Am Strand

Am Strand

Er hatte sich eine einsame, kleine Postkartenbucht zum Baden ausgesucht. Am Strand feiner, weißer Sand, das Wasser grün, türkis und tiefblau wie der Himmel und am Ufer standen tatsächlich Palmen. Die Bucht war von Büschen und Bäumen umrahmt, die sie vollständig von der nahen Straße abschirmten. Der Platz war fast menschenleer, nur ein junges Pärchen saß am anderen Ende im Schatten der Bäume und war mit sich selbst beschäftigt. Er war zufrieden mit seiner Wahl, zog seine Kleider aus, schloss den Wagen ab und ging, nur mit Badehose und Handtuch, zum Wasser. Verschwitzt und müde von der Fahrt in der Hitze des Spätnachmittags, sehnte er sich nach Abkühlung. Nachdem er ausgiebig geschwommen hatte und sich wieder sauber fühlte, suchte er einen schattigen Platz, legte sich auf sein Handtuch, schloss die Augen und schlief ein.

Er schreckte hoch, als er neben sich eine Stimme hörte. Das Pärchen war herangekommen und der junge Mann hatte sich neben ihn gehockt und suchte ein Gespräch. Noch halb im Schlaf nahm er wahr, dass er ganz sympathisch aussah, mit schwarzen Locken und einem gewinnenden Lächeln. Das Mädchen konnte er nicht richtig erkennen, sie hielt sich etwas abseits und stand zudem direkt in der Sonne. Der junge Mann begann ihn zu fragen, wie er heiße, woher er komme, wohin er wolle und was eben sonst noch so am Anfang einer Kontaktaufnahme gesagt wird. Aber er war müde und hatte keine Lust auf ein solches Gespräch, das wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse ausgesprochen mühsam vonstatten gehen würde und weil er wusste, dass es wie immer mit dem Austausch von Banalitäten begann und mit Forderungen nach Geld oder Geschenken enden würde. Und richtig, der junge Mann war schon bei diesem Thema angekommen und fragte, ob er ihn und seine Chica in die Stadt mitnehmen oder ihnen nicht etwas Geld geben könne. Nachdem er zunächst noch widerwillig und einsilbig geantwortet hatte, sagte er kurz angebunden „no“ und drehte sich demonstrativ auf die Seite, das Gespräch war für ihn beendet. Der junge Mann redete noch ein Weilchen weiter, stand aber schließlich auf und die beiden entfernten sich wieder, heftig miteinander diskutierend. Er dreht sich wieder um, hob den Kopf und sah ihnen nach. Zufrieden, wieder allein zu sein, streckte er sich wohlig aus und versuchte den unterbrochenen Schlaf fortzusetzen, aber schon nach kurzer Zeit hörte er erneut Schritte und ein Räuspern.

Der junge Mann war diesmal stehen geblieben und redete von oben herab auf ihn ein. Verärgert schloss er die Augen und gab vor, nichts zu hören, als eine Bemerkung sein Interesse erregten. Das Mädchen, sagte der junge Mann, brauche unbedingt Geld und würde dafür mit ihm Liebe machen. Liebe machen, so sagte er, für ein paar Pesos. Sie sei nicht seine Freundin, aber sehr nett und zärtlich fände ihn, den Fremden, sehr sympathisch und attraktiv. Nun wandte er sich doch dem jungen Mann zu, indem er sich leicht aufrichtete und auf einen Ellenbogen abstützte. Während der Mann weiter redete, nahm er zum ersten Mal das Mädchen genauer in Augenschein, das wieder in einiger Entfernung stehen geblieben war. Sie war klein, zierlich und schlank und eigentlich gar nicht sein Typ. Sie hatte aber ein hübsches Gesicht mit einem leicht naiven, unschuldig wirkenden Blick. Ihre halblangen, braunen Haare fielen auf ihre nackten Schultern. Sie trug ein sehr kurzes, sehr buntes Kleid und einfache Sandaletten. Als sie sein Interesse bemerkte, stellte sie sich in Positur, streckte ein Bein vor, wiegte sich in den Hüften und reckte ihm ihre kleine Brust zu. Ihr Blick wurde nun keck und herausfordernd. Dann kam sie langsam näher und schaute ihm dabei unverwandt in die Augen.

Das Angebot und die Gelegenheit kamen unerwartet, er war aber nun hellwach und verspürte eine beginnende Erregung. Der junge Mann sagte, er solle ihm zwanzig Pesos geben, dann könne er mit ihr hinter die Büsche gehen, hierher käme kein Mensch und er könne sich soviel Zeit lassen, wie er wolle. Noch schwankte er und zögerte, aber was hatte er schon zu verlieren? Der Mann, in der Annahme der Preis sei zu hoch, reduzierte sein Angebot auf 15 Pesos. Das Mädchen hatte sich inzwischen neben ihn gekniet und streichelte sanft seinen Arm. Er spürte ihre Wärme und ihre Nähe und das Verlangen nach ihr wurde allmächtig. Er nickte und stand auf und wollte mit dem Mädchen in Richtung Büsche gehen, aber der junge Mann bestand darauf, dass er ihm erst das Geld gebe. Sie gingen zu dritt zu seinem Wagen. Er holte die Geldscheine aus dem Portemonnaie, dann schloss er den Wagen wieder ab und steckte den Schlüssel in seine Badehose.

Das Mädchen hatte das Handtuch an sich genommen und seine Hand ergriffen und zog ihn nun ihrerseits zu den Büschen am Rand der Bucht. Dort angekommen, breitete sie das Handtuch aus und sagte ihm, er solle sich hinlegen. Dann kniete sie sich neben ihn und fing an, seine Brust und seine Beine zärtlich zu streicheln. Es war ein schönes Gefühl. Schließlich fasste sie in seine Badehose und drückte seinen erigierten Penis. Er stöhnte und sie streifte seine Badehose ab und näherte ihr Gesicht seinem Geschlecht. Er schloss wohlig die Augen und wartete, was sie als nächstes machen würde. Aber es kam anders als er dachte. Mit einem festen, harten Griff drückte sie ihm die Eier zusammen, dass er vor Schmerz aufschrie und sich krümmte. Dann sprang sie auf und rannte, mit der Badehose in der Hand, zu seinem Auto. Bevor er sich über seine Situation richtig klar geworden war, sich aufgerappelt hatte und, die Hand auf sein schmerzendes Teil gepresst, hinter ihr her lief, hatte sie das Auto längst erreicht und den Schlüssel dem jungen Mann zugeworfen. Es dauerte nur einen kurzen Moment, dann waren die Türen offen und als er atemlos und keuchend ankam, saßen beide im Auto und hatten die Türsicherungen herabgedrückt. Er zerrte an der Fahrertür und als das nichts nützte, stellte er sich vor den Wagen und hämmerte mit seinen Fäusten auf die Windschutzscheibe. Der junge Mann startete den Motor und fuhr ganz sanft an. Um nicht überfahren zu werden, musste er auf die Seite treten und den Wagen vorbeilassen, der langsam an Fahrt gewann. Durch die Heckscheibe sah er, zwar etwas undeutlich, aber dennoch eindeutig, wie ihm das unschuldige Mädchen einen Handkuss zuwarf und dabei fröhlich lachte.

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