Allein.

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Scheiss Airline, scheiss Flug, scheiss Land.
Verschwitzt und schlecht gelaunt durch die Passkontrolle.
Es ist Mittag und ich bin 3 Flugstunden von Frankfurt Main entfernt.
Taxi.
Gurte- Fehlanzeige.
Die Drehtür schleudert mich in die Halle.
Check in- reibungslos. Zimmer 307.
Lift, Gang.
Chipcard verschafft Zugang zu klimatisierter Dunkelheit.
Eng, aber alles da.
Schrank, Schreibtisch, Korbstuhl, Bett, TV, Telefon, WC, Bidet, Dusche.
Wichtig: Minibar.
Raus auf den Gang. Lift. Halle.
Drehtür schleudert mich jetzt in gleissende Helligkeit.
3 Minuten Fussweg zum Meer.
Sardinen vom Grill, Salat und Weisswein.
Alte Frauen, dunkel gekleidet, gehen schlurfend vorbei.
Alte Männer unter Hüten in frisch polierten Schuhen.

 

Junge weisse Bedienung schenkt ihre braunen Brüste zum Dessert.
Brandy beruhigt für den Augenblick.
Runter an den Strand.
Mauer spendet Schatten.
Siesta.
Weiss nicht, ob ich geschlafen habe.
Jedenfalls- das Handtuch vor mir gehört zu den Brüsten aus dem Imbiss.
Riecht nach Fisch.
Weiter.
Vorbei am Imbiss in die Gassen der Stadt.
Zu eng, zu schwül.
Suche Luft und Sicht.
Höher hinauf.
Endlich: ein Platz, offen.
Lasse mich nieder unter Palmen.
Dunkelheit kommt schnell, schneller als in Frankfurt.

 

Menschen beginnen zu tanzen.
Platz wird zum Karussell.
Wieder runter, wieder entlang der Schienen,
wieder zurück in die lärmende Altstadt.
Nicht mehr allein!
Sie ist schwarz und spricht deutsch.
Gehen Hand in Hand, lachen, reden.
Spüren einander im Gewühl der Menschen.
Erste Küsse.
Dinner um Mitternacht: Seefrüchte und Wein.
Tauschen uns aus mit den Spitzen der Finger.
Weiter ins nächste, noch offene Café.
Treffen auf eine Gesellschaft, in der schwarz + weiss nicht auffallen.
Weiter.
Vorbei am Portier. Minibar.
Bin müde.
Sie steht nackt vor mir, noch nass von der Dusche.
In der Minibar sind noch zwei Portwein; wir stossen an.
Erinnere mich an die Havanna in meiner Jackentasche.
Erzählt mir danach,
dass sie noch nie mit einem Mann zusammen war,
der Zigarren raucht.
Schlafen gemeinsam ein.
Küssen uns auf dem Gang ein letztes Mal auf den Mund.
Wieder allein.

Copyright H. Rogra 2002

 

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