwindet zwischen den Menschen. Einen Moment lang bleibt sie wie versteinert stehen, dann entschließt sie sich, das Risiko ein zu gehen und folgt ihm. An der nächsten Ecke wartet er auf sie. Wortlos drückt er ihr eine Karte in die Hand auf der eine Adresse und eine Uhrzeit stehen. Aber kein Name. Nun war sie neugierig. Auf den Mann und darauf, was dieser Abend noch bringen würde. Ausserdem wusste sie, dass sie es sich nie verzeihen würde, wenn sie schon den Karneval in Venedig verbringen würde, aber nicht mutig genug wäre, ihn wirklich zu erleben. Als Beteiligte, nicht nur als Zuschauerin. Sie nahm all ihren Mut zusammen und machte sich auf den Weg. Die letzten Tage hatten ihr eine ungefähre Vorstellung davon vermittelt, wie sie sich in Venedig zu recht finden kann. Nach einer halben Stunde hat sie den Palazzo gefunden. Nach einem tiefen Atemzug klopft sie an die Tür. Durch die Fenster kann sie Gelächter von vielen Menschen hören und die Musik, die von den Kapellen gespielt wurde. Ob der unbekannte Mann wohl der Hausherr war? Oder hatte er sich einfach die Freiheit genommen, sie in ein fremdes Haus ein zu laden? Bei diesem Durcheinander würde es sicher keinem auffallen. Die Tür wird von einem Mann im Domino geöffnet. Sofort als er sie sieht tritt er beiseite und lässt sie ein. Einen Moment lang wundert sie dieses Verhalten, aber dann schiebt sie die Zweifel beiseite und tritt ein. Überall sind Menschen, einige tanzen, alle lachen. Die Deckenleuchter strahlen, Spiegel an den Wände werfen das Licht tausendfach zurück in den Raum. An den Wänden ist ein Büffet aufgebaut, Diener verteilen Getränkt. Sie fühlt sich in eine andere Zeit zurück versetzt. Auch hier, wie draussen auf den Straßen sieht sie Paare, die sich einander hingeben, keiner scheint Anstoß daran zu nehmen, keiner macht sich die Mühe, sich in ein Zimmer zurück zu ziehen. Sie spürt eine Hand auf ihrer Schulter und sieht wieder in diese braunen Augen. Er umfasst ihre Taille und zieht sie auf die Tanzfläche. Obwohl sie kaum tanzen kann fällt es ihr leicht, sich seinen Schritten an zu passen. Er tanzt gut und sie nutzt die Zeit, um ihn an zu sehen und zu überlegen, warum sie hier ist. Eigentlich wusste sie es. Aber es ist schwer, sich das ein zu gestehen. Dass sie ein Abenteuer suchte. Dass dieser Mann sie in seinen Bann zog, obwohl er doch eigentlich nichts tat, ausser mit ihr zu tanzen. Langsam berührten seine Hände ihre Schulter, ihren Hals, seine Finger spielten mit ihren Locken. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Der Takt der Musik änderte sich, würde schneller. Er zog sie schnell an sich und dreht sie im Kreis. Immer schneller. Als die Musik endet ist sie ausser Atem und verschwitzt. Ihre Brust hebt und senkt sich schnell. Auch sein Atem ist schneller geworden. Er zieht sie von der Tanzfläche. Vorbei an Menschen, die feiern. Viele sind bereits ausgezogen, die Kleider liegen auf den Stühlen, auf dem Boden. Röcke werden gerafft, um den Männer Zugang zu den Geheimnissen der Frauen zu gewähren. Sie sieht, wie zwei Männer sich mit einer Frau vergnügen, die diese Aufmerksamkeit zu genießen scheint. Wieder spürt sie die Erregung in sich. Unsicher, ob sie peinlich berührt ist von dieser Offenheit oder sich wünscht, teil zu haben daran. Sie spürt die Blicke der Männer, die ihr folgen, als ihr Begleiter sie die Treppe hinauf schiebt.
Oben angekommen öffnet er eine Tür und bedeutet ihr ein zu treten. In dem Raum befindet sich ein großes Becken mit Wasser, in dem sich einige Gäste befinden. Sie ist erleichtert, denn die Situation erlaubt ihr, sich au zu ziehen, gibt ihr einen Grund. Auch ihr Begleiter entledigt sich seiner Sachen, wie alle anderen aber behält er seine Maske auf. Sie folgt ihm ins Wasser und setzt sich auf eine Stufe. Fasziniert beobachtet sie die Menschen um sich herum, die sich davon nicht stören lassen. Er kommt auf sie zu und küsst sie. Nach und nach verliert sie ihre Unsicherheit und lässt sich auf ihn ein. Die Atmosphäre übt einen Reiz auf sie auf, dem sie sich nicht entziehen kann. Die Hitze des Wassers lassen die Luft in dem Raum schwül werden. Ihre Hände streichen über seinen Rücken. Er drängt sie an die Wand des Beckens und sie spürt seine Erregung. Er streicht über ihre Brüste, wandert mit seinen Lippen ihren Hals entlang und knabbert leicht an ihren Brustwarzen. Scharf saugt sie die Luft ein. Seine Hand wandert zwischen ihre Beine und beginnt, sie sanft zu streicheln. Sie zieht ihn näher an sich heran, jede Bewegung seiner Finger erregt sie mehr, bis sie es kaum noch aushält. Sie spürt, wie er hinter ihr den Beckenrand umfasst, und sich noch näher an sie heran drängt. Bevor sie weiss, wie ihr geschieht dringt er in sie ein. Erst ganz vorsichtig, aber die Stimmung des Tages ist auch an ihm nicht vorbei gegangen, er reizt sie mit seinen langsamen Bewegungen, aber lange halten beide dieses Spiel nicht durch. Nach wenigen Sekunden werden seine Bewegungen schneller, er stößt immer schneller und härter in sie hinein, bis sie kommt. Sie bäumt sich auf, so sehr das in dieser Position geht und dieser unerwartete Druck lässt auch ihn kommen. Er küsst sie, bleibt in ihr. Beide lassen sich von dem Wasser treiben, bis sie wieder zu Atem kommen. Dan löst er sich von ihr, schwimmt ein paar Züge in dem Becken, um dann wieder zu ihr zurück zu kommen. Galant hilft er ihr aus dem Becken und gibt ihr ihre Corsage und ihren Rock an. Die Wäsche liegt irgendwo, keiner von Beiden hat Lust, sie zu suchen. Auch er sucht lediglich seine Hose aus dem Berg von Kleidern, der überall herum liegt. Er umfasst ihren Hintern und schiebt sie vorsichtig aus dem Raum.
Noch ist sie ganz benommen, von dem, was eben passiert ist. Hat sie das wirklich getan? Hat sie sich hier in diesem Haus, in dem sie niemanden kannte in einer fremden Stadt wirklich einen Unbekannten hingegeben? Schnell verscheucht sie diese Gedanken aus ihrem Kopf. Dies war weder die Zeit noch der Ort, um darüber nach zu denken. Sie war so in Gedanken versunken, dass sie gar nicht mitbekommen hat, dass ihr Begleiter sie zurück in den großen Saal geführt hat. Dort ging noch immer alles drunter und drüber. Zielsicher führte er sie zu einem etwas abgelegenen Tisch und bedeutete ihr, sitzen zu bleiben, bis er wieder käme. Neugierig sieht sie sich um. Noch immer war die Stimmung ausgelassen, vielleicht sogar ausgelassener als zuvor. Auf den Stühlen und auf dem Boden lagen Kleidungsstücke verstreut, die ihre Besitzer wohl nicht mehr benötigten. Sie lächelte, als sie daran dachte, was sie gerade getan hat…und was die anderen gerade taten. In ihrem Schoss machte sich leise Erregung bemerkbar, was sie erstaunt zur Kenntnis nahm. So etwas war ihr vorher noch nie passiert. Sie sieht sich in dem Saal um, kann ihren Begleiter aber aus all den Masken nicht heraus suchen. Gerade, als sie sich umsah spürte sie, wie eine Hand sich von hinten auf ihre Schultern legte. Sie wollte sich umdrehen, aber wer auch immer hinter ihr stand verhinderte, dass sie ihren Kopf dreht. Sanft senkten sich seine Lippen an ihren Hals, er strich ihre Haare beiseite und seine Küssen wandern tiefer. Sie schließt die Augen, um sich auf dieses Gefühl zu konzentrieren. Seine Hände umfassen ihre Taille und ziehen sie von ihrem Stuhl hoch. Er dreht sie zu sich um und beginnt, sie zu küssen. Seine Hände gleiten unter ihren Rock. Erst ganz vorsichtig, als er jedoch spürt, dass sie schon wieder bereit ist drängt er sich näher an sie. Sie spürte, dass auch er wieder mehr als bereit war und bevor sich darüber nachdenken konnte begann sie, ihn zu küssen. Ihre Hände fuhren über seine Brust, sie fühlte die Erregung, die sie bei ihm auslöste, alleine dadurch, dass sie ihn berührte. Sie spürte seine Hände wie Feuer auf ihrer Haut, hatte das Gefühl vor Hitze zu verbrennen. Mit einer Hand öffnete er die Schleife ihrer Corsage und ließ sie zu Boden geleiten. Er drängte sie ein paar Schritte nach hinten, bis sie an eine Wand stieß. Ehe sie protestieren konnte kniete er vor ihr nieder. Von den Knien bewegte seine Zunge sie aufwärts. Erst will sie sich wehren, aber er gibt ihr keine Chance. Zentimeter für Zentimeter führt der Weg seiner Lippen, seiner Zunge nach oben. Kurz vor seinem Ziel jedoch verharrte er. Sanft pustete er unter ihren Rock. Dieses Gefühl machte sie beinahe wahnsinnig, aber offensichtlich hatte er nicht vor, ihnen beiden hier und jetzt Befriedigung zu schaffen. Er stand wieder auf. In der einen Hand hielt er eine lockere transparente Bluse, die er ihr reichte. Sie wollte ablehne, aber dann dachte sie, das es wohl ohnehin niemandem auffallen würde, wer wessen Kleider trägt. Und die Bluse war sicher bequemer als ihre eigene Corsage. Auf einmal war ihr diese Situation peinlich und schnell zog sie die Bluse über. Während er immer noch halb nackt vor ihr steht und sie beobachtet. Durch die Maske fällt es ihr schwer, seinen Gesichtsausdruck zu erkennen, aber er scheint zufrieden damit zu sein, wie der Abend bisher verlaufen ist. Er führt sie zurück zu dem Tisch, auf dem nun Getränke stehen. Beide nehmen sich ein Glas Wein und stoßen an. Auch wenn sie nicht sicher ist, worauf sie trinken.

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