Internetliebe
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Internetliebe
Ich holte Dich vom Bahnhof ab
und war von Deiner
erotischen Ausstrahlung
sehr bereindruckt.
Ja, ich gebe zu, in Deiner
unmittelbaren Nähe zu stehen
bedeutete Spannung, Elektrizität.
Wie machtest Du das nur?
Egal ob du lachtest oder
ernst aussahst die Spannung war
da doch ich sah keine
Funken um uns herum.
Als ich Deinen Koffer in
meinen Wagen wuchtete - hattest
Du Ziegelsteine drin?, küsstest
Du mich hinterm Ohr.
Die Gier sah ich
in Deinen Augen.
Wie kam das - wir sahen uns
doch heute zum ersten Mal oder
gab die Spannung aus den Telefonaten
oder den emails soviel her?
Im Auto begannen wir uns gemeinsam
zu verschlingen.
Dein Dekolletée machte ein übriges
sodass wir kaum vom Parkplatz gerollt
beim nächsten Gebüsch in Bahnhofsnähe
Halt machten und übereinander herfielen.
Zuhause angelangt zog ich Dich vor
meinen offenen Kamin in dem ein
Feuer prasselte und bevor wir den Champagner
nippen konnten ergossen sich unsere
Körperflüssigkeiten ineinander.
Selbst der Gang ins Bad war
ein einzigster Lustgewinn
und kaum plätscherte das Schaumbad
in meiner kreisrunden Badewanne im Boden,
schwangst du Dich in meine Arme.
Ich liess Dich sacht herunter
und ergründete tief die elektrische
Spannung in Dir und mit dem warmen Wasser
Deine wilden Bewegungen und Deine wilden
Schreie verursachten elektrische Entladungen.
Die Nächte wurden zu Tagen
und die Spannungen rissen nicht ab
sie gingen weiter. Wir kochten zusammen
und liebten uns dabei, davor, danach.
Und hatten beide das Gefühl der Unendlichkeit.
Doch irgendwann musstest Du zurück
zurück ins Ungewisse und sosehr wir uns
auch schrieben und telefonierten
es sollte irgendwie nicht mehr sein.
Wir sahen uns nie mehr.
Text: Enzio Guratzsch
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