Du und Ich

Ich warte ungeduldig auf dich und rutsche nervös auf dem unbequemen Barhocker herum.
Um halb neun sind wir verabredet, jetzt ist es eine Minute vor halb, ich warte schon seit 10 Minuten. Wieder gucke ich verstohlen in den Spiegel hinter dem Tresen, zupfe an meinem Kleid und fahre mir nervös durch die Haare.
Die Tür geht auf und ich drehe mich herum, doch es ist nur ein lachendes Pärchen, welches sich an einen Tisch neben der Tür setzt.
Ich atme tief durch. Du wirst kommen, ich weiß es. Wenn du mich warten lässt, dann mit Absicht, weil du weißt wie nervös ich sein werde ohne dich, die Blicke fremder Menschen auf mir.
Ich krame erneut das Handy aus meiner Handtasche und gucke auf die Uhr. 3 Minuten nach halb. Die Zeit vergeht unendlich langsam. Der Barkeeper sucht den Blickkontakt zu mir, ich sehe mit Absicht weg, will nichts bestellen.
Fünf nach halb.
Ich überlege, ob ich auf die Toilette gehen soll, einfach um etwas Zeit totzuschlagen und in der Hoffnung, dass du da sein wirst wenn ich wieder komme.
Ich nehme meine Tasche, stehe auf und sehe mich kurz um. Das WC-Schild hängt am anderen Ende des Tresens an der Wand und zeigt auf eine Treppe, die nach unten führt. Meine Pumps klappern viel zu laut auf den Holzdielen und ich habe mal wieder das Gefühl, jeder würde mich anstarren. Endlich bin ich an der Treppe angelangt. Es ist eine schmale Wendeltreppe und ich muss mich am Geländer festhalten um auf den hohen Schuhen sicher nach unten zu kommen.
Auf der Toilette angekommen überprüfe ich nochmals mein Outfit im Spiegel.
Das schwarze, hautenge Kleid kommt mir noch immer zu kurz vor, doch ich muss zugeben, dass ich nicht schlecht darin aussehe. Meine Haare sind mir ein Dorn im Auge, ich schüttele sie zum X-ten mal an diesem Abend auf und wünsche mir ein Haargummi. Natürlich habe ich eines in meiner Handtasche, doch du hast dir offene Haare gewünscht, also benutze ich es nicht. Ich ziehe meinen Kajal noch einmal nach und mache mich nach einem letzten, prüfenden Blick in den Spiegel wieder auf den Weg nach oben.
Auf der Treppe und dem Weg zurück zum Tresen bin ich so damit beschäftigt niemanden anzustarren und einigermaßen selbstbewusst zu auszusehen, dass ich dich erst bemerke, als ich schon fast vor dir stehe.
Du sitzt auf dem Hocker, auf dem ich vorher gesessen habe und siehst mich lächelnd an.
"Hallo", sage ich erleichtert. "Ich habe dich gar nicht gesehen eben."
"Na du", erwiderst du und grinst mich an. "Wollen wir?"
Du hältst mir meinen Mantel auf, du musst ihn von der Garderobe geholt haben während ich auf der Toilette war.
"Gerne", sage ich dankbar und schlüpfe hinein. Du legst mir eine Hand auf die Hüfte und schiebst mich sanft vor dir her, aus der Bar hinaus.
Draußen ist es kühl und ich bleibe stehen um meinen Mantel zuzuknöpfen, doch du drehst mich zu dir herum und küsst mich, während deine Hände unter meinem Mantel an meinem Rücken hinunter gleiten bis zu meinem Po.
Ich lasse mich von dir küssen und genieße deine warmen Händen auf mir.
"Du hast gar nicht an der Bar gewartet" sagst du leise in mein Ohr und lässt mich wieder los.
Ich bekomme eine leichte Gänsehaut und lüge schnell: "Ich musste mal aufs Klo."
Du guckst mich prüfend an, grinst kaum merklich und sagst dann :"Na gut, dann will ich dir mal glauben..."

Die Fahrt zu dem Hotel, in dem du ein Zimmer gebucht hast, verläuft unspektakulär. Du hältst mir die Tür des Taxis beim ein- und aussteigen auf, bist betont freundlich zum Fahrer und unterhältst dich mit ihm, während ich schweigend aus dem Fenster sehe und zu erraten versuche in welches Hotel wir wohl fahren. Die ganze Fahrt über hältst du meine Hand und ich bin froh, mich so an dir festhalten zu können.

Im Hotel holst du den Schlüssel von der Rezeption und wir gehen gemeinsam zum Aufzug.
"In welchem Stock ist das Zimmer?" frage ich und du antwortest mit einem frechen Grinsen.
"Kannst es wohl nicht abwarten, was?"
Ertappt starre ich auf den Boden und nuschele ein leises: "Gar nicht wahr."
Du ziehst mich in deinen Arm und küsst mich liebevoll auf die Stirn.

Der Fahrstuhl hält im zehnten Stock und wir gehen zu einem Zimmer ganz am Ende des Flurs. Du öffnest mit der Schlüsselkarte die Tür und machst schnell das Licht an, bevor ich das Zimmer betrete.
Es ist größer als ich erwartet habe und ich staune über die gemütliche Einrichtung.
Ich ziehe meinen Mantel aus, lege meine Tasche auf einen kleinen Tisch neben dem Kleiderständer und du beobachtest mich dabei aufmerksam. Ich überlege einen kurzen Moment lang meine Schuhe auszuziehen, entscheide mich dann aber dagegen und gehe zu dir herüber.
Du lächelst als ich mich trotz der hohen Absätze auf die Zehenspitzen stelle um dich besser küssen zu können und für einen kurzen Moment stehen wir nur so da, die Arme umeinander geschlungen, die Augen geschlossen und genießen die Nähe des anderen.
Du lässt mich langsam los und ich halte mich stärker an dir fest, will die Nähe zwischen uns nur ungern wieder gehen lassen. Du drückst mich sanft von dir weg und siehst dich im Zimmer um.
"Na, hab ich doch gut ausgesucht, oder?"
"Soll das ein Witz sein? Das ist der Hammer, ich war noch nie in so einem schönen Hotelzimmer. Und es ist so groß! "
Du lässt dich in einen Sessel fallen, der gegenüber vom Bett in einer Ecke steht und beobachtest mich amüsiert, wie ich durch das Zimmer gehe und mir alles ansehe.
Als ich die Vorhänge aufziehe drehe ich mich erstaunt zu dir um.
"Wow, das ist ja der Wahnsinn!"
Die Wand neben dem Bett ist von der Decke bis zum Boden komplett aus Glas, ein riesiges Fenster mit Blick über die nächtlich glitzernde Stadt. Ich bekomme meinen Mund gar nicht mehr wieder zu vor Staunen, der Anblick überwältigt mich ein wenig. Ich merke, dass du plötzlich hinter mir stehst und lehne mich zurück, gegen dich. Du streichst meine Haare mit einer Hand beiseite und küsst meinen Hals, während deine andere Hand langsam von meiner Hüfte über meinen Bauch bis zu meinen Brüsten wandert. Ich schließe die Augen und genieße deine Berührungen, sauge jede einzelne auf wie ein Schwamm.
"Ja, es ist wunderschön, nicht?", sagst du leise, schlingst deine Arme um mich und ziehst mich ganz nah zu dir heran.
"Ich dachte immer sowas gibt es nur im Film...oder in Las Vegas", sage ich langsam und höre dich leise lachen.
"Mir war noch jemand einen Gefallen schuldig", sagst du geheimnisvoll und ich frage mich mal wieder ob es einen Winkel auf dieser Erde gibt, in dem du niemanden kennst.
Langsam fangen meine Füße an weh zu tun ob der ungewohnt hohen Absätze. Ich löse mich aus deiner Umarmung und steuere auf das Bett zu.
Du hältst mich am Handgelenkt fest und guckst mich fragend an.
"Wo willst du denn hin?"
"Meine Schuhe ausziehen", sage ich."Mir tun die Füße weh."
"Ooch, der Kleinen tun die Füßchen weh?", sagst du mit gespieltem Mitleid und ziehst mich wieder zu dir ran.
"Seit wann entscheidest du denn wann du was ausziehst, meine Kleine?"
"Gar nicht", sage ich und du küsst mich zufrieden auf die Stirn. "Siehst du."
Wir stehen noch eine Weile da, bestaunen den Ausblick und versuchen im Meer der Lichter in der Dunkelheit bekannte Orte ausfindig zu machen, Gebäude die wir kennen und Straßen.

Dann endlich löst du deine Umarmung, verschwindest im Bad und ich setze mich auf die Bettkante.
Das Bett ist riesig und mit Vorhängen an den Seiten, die man rund um das Bett zuziehen kann. Auf dem Bett liegen wunderbar weiche Decken und ein Haufen Kissen. An der Wand gegenüber hängt ein Flachbildfernseher über einem altmodisch aussehenden Sofa und dem großen Sessel, in dem du anfangs Platz genommen hattest.
Am anderen Ende des Zimmers gibt es einen kleinen Tisch mit Stühlen, wohl als Schreib- und Esstisch gedacht.
Es gibt eine Minibar unter dem Tischchen neben der Tür und einen großen, dunklen Kleiderschrank. Ich gehe zum Schrank und sehe hinein, deine Reisetasche steht unausgepackt neben meiner auf dem Boden. Ich zerre meine Tasche hervor und verstaue meine Handtasche darin, als wenn ich aufräumen müsste. Wieder überkommt mich eine leichte Nervosität wie schon in der Bar; bist du nicht schon viel zu lange im Bad?
Ich gehe in Richtung Badezimmertür und höre Wasser plätschern, bestimmt wäschst du dir grade die Hände.
Meine Füße schmerzen noch immer und ich setze mich in den Sessel um meine Pumps nun endlich los zu werden. Grade habe ich mich von dem ersten Schuh befreit als die Badtür sich öffnet. Ich sehe zu dir auf und du guckst mich überrascht an, dann verdunkelt sich dein Blick. Ich öffne meinen Mund um eine Erklärung zu formulieren, schließe ihn aber gleich wieder.
"Du hast dir die Schuhe ausgezogen", bemerkst du knapp.
"Nur einen", sage ich vorsichtig und greife danach, um ihn wieder anzuziehen.
"Stehen lassen."
Ich gucke dich schuldbewusst an. Tausend Entschuldigungen schießen mir durch den Kopf, eine sinnloser als die andere.
"Du sitzt in meinem Sessel", sagst du langsam und leise.
"Oh", sage ich erschrocken und stehe schnell auf.
Noch bevor ich überhaupt dazu komme auch nur einen Schritt zu tun stehst du auch schon neben mir und ich sehe, etwas erschrocken, zu dir hoch. Da ich nur noch einen Schuh anhabe stehe ich schief und sehr wackelig, schwanke etwas und greife instinktiv nach deinem Arm um mich festzuhalten.
Du weichst meinem Griff geschickt aus und packst mich mit einer Hand in den Haaren, ziehst meinen Kopf zurück und funkelst mich einen Moment lang böse an, dann lässt du mich abrupt los und weist mit einer Handbewegung auf das Bett.
"Setzt dich hin."
Ich stolpere wackelig zum Bett und setze mich vorsichtig auf die Kante. Du siehst auf meinen noch verbleibenden Schuh.
"Den kannst du dann ja jetzt auch ausziehen, wo du ja eh nur noch einen hast."
"Wenn du willst....", sage ich zögerlich, sehe zu dir hoch und ziehe dann schnell meinen verbleibenden Schuh aus, als ich deinem Blick begegne. Ich stelle ihn vorsichtig neben meine Füße.
Stille.
Ich bin unruhig und mir ist auf einmal furchtbar heiß, meine Hände schwitzen und ich traue mich nicht, zu dir hoch zu gucken. Sekunden fühlen sich an wie kleine Ewigkeiten, mein Blick huscht ruhelos umher.
Du räusperst dich und ich erstarre als ich deine Stimme sagen höre: "Sieh mich an."
Ich zögere einen Moment, kann mich nur schwer überwinden, hebe dann aber doch meinen Kopf ein wenig und sehe unsicher zu dir hoch.
Du siehst mir mit hartem Blick in die Augen und ich gucke fast reflexartig wieder auf den Boden.
Schon habe ich deine Hand unter meinem Kinn, die meinen Kopf wieder nach oben drückt und mich zwingt dich anzusehen.
Für einen kurzen Moment hältst du mich so, dann lässt du mich los und ich wage nicht mich zu bewegen.
"Schon besser", sagst du, klingst aber nicht annähernd zufrieden.
Du gehst um mich herum und ich sehe dir mit den Augen hinterher bis du ausser Sichtweite bist. Ich wage nicht den Kopf zu drehen um dir hinterher zu sehen und höre es rascheln. Wie beiläufig streichelst du mir über den Kopf und ich merke wie du hinter mir auf das Bett gestiegen kommst.
Dann wieder Stille.
Ich höre dich leise atmen, du musst dicht hinter mir sein. Ich spüre deine Wärme.
Ich komme mir blöd vor wie ich dort sitze, rausgeputzt in meinem schicken Kleid, extra hübsch geschminkt, ohne Schuhe, die Hände auf die Bettkante gestützt, mit dem Kopf nach oben guckend. Ich wünsche mir du würdest irgendetwas tun, was mich aus dieser lächerlichen Position befreit, doch nichts passiert.
Ich glaube, etwas an meinem Hals zu spüren - deinen Atem? Eine zarte Berührung?
Dann an meinem Nacken, Schultern; doch vllt. bilde ich es mir auch nur ein.
Dann, plötzlich, deine Hand in meinem Nacken, ein fester Griff, du fixierst mich.
Deine andere Hand gleitet an mir hoch, mit festem Griff greifst du mir an die Brust und ich atme erschrocken und geräuschvoll aus.
Du hältst inne, wartest auf ein Geräusch von mir, doch ich bin mucksmäuschenstill, presse die Lippen aufeinander und halte die Luft an, um ja kein Geräusch zu machen.
Du bewegst dich weiter, knetest meine Brüste und verstärkst den Griff in meinem Nacken, ich nehme unwillkürlich den Kopf zurück und atme dabei so leise wie möglich aus.
Du lässt meinen Nacken los und packst mich an den Haaren, zerrst mich rückwärts auf das Bett und drehst mich auf den Bauch bevor ich mich überhaupt wirklich bewegen konnte.
Du schiebst ein Knie zwischen meine Beine, so dass ich sie spreizen muss, drückst meinen Oberkörper mit deinem anderen Bein nach unten und ziehst wieder meinen Kopf zurück, ruckartig.
Ganz nah kommst du an mein Ohr, atmest leise. Auch wenn ich dich nicht sehen kann weiß ich genau, wie deine Augen dunkel leuchten.
"Du ziehst dich ungefragt aus" - "Doch nur die Schuhe!", falle ich dir ins Wort und der Druck deines Beins in meinem Rücken verstärkt sich unangenehm.
"Du ziehst dich ungefragt aus", beginnst du langsam von Neuem, "Und dass auch noch in meinem Sessel."
"Ich wusste ja nicht, dass es deiner ist“, sage ich verteidigend.
"Hast du mich nicht darin sitzen sehen? Brauchst du vllt. eine Brille?"
Du krallst dich stärker in meine Haare und ziehst meinen Kopf schmerzhaft weit zurück
"Nein...brauche ich nicht", presse ich mühsam hervor.
"Sprich deutlich!", herrschst du mich an und ich wiederhole es wiederwillig nochmal - lauter und so deutlich ich kann.
"Du brauchst also keine Brille. Daraus schließe ich, dass du mich einwandfrei erkennen konntest als ich in meinem" - dieses Wort betonst du besonders und ich spüre wieder dein Knie in meinem Rücken - "in meinem Sessel gesessen habe."
"Es gibt also keinen Grund für dich, warum du nicht mitbekommen haben solltest, dass es mein" - wieder dein Knie in meinem Rücken - "Sessel ist."
Ich atme inzwischen schwerer und mir wird heiß, denn ich weiß worauf du hinaus willst und ich weiß ebenso, dass es nichts gibt was du als Entschuldigung akzeptieren würdest. Ich schlucke.
"Daraus ergibt sich mir leider nur eine mögliche Konsequenz für dein ungebührliches Verhalten."
Du sprichst inzwischen so leise, dass ich dich kaum hören kann, obwohl du so nah bei mir bist.
Du steigst von mir runter und zerrst mich an den Haaren vom Bett in die Mitte des Raums.
"Runter", knurrst du mich an und drückst mich dabei auf den Boden.
Ich bemühe mich, möglichst schnell auf die Knie zu kommen, Hände hinter dem Rücken verschränkt, Kopf gesenkt.
Du entfernst dich kurz von mir und ich widerstehe nur schwer der Versuchung dir hinterher zu laufen. Ich höre die Tür des Schranks knarren, dann kurzes rascheln, einen Reissverschluss, deine Schritte die zurück zu mir kommen.
Ich atme erleichtert aus als ich deine Nähe wieder bei mir spüre.
Du verbindest mir die Augen, dann entfernen sich deine Schritte wieder.
Stille.
Ich fühle mich mit jeder Sekunde mehr unwohl, mag nicht, dass du so weit weg von mir bist.
Es scheint eine Ewigkeit zu dauern bis ich endlich deine Stimme höre: "Komm her."
Deiner Stimme folgend krieche ich umständlich auf allen Vieren zu dir bis meine Stirn kurz gegen etwas Kaltes stößt und ich wieder meine Position einnehme.
"Hände", fordert deine kalte Stimme.
Ich strecke meine Arme aus, Handflächen nach oben und warte.
Doch nichts geschieht. Kein Geräusch ausser deinem Atem und meinem - wie mir scheint viel zu lauten - Herzklopfen ist zu hören. Ich kann deine Blicke förmlich auf mir brennen fühlen, wie du mich musterst und deine Überlegenheit genießt.
Dann plötzlich eine Berührung, ich zucke kurz zusammen als etwas Kühles meine Handflächen streift und ich meine, dich kurz leise lachen zu hören. Wieder eine Berührung, diesmal streift das kühle Etwas meinen Arm entlang bis hoch zur Schulter und am Hals hinauf bis zum Gesicht.
Ich höre wie du dich bewegst und langsam um mich herum gehst, bis du hinter mir bist.
Meine Arme werden langsam müde vom grade vorstrecken und ich merke, wie sie ein kleines Stückchen nach unten sinken.
Ein brennender Schmerz durchfährt meine Handflächen und ich zucke zusammen. Die Gerte! schiesst es mir durch den Kopf und mich überfällt augenblicklich eine dumpfe Angst. Schnell strecke ich meine Arme wieder grade nach vorn, um dir keinen Anlass für einen weiteren Schlag zu geben. Auch widerstehe ich dem Drang die Hände zu Fäusten zu ballen um den Schmerz zu lindern.
Ich spüre wie du mit der Gerte langsam über meinen Rücken streichst und bekomme eine Gänsehaut als du höher wanderst, meinen Hals entlang und unter mein Kinn. Langsam hebe ich den Kopf, zum Glück bin ich durch die Augenbinde noch immer blind, ich könnte mich jetzt nicht überwinden dir in die Augen zu sehen.
"Beug dich vor", befiehlst du und ich beuge mich vor, stütze mich mit beiden Händen auf dem Boden ab.
Du fährst mit sanftem Druck die Gerte von meinem Nacken langsam meinen Rücken hinab bis zu meinem Po und schiebst dann grob mit der Hand mein Kleid zurück, sodass mein Hintern sich dir entblößt entgegen streckt.
Sofort fällt mir ein, dass ich entgegen deiner Anweisungen ein Höschen trage, ich wollte es heimlich ausziehen wenn wir im Hotel sind, doch ich habe vergessen kurz ins Bad zu verschwinden nachdem wir angekommen sind. Ich verfluche mich innerlich für meine eigene Dummheit als ich auch schon dein wütendes Knurren höre.
Schnell findet deine Hand meinen Hinterkopf und zieht ihn unsanft zurück.
"Wieviele meiner Regeln willst du eigentlich noch brechen heute Abend?", zischst du wütend in mein Ohr und ich presse schnell ein: "Keine", hervor in der lahmen Hoffnung, dass es dich wenigstens nicht weiter anstacheln wird.
Du lässt meinen Kopf los und zerrst mir unsanft mein Höschen herunter, dann setzt es schon den ersten Schlag mit der Gerte.
Unerwartet heftig trifft mich der Schmerz und ich presse die Zähne zusammen, dann der zweite Schlag, weniger doll, dann der dritte, der vierte.
Ich zähle stumm bis zehn bevor du das erste mal inne hältst. Leise atme ich aus, immer bedacht darauf kein Geräusch zu machen um dich nicht weiter zu reizen.
Ich zucke zusammen als deine Hand meinen heißen Po berührt, doch du streichst nur leicht darüber und ich entspanne mich ein wenig. Viel zu kurz dauern deine sanften Berührungen, dann bist du wieder ganz nah an meinem Ohr mit deinem Mund.
"Du weißt hoffentlich, wie ungern ich das mache."
Ich nicke stumm und ich bedecke dich stillschweigend mit allerlei Schimpfwörtern für diese offensichtliche Lüge, wissen wir doch beide wieviel Vergnügen es dir bereitet.
"Aber du lässt mir mit deinem Ungehorsam leider keine andere Wahl!"
Bei diesen Worten streichst du mir mit der Spitze der Gerte sanft über die Wange und auch wenn ich es nicht sehen kann könnte ich schwören, dass du lächelst.
Den nächsten Schlag höre ich kommen, höre wie die Gerte durch die Luft surrt bevor sie mein Hinterteil trifft, und wieder zähle ich stumm zehn Schläge, stärkere als beim ersten mal.
Wieder machst du nach dem zehnten Schlag kurz Pause, streichst zärtlich über meinen Po, küsst mein Steißbein. Deine Berührungen brennen auf meiner gereizten Haut und doch genieße ich jede einzelne als wäre sie süßer Honig.
Du entfernst dich wieder und ich fürchte schon weitere Schläge, doch stattdessen höre ich deine Schritte mich umrunden, es raschelt sehr nah vor meinem Gesicht und ich höre dich ungeduldig sagen: "Hände!"
Schnell knie ich mich wieder hin und bereue es im nächsten Moment als meine Fersen auf meinen Po treffen. Ich verzerre stumm das Gesicht und strecke dir widerwillig meine Handflächen entgegen.
Du legst etwas weiches quer über sie und ich erkenne es sofort: meine Leine.
Freudige Erregung erfüllt mich und fast vergessen ist der Schmerz für den ich dich noch wenige Sekunden zuvor innerlich verfluchte.
"Denkst du, du hast sie dir verdient?" fragst du ruhig, wohlwissend, dass ich genau erkannt habe was du mir da in meine Hände gelegt hast. Mir wird heiß denn auf diese Frage gibt es keine richtige Antwort.
Sage ich nein, wirst du das zweifellos so verstehen, dass deine Strafschläge mit der Gerte nicht genug für mich waren. Sage ich ja, wirst du es sicherlich als Frechheit empfinden, wissen wir doch beide, dass meine Strafe mit den 20 Schlägen noch nicht beendet ist und die Leine für mich mehr Belohnung wäre als Strafe.
Also schweige ich und überlege fieberhaft, was eine angemessene Antwort wäre.
"Willst du nicht antworten, wenn ich dich etwas frage?", klingt deine Stimme drohend in meinen Ohren.
"Doch!", sage ich schnell.
Dann strecke ich dir meine Hände mit der Leine empor, senke den Kopf noch ein bisschen tiefer und sage leise: "Es liegt in deinem Ermessen."
"Was liegt in meinem Ermessen?"
"Ob ich sie verdient habe oder nicht", antworte ich.
Ich spüre wie du die Leine von mir entgegen nimmst und mir leicht über den den Kopf streichst.
"Denkst du, du hast deine Lektion gelernt und wirst ab jetzt gehorsam sein?"
Ich nicke heftig mit dem Kopf obwohl ich weiß, dass die Strafe damit nicht beendet ist. Aber zumindest kann ich so vorerst weiteren Schlägen entgehen, hoffe ich.
Du packst meine Handgelenke und ziehst mich hoch.
"Steh auf!"
Erleichtert bringe ich mich wieder auf meine Füße und lasse mich von dir ans Bett führen. Dort öffnest du den Reissverschluss meines Kleides, ziehst mich langsam aus und bedeckst dabei meinen ganzen Körper mit deinen Küssen.
Wir küssen uns leidenschaftlich, du streichelst meinen Körper, meine Brüste, meinen Venushügel und fast unbemerkt von mir hebst du meine Arme über meinen Kopf. Dann hältst du inne, richtest dich über mir auf und plötzlich merke ich, dass du meine Hände festgebunden hast.
Woher kam so plötzlich das Seil?
Belustigt beobachtest du, wie die Panik in mir hoch steigt. Ich frage mich, was du wohl mit mir vor hast.
Du stehst auf und gehst zum Schrank, kramst in deiner Tasche. Ich höre dich rascheln.
Als du zurück kommst spüre ich deine Haut an mir, dann deine Hände auf meiner Haut. Kurze, kleine Berührungen, streichelnd, tastend, immer sanfter werdend. Ich bewege mich unter dir und verdränge den Gedanken daran, dass der zweite Teil meiner Strafe mir noch bevor steht.
Dann, plötzlich, hören deine Berührungen auf. Ich höre ein Geräusch, welches ich nicht gleich einordnen kann, ein seltsames Ratschen. Was ist das?
Dann erkenne ich es: ein Feuerzeug. Oh nein, du hast eine Kerze geholt!
Sofort spannt sich jeder Muskel in meinem Körper an und ich warte ängstlich auf den ersten Tropfen heißen Wachses, den ersten kurzem Moment des Schmerzes.
Doch wiedermal lässt du mich in meiner Ungewissheit warten, gefühlte Ewigkeiten vergehen und ich bewege mich unruhig hin und her.
„Sssch...“, machst du leise in mein Ohr und ich beruhige mich etwas, liege wieder ruhiger.
Dann trifft der erste Tropfen Wachs vollkommen unerwartet meine Haut, ich zucke zusammen wie ich es immer tue und verkrampfe mich.
Viele, viele Tropfen folgen dem ersten und ich habe schnell das Gefühl für die Zeit verloren. Ich könnte schon Stunden so hier liegen mit dir, oder auch erst wenige Minuten, Sekunden werden zu Minuten und Minuten zu Sekunden.
Zuerst ist es angenehm spannend nicht zu wissen wann du den nächsten Tropfen auf mich fallen lassen wirst, dann fange ich an die Pausen zwischen den kurzen Momenten des Schmerzes zu hassen. Ich ertappte mich bei dem Gedanken dich zu bitten, doch einfach alle Tropfen schnell und ohne Pause auf mir zu verteilen, damit diese grausamen Momente der Ungewissheit endlich ein Ende haben, doch selbstverständlich sage ich nichts.
Als ich endlich höre wie du leise Luft einsaugst und die Kerze auspustest atme ich erleichtert auf. Ich merke dich nah über mir und spüre deine Lippen kurz auf meinen, viel zu kurz um zu reagieren.
„Du siehst schön aus“, höre ich dich leise sagen.
Dann beginnst du damit vorsichtig den erkalteten Wachs von meinem Bauch, Brüsten und Schenkeln zu entfernen. Aus der Vorsichtigkeit und Zärtlichkeit deiner Berührungen glaube ich herauszulesen, dass meine Strafe hiermit beendet ist.
Als alle Wachsreste von meinem Körper verschwunden sind beugst du dich erneut über mich und bindest meine Hände los, ich lasse sie dennoch weiter oben liegen.
Ich höre jedes Geräusch glasklar und spüre jede Berührung von dir vollkommen klar und unverzerrt. Es ist, als hätte ich eine seltsame Droge genommen, die mich alles besonders deutlich wahrnehmen lässt.
Ich spüre die Luft auf meiner Haut entlängswirbeln als du dich neben mir bewegst, ich höre wie du atmest und dich bewegst und auf einmal weiß ich ganz genau wo du bist und was du tust, auch ohne dich sehen zu können.
Du sitzt am Bettrand und drehst dich zu mir herum, deine Hände greifen nach meinen um sie herunter zu nehmen doch ich erkenne deine Bewegungen und komme dir zuvor, lasse meine Hände an deinen vorbeigleiten ohne dich zu berühren.
Vorsichtig greifst du nach meinem Gesicht, nimmst mir die Augenbinde ab.
Ich lasse meine Augen noch einen Moment geschlossen bevor ich sie langsam öffne.
Ich muss blinzeln, das Licht kommt mir nach der langen Dunkelheit grell vor.
Ich erkenne dich vor mir, ein wenig verschwommen noch und beuge mich zu dir hoch, um dich zu küssen und zu mir heranzuziehen.

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