Lustbeamer, Der Teil I

Im Café

Gleich wird es soweit sein. Gleich wird etwas Sensationelles geschehen, etwas Einmaliges, etwas Revolutionäres. Ein Ereignis, das langfristig das Zusammenleben der Menschen verändern würde, wie die Erfindung der Kondome, der Antibabypille oder von Viagra. In ein paar Minuten würde die Frau, die in einiger Entfernung allein an einem Tisch sitzt, aufstehen, zu ihm kommen, ihn verwirrt und aufgeregt anschauen und ihn dann anflehen, etwas ganz Bestimmtes zu tun. Wenn er sich weigern, sie abwimmeln oder gar auslachen würde, wäre das eine Katastrophe für sie und sie würde voller Verzweiflung in Tränen ausbrechen. Natürlich wird er sie weder abweisen noch auslachen, denn er will ja, dass sie genau das tun wird. Er wird ihren seltsamen Wünschen nachkommen, weil er jetzt schon weiß, was sie will und warum sie ausgerechnet zu ihm kommt.

Angespannt, mit leicht zitternden Händen, streicht er über sein Handy und stellt sich dabei genau diese Situation vor. Wenn die Frau kommt, wird sie ihn auffordern, mit ihr in das Hotel auf der anderen Straßenseite zu gehen. Sie wird dies aus einem einzigen Grund tun. Sie will, dass er mit ihr schläft, dass er Sex mit ihr hat, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Seine Gedanken schweifen ganz kurz ab, als er sich vorstellt, was dort ablaufen könnte, in dem Hotel. Viel wichtiger aber ist, ob sie zu ihm kommen wird. Was wäre, wenn sie, wider alle Erwartung, einfach an ihrem Tisch sitzen bleibt oder gar das Café verlässt? Er wird sie auf jeden Fall genau beobachten. Vielleicht reagiert sie auf eine andere Weise, und je nachdem, wie ihre Reaktion ausfällt, hätte er sein Ziel trotzdem erreicht. Aber wenn sie aufstehen und zu ihm kommen würde, wäre das der Durchbruch, der Beweis, den er noch braucht. Noch ist sie ganz gelassen, nippt an ihrem Weinglas, ahnt weder, was auf sie zukommen wird, noch für welch wichtige Rolle sie vorgesehen ist.

Der Mann überlegt nun, ob er sie lieber noch eine Weile in ihrer Ahnungslosigkeit und Unbefangenheit beobachten sollte, um die bald einsetzenden Veränderungen deutlicher zu erkennen, schließlich ist das, was er vorhat, ein wissenschaftliches Experiment. Aber auch diesen Gedanken verwirft er, denn wenn er zu lange wartet, besteht die Gefahr, dass sie aus einem anderen Grund, als dem von ihm gewollten, aufsteht und weggeht oder dass ein Mann sich zu ihr setzt und sie bequatscht. Die Gefahr bestand durchaus, denn in dieses Café kamen oft Frauen und Männer, um sich hier kennenzulernen und miteinander in das Hotel auf der anderen Straßenseite zu gehen. Dann müsste er sein Experiment verschieben und warten, bis sich eine neue Gelegenheit bot, und das könnte dauern, lange dauern, zu lange. Also wäre es doch besser, das Handy jetzt gleich einzuschalten und die Frau ganz genau zu beobachten, ihre Reaktionen registrieren, ihre suchenden Blicke zur Kenntnis nehmen, ihr Erstaunen, ihre Unruhe, ihre Angst. Und wenn sie dann endlich bei ihm wäre, würde er wissen, ob alles, was er sich ausgedacht und seit Jahren erforscht und entwickelt hat, erfolgreich ist. Eigentlich könnte er dann einfach aufstehen, zahlen, der Verzweifelten noch einen guten Tag wünschen und das Café verlassen, mit dem beruhigenden Wissen, dass sein Zauberstab funktionierte, der erste Lustbeamer der Menschheitsgeschichte.

Er richtet sein Handy auf die Frau, zoomt sie heran und peilt auf dem Display ihre Nasenwurzel an, die kleine Fläche zwischen Augenbrauen, Nase und Stirn. Dies ist die mit Abstand beste Stelle, um mit den Strahlen, die das Handy gleich aussenden wird, die Hypophyse zu erreichen und zu stimulieren. Die erbsengroße Hirnanhangdrüse liegt tief verborgen und gut geschützt mitten im Gehirn. Sie ist die zentrale Schaltstelle zur Aktivierung von Hormonen durch Sinneseindrücke, die Schnittstelle der Kommunikation zwischen Gehirn, Muskeln und Organen, die Schaltstelle zwischen nervösen und endokrinen Reaktionen. Hier wird entschieden, dass bei Gefahr gekämpft wird und hier entsteht die latente Bereitschaft zur Kopulation, wenn ein geeigneter Sexualpartner entdeckt wurde. Diese kleine Drüse ist die Wiege der Wollust, der Begierde, des sehnlichsten Verlangens, das die Menschen kennen. Hier werden die hormonellen Glückscocktails initiiert, die den Körper durchfluten und in den siebten Himmel versetzen. Keine Liebe ohne die Hypophyse, kein Begehren, kein Aufkommen sexueller Wünsche und schon gar nicht deren Befriedigung. Und genau dieses Lustzentrum wird er gleich stimulieren. Es werden dann schlagartig Hormone freigesetzt, die bei der armen oder vielleicht eher überglücklichen Frau, Gefühle auslösen, die sie gleichzeitig in den Himmel und die Hölle versetzen.

Das Handy, auf dessen Display sein Zeigefinger nun ruht, ist alles andere als ein normales Smartphone. Es ist eine Spezialkonstruktion, ein Unikat, ein Zauberstab, den er allein entwickelt hat. Wenn er hier und heute Erfolg hätte, würden ihm interessierte Kreise für das Patent sicher ein paar Millionen bieten und ihn sehr reich machen. Reich wegen der Millionen Männer, die gerne Machos wären, aber das Zeug dazu nicht haben oder wegen der vielen Millionäre, die sich zwar trauen, aber nicht mehr können, weil sie senil und lendenlahm sind. Auf der vorderen, schmalen Kante seines Superhandys sind zwei „Augen“ angebracht, kleine durchsichtig Halbkugeln. In der einen ein winziges, steuerbares, sehr präzises Zoomobjektiv, in der anderen die Austrittsöffnung für eines sehr speziellen Lasers. Die Kamera kann mit Hilfe des Objektivs sehr genau auf ein Ziel ausgerichtet und, dank der im Handy vorhandenen Gesichtserkennung, sehr stabil gehalten werden. Dies ist notwendig, damit die kaum sichtbaren, hochmodulierten Laserstrahlen möglichst genau die Hypophyse erreichen. Diese Strahlen können, ähnlich wie die Röntgenstrahlen, biologische Materie durchdringen. Sie können diese aber auch schwer schädigen, wenn sie zu hoch oder zu lange dosiert werden. Der Laser durfte daher immer nur als kurzer Impuls von wenigen Millisekunden Dauer gesendet werden. Bevor die Strahlen aber die gewünschten biologischen Reaktionen hervorrufen, müssen Mikrowellen die Hypophyse einstimmen. Es sind dieselben Wellen, die als Bluetooth in vielen Handys externe Lautsprecher mit Musik versorgen. Ganz wichtig war nur noch, welche Musik das Handy aussendete. Das ganze Geheimnis des Lustbeamers besteht also darin, dass mit Hilfe von Strahlen und geeigneter Musik sexuelle Erregungen hervorgerufen werden, die sehr rasch einsetzen, äußerst heftig wirken und nach einer unverzüglichen Befriedigung verlangen. Und dann gab es da noch eine seltsame Besonderheit. Die angebeamten Lebewesen wollten unbedingt von dem befriedigt werden, der ihre Lustgefühle ausgelöst hatte.

Abgesehen von den beiden „Augen“, sieht das Handy völlig normal und harmlos aus, genauso harmlos wie der Mann, der jetzt konzentriert das Display betrachtet. Ein Mann, der nichts anderes zu tun scheint, als seine e-Mails zu lesen, im Netz zu surfen, sich die Zeit mit Spielchen zu vertreiben oder Bilder anzuschauen. Letzteres tut er auch, er betrachtet das Bild der Frau, die ab und zu einen kleinen Schluck trinkt, ansonsten aber gelangweilt in die Runde schaut. Wahrscheinlich bemerkt sie auch den Mann mit dem Handy, aber sie beachtet ihn nicht weiter. Dieser Mann ist nicht gerade attraktiv und außerdem findet sie Männer, die immer mit ihrem Handy spielen höchst langweilig. Sie bevorzugt Männer, die darauf aus waren, mit ihr zu spielen. Der uninteressante Mann zoomte nun das Bild der gelangweilten Frau heran, bis ihr Gesicht das Display ausfüllt und ihre Nasenwurzel genau in einem grünen Kreis liegt, dann schaltet er den Stabilisator ein. Seine Hände zittern kaum noch, er kann, wenn es darauf ankam, seine physische Aufregung ganz gut unterdrücken. Seine Gedanken kann er jedoch nicht zügeln, diese rasen weiter durch sein Gehirn. Noch war es Zeit, das Experiment abzubrechen, immerhin ist das, was er vorhat, ein massiver Eingriff in das Gehirn eines anderen Menschen, das konnte medizinische und psychologische Folgen haben. Der Laser konnte bei falscher Anwendung irreparable Schäden hervorrufen, das Lustzentrum zerstören. Das Experiment könnte aber auch für ihn unabsehbare Folgen haben, juristische Verfahren, Forderungen nach Schmerzensgeld und er müsste mit der seelischen Last leben, aus egoistischen Motiven ein Leben zerstört zu haben. Doch er unterdrückt auch diese Gedanken und wählt stattdessen erst einmal die richtige Musik aus. Es muss eine ziemlich laute, turbulente Musik sein, die man natürlich nicht hören würde, es sei denn, es wäre zufällig ein Lautsprecher in der Nähe, der auf derselben Frequenz arbeitet, aber das war höchst unwahrscheinlich. Wichtig war nur, dass die richtigen Mikrowellen von dem Handy ausgesendet wurden. Er hatte noch keine Erfahrung, welche Musik für eine Frau geeignet wäre, vielleicht hing es sogar von der Persönlichkeit ab, er wollte sicher gehen und wählte eine laute, tobende Technomusik, die er persönlich verabscheute, die aber bestimmt in der Lage war, im Gehirn der Frau Turbulenzen zu erzeugen. Dann drückt sein Zeigefinger die Lust-App, genauer gesagt, deren Symbol auf dem Display, ein Strichmännchen mit erigiertem Glied. Nicht nur das Handy, auch die Lust-App hatte er selbst entwickelt, auch die Software ist ein Unikat, das Ergebnis jahrelanger Forschung. Auf dem Display erscheinen nun ein grüner Balken und ein schwarzer Kreis. In diesem blinken langsam die Buchstaben „go“. Jetzt muss er nur noch auf diesen Kreis drücken, dann sendet das Handy die Laserstrahlen aus und kurz darauf würde eine hoch erregte Frau zu ihm kommen.

Eine Frau, die nur einen dringenden, unaufschiebbaren Wunsch hat. Sie will mit ihm und nur mit ihm, dem Magier, dem Hypnotiseur ficken, weil nur er sie von ihrem Druck erlösen kann. Ein Lustleiden, das aus völlig unerklärlichen Gründen wie ein Tsunami über sie hereingebrochen war. Für ihn allerdings ist das keine Überraschung, denn er weiß genau, was sich in ihr abspielt. Diese Frau ist ja nichts anderes, als ein Säugetier, ein zugegeben, hoch entwickeltes Säugetier, aber sie wird dieselben elementaren Reaktionen zeigen, wie seine Versuchstiere im Labor, an denen er den Lustbeamer unzählige Male ausprobiert hatte, an Ratten, Mäusen und Kaninchen. Sogar Hunde und Katzen auf der Straße hatten reagiert, obwohl es schwierig war, deren Hypophyse zu treffen und eine gewisse Zeit zu bestrahlen. Deswegen waren die meisten dieser Freilandversuche nicht erfolgreich gewesen. Alle Tiere, Männchen wie Weibchen, waren schlichtweg liebestoll geworden, wenn er sie zielsicher angebeamt hatte. Einmal, als er an einem frühen Morgen Wildschweine in einem Gehege, die im Schlamm lagen und dösten, angepeilt hatte, musste er regelrecht die Flucht ergreifen, weil die aufgegeilten Sauen auszubrechen drohten. Er sieht noch einmal zu der Frau hin, die immer noch nichts Böses ahnt. Ein letztes Zögern. Sollte er das Experiment wirklich wagen, hier, im öffentlichen Raum, in Anwesenheit zahlreicher Zeugen? Sollte er eine unbekannte Frau massiv belästigen, in höchste Verlegenheit bringen, sie für seine egoistischen Ziele ausnützen? Er legt das Handy wieder auf den Tisch, winkt die Bedienung herbei und bestellt ein weiteres Bier und noch einen Cognac. Erst noch einmal klar nachdenken, noch einmal abwägen und die Hände beruhigen, die jetzt wieder stärker zitterten.
Er hatte lange nachgedacht, wo und wie er diesen abschließenden Test, diesen wichtigen Beweis, den er noch brauchte, durchführen könnte. Es musste ein ruhiger Ort sein, einer der von Frauen aufgesucht wurde, die bereit waren, sich auf ein kleines Abenteuer einzulassen, denn das war die Tarnung, ein kleines Abenteuer am Nachmittag. Es musste ein Ort sein, von dem aus man ohne große Umstände und ohne Zeitverlust in ein Hotel wechseln konnte, in dem es Zimmer stundenweise zu mieten gab, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Zunächst hatte er geglaubt, dass ein anspruchsvolles Bordell mit einer Bar am besten geeignet wäre. Aber dort gab es zu viele Professionelle, zu viele, die seinen Manipulationen auf die Schliche kommen könnten, dazu noch Freier oder Zuhälter, die aufpassten und das Sicherheitspersonal. Wenn man ihn dort in flagranti erwischt hätte, wäre es ihm vermutlich schlecht ergangen. Ein Puff war auch zu offensichtlich auf Verkehr ausgerichtet, der Effekt, den er bewusst erzielen wollte, diese plötzliche Initiierung der Lust, hätte an diesem Ort auch durch andere Ursachen eintreten können. Außerdem wäre er mit seinem "Opfer" nicht lange genug allein gewesen, ohne Kontaktaufnahme, und er hätte die Reaktionen nicht in Ruhe studieren können. Es musste ein Ort sein, wo sich beide, der Tester und die Testperson, eine gewisse Zeit lang und auch in optimaler Entfernung voneinander, ungestört aufhalten konnten, ohne aufzufallen. Selbst wenn der Lustbeamer einwandfrei funktionierte, brauchte die Biologie einige Zeit, bis die gewünschten Reaktionen in Gang kamen. Deswegen und weil er von seinen Experimenten mit Straßenkötern und streunenden Katzen wusste, dass die Trefferquote sehr niedrig war, versuchte er erst gar nicht das Experiment auf der Straße mit zufälligen Passanten durchzuführen. In einem Park wäre es vielleicht gegangen, wenn jemand ruhig auf einer Bank gesessen wäre. Um aber auch die Folgereaktionen zu erforschen, hätte man einen Tag im Sommer gebraucht, jetzt war es aber Herbst und es war ziemlich kalt und regnerisch und deswegen hätte man sich nicht einfach in die Büsche zurückziehen können, wenn Eile geboten wäre und außerdem sind Parks im Sommer meist sehr voll. Er hatte lange gesucht, um den richtigen Ort zu finden, aber endlich war er auf das Café Mohr gestoßen. Es war nicht zu groß und nicht zu klein und lag am Rande eines Bezirks mit vielen zwielichtigen Bars und einigen Bordellen. Ein Ort, der gern von Menschen frequentiert wurde, die auf der Suche nach einem temporären Partner waren oder einer rasche, intime Begegnung zumindest nicht abgeneigt waren. Es hatte schließlich keinen Sinn, eine tugendhafte Hausfrau zu verwirren, die gar nicht gewusst hätte, was mit ihr geschieht und vermutlich Hals über Kopf davongestürzt wäre. Nein, es sollte eine Frau sein, die die sexuellen Signale ihres Körpers kannte und entsprechend reagierte, die ihnen nachgab, wenn sie aufkamen und auch das Richtige tat, wenn die Gelegenheit sich bot. Das Café Mohr war auch deswegen ideal, weil sich auf der anderen Straßenseite das Hotel Aphrodite befand, ein etwas zwielichtiges Etablissement, aber genau richtig für sein Experiment.

Er war einige Male hier gewesen und hatte sich umgesehen und die Kundschaft und das Personal beobachtet. Es gab nichts, was gegen diesen Ort sprach. Und auch die Frau, die gleich eine so wichtige Rolle spielen würde, kannte er bereits von diesen Besuchen. Eine attraktive Erscheinung, nicht zu jung, nicht zu alt, er schätzte sie auf Mitte dreißig ein Alter, in dem man wissen sollte, was Männer wollen und was geschieht, wenn man sich mit ihnen einlässt. Auch ein Alter, in dem man noch gerne erotische Erfahrungen macht, in dem man noch Illusionen und Hoffnungen hat und vielleicht sogar noch den Mann fürs Leben sucht. Er wusste ungefähr, wann diese Frau kam und hatte schon einmal beobachtet, dass sie mit einem Mann über die Straße und geradewegs zum Hotel Aphrodite ging. Heute saß sein Opfer bereits allein an einem Tisch, als er das Lokal betreten hatte. Nein, nicht Opfer, wie hörte sich das an, es ist eine Versuchsperson, die auserkoren ist, in einem bahnbrechenden Versuch die entscheidende Rolle zu spielen. Weil sie schon da war, konnte er in Ruhe einen geeigneten Platz in der richtigen Entfernung und mit direktem Sichtkontakt wählen. Nachdem eine ganz wichtige Voraussetzung erfüllt war, bestellte er Bier und Cognac, seine Lieblingsgetränke, und holte sich eine Zeitschrift von der Garderobe. Über deren Rand hinweg, musterte er verstohlen die einsame Frau. Sie sah recht attraktiv aus, fand er, wenn auch schon ein wenig verlebt und mit einem leicht resignierten Zug um ihren Mund. Sie hatte aber dennoch ein offenes, freundliches Gesicht, schulterlange, blonde Haare, schlanke Hände mit Ringen und ziemlich auffällig manikürten Nägeln. Er durfte keinen Fehler machen, es musste alles funktionieren, dazu gehörte auch, dass die Versuchsperson wirklich geeignet war. Er konnte beruhigt sein, ihre Aufmachung, ihr Make-up, die Frisur, die Kleidung, nicht zuletzt ihre Haltung und ihr Gesichtsausdruck signalisierten, dass sie einer Annäherung vermutlich nicht abgeneigt sein würde. Vielleicht war sie sogar eine frei schaffende Professionelle, die auf Kundenfang aus war? Aber das spielte nun keine Rolle mehr, wichtig war, dass sie bereit war, sich mit einem Mann einzulassen und dabei nicht allzu wählerisch war. Denn im Gegensatz zu ihrer attraktiven Erscheinung, war er alles andere, als ein gut aussehender Mann, der auf Frauen wirkte, obwohl er sich heute extra Mühe mit seiner Kleidung gegeben hatte, denn er wollte nicht von vorneherein abschreckend wirken. Auch die Frau ist geschmackvoll angezogen, denkt er. Ein helles Kleid, das nur leicht ausgeschnitten ist und gerade dadurch ihren Busen dezent betont, weil nur Teile ihrer beiden wohlgeformten Hügelchen sichtbar sind. Und auch die schlanken Beine werden durch den Saum des Kleides, der auf der Mitte der Oberschenkel endet, ins rechte Licht gerückt. Eine Frau, mit der so mancher Mann gerne flirten und anbändeln würde, weil er instinktiv ahnt, dass er Erfolg haben könnte. Auch er würde heute Erfolg haben, das weiß er, aber die Frau weiß es noch nicht.

Die Frau, so glaubt er, ist bereit, aber er ist es noch nicht, weil die Gedanken immer noch in seinem Kopf noch kreisen und ihm keine Ruhe lassen. Wie viele Jahre hatte er schon auf dem Gebiet der Hirnforschung als anerkannter Spezialist gearbeitet? Sehr lange jedenfalls. Er hatte sich darauf spezialisiert Tumore im Gehirn, die man operativ nicht entfernen kann, mit Laserstrahlen zu zerstören. Er hatte hart gearbeitet und viele Versuche durchgeführt, die schließlich erfolgreich waren und dazu führten, dass einige seiner Techniken weltweit routinemäßig angewendet wurden. Er war gut in seinem Beruf, das wusste er und das bekam er auch immer wieder bestätigt. Er konnte stolz von sich behaupten, dass er auf dem Gebiet der Tumorbekämpfung im Gehirn zur Weltspitze der internationalen Forschung zählte. Dennoch würde er sich selbst, als einen etwas verqueren Wissenschaftler bezeichnen. Einen, der ganz für seinen Beruf lebt, hoch spezialisiert und deswegen ziemlich einseitig und auch etwas lebensfremd ist. Hinzu kommen seine Hobbys, den Hang zum Eigenbrötler fördern, er ist ein leidenschaftlicher Computerfreak und ein begabter Bastler. Doch einen Unterschied sieht er zu den Genies, die immer nur still vor sich hinbrüten. Er würde, wenn es so weit war, mit einem gewaltigen Schlag, mit einem grandiosen Knalleffekt, die ganze Welt auf sich und seine Erfindung aufmerksam machen. Er würde alles tun, um das Beste, das Maximum aus seinem Patent herauszuholen, um alles nachzuholen, worauf er bisher verzichten musste.

Noch war es nicht so weit, aber der Tag des Triumpfes war nicht mehr sehr fern. Noch herrschte Alltag, noch musste er seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Immerhin leitete er ein hoch spezialisiertes Labor und hatte ausreichende Forschungsgelder zur Verfügung. Solange er Erfolg hatte, war er auch ziemlich unabhängig. Er konnte auf seinem Fachgebiet tun und lassen, was er wollte. Niemand redete ihm drein, weil es keinen gab, der ihm überlegen war. Doch das ganz große Ding, von dem er träumte, der Knallbonbon, die Riesenüberraschung, die Weltrevolution, würde nicht auf seinem Fachgebiet stattfinden. Es gab da noch etwas, ein Gebiet, auf dem er wirklich ein einsamer Spezialist war, aber das wusste sonst keiner. Bei seiner Arbeit hatte er sich schon sehr früh auf die Teile des Gehirns spezialisiert, in denen man einen Tumor nicht durch Operation entfernen kann, ohne den Patienten umzubringen. Dazu gehörte die Hypophyse, diese wichtige Hormondrüse mitten im Großhirn. Wenn dort ein Krebs wucherte, gab es ohne seine Technik keine Rettung. Er hatte es geschafft, auch solch einen Krebs im frühen Stadium mit Hilfe eines Lasers zu zerstören. Das verhalf zwar dem Patienten zum Überleben, aber seine Persönlichkeit wurde drastisch verändert. Deswegen hatte er eine andere Methode gesucht und auch gefunden. Er hatte den Laser wesentlich schwächer, dafür aber viel genauer dosiert. Jetzt wurden die Krebszellen nicht mehr direkt zerstört, sondern die körpereigenen Abwehrkräfte wurden genau dort so gestärkt, dass sie den Krebs besiegen konnten.

Eines Tages geschah dann etwas Merkwürdiges. Ein Ereignis, das Ähnlichkeit mit der Entdeckung der Wirkung von Viagra aufwies. Damals hatten herzkranke Männer auf Besserung gehofft, stattdessen bekamen sie einen gewaltigen, sexuellen Appetit und die Firma Pfizer, die die blauen Romben verhökert, wurde steinreich. Auch seine Versuchstiere verhielten sich immer dann sehr seltsam, wenn er Musik hörte, während er ihre Hypophyse mit seinen sanften Laserstrahlen stimulierte. Dann entstand in den Tieren eine spontane, unbändige Lust auf Sex, die sie sofort zu befriedigen suchten. Er kam zu dem Schluss, dass die sexuelle Erregung, die sich im Körper normalerweise langsam aufbaute, von der Sichtung eines geeigneten Partners bis zum Orgasmus, zur Ejakulation und gegebenenfalls zur Empfängnis, dass dieser Mechanismus, der für alle Säugetiere absolut notwendig und deshalb so mächtig ist, bei den stimulierten Ratten sofort und deutlich verstärkt einsetzte. Die Tiere, ob männlich oder weiblich, befanden sich sofort in einem orgiastischen Zustand, vergaßen alles andere um sich herum und wollte nur noch diesem immensen Trieb nachgehen und die ersehnte Erlösung finden. Er gewann zudem den Eindruck, dass sie es am liebsten mit ihm, dem Experimentator, getrieben hätten. Ratten, die auf einen Menschen scharf sind. Ein seltsames Verhalten und eine komische Vorstellung, die ihn aber nachdenklich machte. Warum reagierten sie überhaupt auf den Laser und warum so spezifisch, wenn er Musik hörte? Ja, es war noch bizarrer, nur wenn er eine bestimmte Art von Musik hörte, wurden sie richtig geil, bei einer anderen Musik blieben sie ziemlich cool. So erregte zum Beispiel der Walkürenritt von Wagner die Ratten bis zum Wahnsinn, dagegen empfanden sie beim Liebestod offenbar gar nichts. Wie konnten Ratten Musik von einem Komponisten unterscheiden und warum rief nur die eine diese elementaren Reaktionen in ihren Körpern hervor? Er wusste natürlich, dass die Stimmung von Menschen durch Musik stark beeinflusst werden konnte. Aber dass Ratten so spezifisch reagieren sollten, war neu, das hatte noch niemand beobachtet. Er fand schließlich den Grund heraus und war stolz darauf. Die Erregung seiner Ratten erfolgte nur dann, wenn er beim lasern gleichzeitig Musik hörte. Besser gesagt, wenn die Musik von seinem Handy über Bluetooth auf eine kleine Stereoanlage übertragen wurde. Es war, so fand er weiter heraus, nicht wichtig, ob er Walkürenritt oder Liebestod hörte, wichtig war, dass ganz bestimmte Frequenzen zeitgleich mit seinem Laser auf die Hypophyse der Versuchstiere einwirkten. Dann konnte er auf Kommando und sehr zuverlässig Lust erzeugen, eine unbändige Lust auf Sex und nur auf Sex und möglichst nur mit ihm.
Er hatte die Tragweite seiner Entdeckung sofort erkannt, wenn er auch für die Erforschung der Einzelheiten und die Optimierung der Technik noch viel Zeit brauchte. Er hatte sofort gewusst, dass er nicht mehr legal weiterforschen dürfte, wenn er seine Versuche auf Menschen übertrug, und genau das wollte er vom ersten Moment der Entdeckung an. Er wäre rasch in Konflikt mit der Ethikkommission gekommen, die Versuche wären verboten worden und er wäre am Schluss der Dumme gewesen, der trotz seiner Genialität mit leeren Händen dagestanden hätte. Und wenn er gar Versuchsreihen mit Frauen geplant hätte, für ihn war von Anfang an klar, dass er zunächst nur die Lust von Frauen erregen wollte, wäre er spätestens jetzt, angesichts der sensibilisierten öffentlichen Meinung zum Thema Sexismus, in eine Sackgasse geraten, hätte alle weitere Betätigung einstellen müssen und wäre trotzdem noch als Sexist und perverser Lüstling in Verruf geraten. Deshalb hatte er beschlossen, im Geheimen weiterzuarbeiten und niemanden einzuweihen, bis er sich der Wirkung seines Lustbeamers völlig sicher war. Das war ihm nicht schwergefallen, er verbrachte seine Freizeit ohnehin größtenteils im Labor und alles, was er an Einrichtungen, Versuchstieren, Geräten und Programmen brauchte, stand ihm entweder ohnehin zur Verfügung oder er hatte es selbst geplant, beschafft und hergestellt. Er hatte zum Beispiel lange nach einem geeigneten Handy gesucht und nach Bauteilen, um es zu modifizieren. Denn er wollte diesen sensationellen Effekt später in der Praxis unauffällig anwenden und was ist heute unauffälliger, als ein Handy, das man stundenlang in der Hand hält und anstarrt. Er hatte auch nächtelang im Internet nach einer geeigneten Software für seine Lust-App recherchiert. Eines Tages war es dann soweit und er hielt den Prototyp eines Lustbeamer in seinen Händen und die Betaversion einer Lust-App war installiert. In den folgenden Monaten hatte er die Hard- und Software unermüdlich verbessert und konnte schließlich sehr zuverlässig vorhersehbare, sexuelle Reaktionen auf Knopfdruck hervorrufen. Selbst wenn die Tiere schliefen, erwachten sie, sobald er sie anbeamte und kopulierten umgehend wie die Weltmeister. Bei einer ganzen Reihe von Selbstversuchen hatte er auch an seinem eigenen Körper festgestellt, wie unglaublich dieser Effekt wirkte. Er konnte bei sich selbst die intensivsten Lustgefühle erzeugen, die er jemals empfunden hatte. Aber der letzte Beweis, dass sein Lustbeamer auch bei einer nichtsahnenden Frau funktionieren würde, der fehlte ihm noch. Er hatte sich lange überlegt, eine Mitarbeiterin zu bitten, sich für die notwendigen Experimente zur Verfügung zu stellen, er hatte auch eine Art von Casting erwogen, sogar mit dem Gedanken gespielt, eine Prostituierte ordentlich zu bezahlen. Aber es gab immer gute Gründe, die dagegen sprachen, so hatte er sich schließlich entschlossen, alles auf eine Karte zu setzen und den entscheidenden Beweis in einem Feldversuch mit einer zufälligen, unvoreingenommenen Testperson durchzuführen. Nun war es soweit, es fehlte nur noch dieser wichtige Beweis, dann könnte er mit seinen potentiellen Partnern, sei es in der Pharmaindustrie oder die Elektronikbranche, in Verhandlungen einsteigen.

Die Frau, an der er seinen Lustbeamer zum ersten Mal in der Praxis ausprobieren wollte, sollte nicht wissen, dass er nur ein langweiliger Durchschnittstyp war, klein, etwas dicklich, mittelalt, ziemlich ungeschickt im Umgang mit Frauen. Ein Mann ohne ausgeprägte Libido, alles andere als ein Womanizer oder Machotyp. Ein Mann, der nie viel Erfolg bei Frauen gehabt hatte, der nie daran gedacht hatte zu heiraten und nicht einmal eine Freundin über längere Zeit halten konnte, einer der auch käufliche Damen nur selten aufsuchte, nur dann, wenn der Druck zu groß wurde. Er hatte Angst, im entscheidenden Moment zu versagen, weil ihm das ein paar Mal passiert war. Ein Mann, der wenig vertraut mit den sinnlichen Freuden war und den erst seine aufregenden Selbstversuche so richtig neugierig gemacht hatten. Aber nun wollte er das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden und selbst erfahren, wie es ist, einer liebestollen Frau beizuwohnen, die zudem noch in ihm den idealen Partner sehen würde. Seine Erfindung, so schwelgte er in Gedanken weiter, würde ihm endlich die Macht über Frauen geben, die ihm bisher nicht vergönnt war. Wenn er erst seinen Lustbeamer hätte, würden ihn die tollsten Weiber anflehen, ihnen zu Willen zu sein, es mit ihnen zu treiben. Weil er genau diese Erfahrung endlich machen wollte, würde er dem Drängen dieser Frau nachgeben und sich nicht damit begnügen, dass er den Beweis für die Funktion des Lustbeamers bereits hatte, wenn sie zu ihm kam. Er wollte diese Frau, die da drüben ihren Wein trank, diese unwissende, unvoreingenommene Frau, so geil machen, dass sie alles vergaß, nur um ihr Verlangen zu stillen. Sie würde zu ihm kommen, getrieben von ihrem Unterbewusstsein, zu ihm, weil sie hier die Ursache ihrer intensiven Wallungen vermutete. Sie würde ihn anflehen, mit ihr in das Hotel zu gehen, jetzt gleich und nur um sich ficken zu lassen, nur um sofort Befriedigung zu erlangen, nur um ihr brennendes Verlangen umgehend zu stillen. Wenn diese Frau erst den Strahlen seines Handys ausgesetzt war, würde sie im Ozean der puren Lust versinken und noch beim Ertrinken, die intensivsten Gefühle ihres Lebens verspüren.

Nun war es aber wirklich an der Zeit, das Warten musste ein Ende haben, es nervte so langsam. Während die Frau bereit ist, zittern seine Hände wieder stärker, als er das Handy erneut ausrichtet. Er hat Mühe, trotz des eingeschalteten Stabilisators, das Gesicht der Frau richtig anzuvisieren. Schließlich ist es aber am richtigen Platz auf dem Display. Jetzt die richtige Musik, dann drückt er auf das langsam blinkende „go“ im schwarzen Kreis. Er sieht nun, dass der rote Punkt des Lasers genau auf ihrer Nasenwurzel liegt, die ideale Stelle. Sein Zeigefinger drückte noch einmal auf das „go“. Es blinkte nun viel schneller und das Schwarz verwandelte sich in ein aggressives Signalrot. Ein kleiner grüner Balken baut sich auf. Er zeigte die Zeitdauer an, in denen eine Interaktion der Strahlen mit der Hypophyse stattfindet, die Messgröße für den Wirkungsgrad des Lustbeamers.

Zunächst geschieht gar nichts. Die Frau sitzt weiterhin entspannt auf ihrem Stuhl. Doch auf einmal wird sie etwas unruhig und beginnt herumzurutschen. Sie lässt ihren Blick durch den Raum schweifen, als suche sie etwas. Hastig nimmt sie einen Schluck aus dem Glas. Ihr Gesicht wird deutlich blasser, Schweißtropfen treten auf die Stirn. Sie kramt in ihrer Handtasche, schaut in einen kleinen Spiegel, rutscht noch intensiver auf ihrem Stuhl herum, schließlich steht sie auf und geht zur Toilette. Er drückt auf „go“, die Farbe wechselt wieder zu Schwarz. Neben dem grüne Balken wird eine Trefferquote von zehn Prozent angezeigt. Das ist ein guter Wert in der kurzen Zeit. Er würde noch ein oder zweimal zielen müssen, um den Effekt zu erhöhen. Die Frau kommt zurück, setzt sich hin, sie macht wieder einen entspannten Eindruck. Die Schweißtropfen sind weg, das Make-up ist aufgefrischt. Er wartet, um ihr etwas Erholung zu gönnen, aber die aufgebaute Erregung durfte sich nicht zu sehr abkühlen. Er muss unbedingt vermeiden, dass nun noch etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt. Er gibt ihr ein bisschen Zeit, um sich zu sammeln, aber dann setzt er das Experiment fort. Das rote „go“ fängt wieder an heftig zu blinken. Diesmal wird die Frau schlagartig unruhig. Hektisch wischt sie sich den neuen Schweiß von der Stirn, späht nun ganz offen umher, schaut zunehmend in seine Richtung. Er tut, als bemerke er ihren Blick nicht, fummelt weiter an dem Handy herum. Er hat Mühe den Strahl auf der richtigen Stelle zu halten, weil nun die Frau ziemlich unruhig ist. Immer wieder wechselt der grüne Balken die Farbe, er wird orange, manchmal sogar rot, die Zeichen, dass der Laser sein Ziel verfehlt. Doch immer wenn er grün ist, nimmt seine Höhe zu. Er weiß, dass er die Dosierung nicht übertreiben darf. Er muss der Versuchsperson noch eine weitere Ruhepause gönnen. Sie bestellt ein neues Glas Wein. Als der dann das Handy wieder einschaltet, muss es klappen und es funktioniert tatsächlich. Zwanzig Prozent Stimulation sind überschritten, das reicht, die kritische Phase ist erreicht, der Frau bleibt nur noch die Wahl zwischen Flucht und Angriff. Um sicher zu sein, schaltet er das „go“ noch ein paar Mal an und wieder aus. Die Frau verhält sich genau so, wie er es vorausgesehen hat. Immer, wenn die Strahlen sie treffen, zuckt sie zusammen, ihr Gesichtsausdruck wirkt angespannt, ihr Blick flackert um sich im nächsten Moment wieder etwas zu beruhigen. Wie eine Marionette, denkt er zufrieden. Mittlerweile schaute sie ihn unverwandt an. Doch noch hebt er seinen Blick nicht vom Display, noch signalisiert er kein Interesse. Er dosiert den Laser ein letztes Mal, frontal auf die Stirn, auf die Nasenwurzel, die beste Position. Die Frau leidet jetzt ganz offensichtlich und sieht ihn voller Verzweiflung an. Sein Ziel ist erreicht, vielleicht hat er auch ein wenig Mitleid. Er schaltet das Handy aus, das seine Aufgabe bestens erfüllt hat, und hebt nun seinen Blick und sieht sie ebenfalls direkt an. Sie rutscht einmal mehr auf dem Stuhl herum, wie ein Schulkind, das dringend auf die Toilette muss, aber sich nicht traute, zu fragen, ob es gehen darf. Vielleicht muss sie tatsächlich schon wieder auf Klo, obwohl sie gerade erst dort gewesen ist. Aber als sie aufsteht, kommt sie direkt auf ihn zu, setzt sich wortlos an seinen Tisch und sieht ihn mit Tränen in den Augen an. Das ist der Moment des Triumpfes, der letzte Beweis, dass sein System funktioniert, ist erbracht. Die jahrelange Arbeit war nicht vergebens und schon bald würde er dafür seinen Lohn bekommen, ganz gewiss. Mit Mühe unterdrückt er seine Euphorie, die Erleichterung, das Gefühl unendlichen Glücks, stattdessen bemüht er sich die Frau möglichst freundlich und unbefangen zu fragen, ob er ihr helfen könne.

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